Sommertour durchs Fünfseenland

17.08.14, mit Hans Pirsch – Ja, und weil der Sommer 2014 auf einen Sonntag fällt, verschieben wir unsere Sommertour vom geplanten Samstag auf den Sonntag.

An diesem Sommersonntagmorgen hat es 8°C! Und wir fünf wollen zum Baden fahren! Keine Stunde Fahrzeit und wir erreichen per Auto unseren Startplatz an der Autobahnausfahrt Inning am Ammersee. Parken dürfen wir  auf dem Gästeparkplatz der Autobahnmeisterei. Wer freundlich frägt, dem wird geholfen, oder auf bayerisch, so wia ma in Woid neiruaft, so kimmts zruck! Und Wald gibt es hier  auf der Nordseite vom Ammersee mehr als genug.

Wir radeln weg von der Autobahn durch kleine Wiesen und Waldlichtungen. Uns fällt auf, dass in dieser schönen Gegend kein Mais angebaut wird. Nur Wald, Wiese und goldgelbe Getreidefelder. Goldgelb! Eher in schmutzig grau und trüb steht das Getreide da, schon viel zu lange draußen, Tribut an den unbeständigen Sommer. Jägerstände gibt’s auch genügend, an jeder Ecke steht so ein Holzkasten. Bald wissen wir warum, Reh, Dammwild, Rehbock, alles was gefleckt ist und Geweih trägt kreuzt unseren  Fahrweg durch die schier endlosen Wälder.

Am Trail

Am Trail

In Weßling halten wir am See. Wir sitzen im Cafe und genießen dieses bayerische Idyll. Fast schon kitschig liegt der See in der Morgensonne! Uns wärmt der Kaffee. Als wir einen Rollator (auf deutsch „Gehhilfe“) am Ufer entdecken, denken einige von uns sofort an unseren Klaus. Der liegt nämlich schon so lange krank daheim, bzw. im Krankenhaus mit seinem kaputten Fuß. In Gedanken ist er bei uns!

Kleine Schlucht

Kleine Schlucht

Wir machen uns auf den Weg, tauchen wieder ein in die Wälder und stehen plötzlich vor einem riesigen Stahltor. Es lässt sich öffnen! Am 2,50m hohen Zaun können wir auf einem Schild lesen, dass wir soeben ein Schwarzwildgatter betreten. Höflich wird darauf hingewiesen, ja auf den Wegen zu bleiben. Der ganze Wald, den wir nun durchqueren, ist brutal zerwühlt. Hier müssen Horden von Wildschweinen hausen! Mit gemischten Gefühlen rollen wir zügig durch. Wir sehen kein einziges, stehen aber plötzlich vor dem nächsten großen Tor. Nur das hier ist abgesperrt. Aber, wer ein Alpenkranzler ist, lässt sich von sowas nicht abschrecken. Einer rüber übers Gatter, der zweite bleibt oben sitzen, und so können wir unsere Räder alle drüber heben.

Hindernis-Parcour

Hindernis-Parcour

Wir erreichen Schloß Seefeld, radeln am verschlossenen Schloßpark vorbei und treffen auf einen kleinen Wasserkanal. Alles hier erinnert uns an die Waalwege in Südtirol. Wir begleiten den Waalweg aufwärts, er verliert sich bald in einer kleinen Schlucht. Wir queren mehrfach das nun nur noch kleine Wasserrinnsaal. Viel zu schnell ist diese kleine Idylle wieder vorbei und wir rauschen mitten in die Touristenhochburg Herrsching am Ammersee.

Am Ammersee

Am Ammersee

Im Biergarten am Dampfersteg machen wir Mittag. Lange bleiben wir aber nicht sitzen, denn trotz einigermaßen gutem Essen und netten Tischnachbarn ist es recht ungemütlich. Im Halbschatten sitzend mit dem Wind vom See ist es nämlich alles andere als warm – Sommerzeit 2014!

Heute ist Nachtflohmarkt in Herrsching. Warum der so heißt, erschließt sich uns nicht, jetzt um 13.30 Uhr laufen schon Leute rum, als gäb es alles umsonst! Wir schieben unsere Räder durch diese Touristenströme.

Unser Weg führt uns weiter zum Wörthsee. Einem der wärmsten Badeseen Bayerns. Im Erholungsgebiet Oberndorf tauschen wir die Radlklamotten mit den Badesachen und wollen von einem der drei langen Stege ins warme Wasser hüpfen. WARM? Saukalt!! Auch dieser See spiegelt den Sommer 2014 wieder.

Am Wörthsee

Am Wörthsee

Nach kurzer Schwimmzeit retten sich alle zurück in die ein bisschen Wärme spendende Sonne.  Zwecks Geburtstags wird noch ein eine Flasche Sekt an alle verteilt. Dann döst jede(r) für sich so in der Sonne dahin.

Ein Kaffee im Strandkiosk lässt uns wieder munter werden. Wir packen zusammen und radln am Seeufer entlang nach Norden. Dort stehen riesige Villen auf gigantisch großen Seegrundstücken. Der Ausblick über diese mondänen Villen in die Berge ist überwältigend. Nach jeder Straßenecke sehen wir neue Aussichten auf unser Bayernland.

Die Berge im Hintergrund, Kloster Andechs, ein weißblauer Himmel über einem glitzernden See……..
Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben …

... seines Himmels weiß und blau!

… seines Himmels weiß und blau!

Nach einigen Irrungen und ein paar kleiner Abstecher vom Weg erreichen wir schließlich die Autobahn. Wir müssen irgendwie auf die andere Seite! Ein Wildwechseltunnel hilft uns dabei. Auf der Etterschlager Strasse rollen wir gemütlich zurück zum Parkplatz.

Die Zugspitz und der Wendelstein,
Wo könnt´es sonst noch schöner sein?
Mein Lied klingt aus der Felsenwand,
Zum Lobe dir mein Bayernland.
Es muß ein Sonntag g´wes´n sein,
Ein Tag voll hellem Sonnenschein…….

Erlebt haben es: Marianne Angermaier, Angelika Krieg, Hans Buchmann, Andreas Kralik, Hans Pirsch (Tourenleitung und Bericht)

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