Hochtourenwochenende in den Zillertaler Alpen

1. bis 3. August 2014, mit Matthias Ruderer – Freitag, 01.08.: Anreise und Hüttenaufstieg: Gegen Mittag brachen wir auf und fuhren über das Bergdorf Ginzling zum Gasthaus Breitlahner (1256 m), wo unser Aufstieg zur Berliner Hütte begann.

Am Gasthof Breitlahner

Am Gasthof Breitlahner

In etwa drei Stunden führte der Aufstieg zur Hütte auf einem Schotterweg durch den oberen Zemmgrund mit seinen großen Monolithen, an der Klausenalpe vorbei über den weiten Talboden der Schwemmalpe und zog sich dann steiler hinauf zur schon lange vorher sichtbaren Grawandhütte.

Hier schloss sich der spannendste und landschaftlich reizvollste Abschnitt des Aufstiegs an, der oberhalb einer tiefen Schlucht entlang führte. So erreichten wir die weitläufige Waxeggalpe, an deren Ende der Gasthof Alpenrose liegt. Kurz hinter der Alpenrose verengte sich der Weg zu einem Wanderpfad und wir stiegen linker Hand die letzte halbe Stunde über den alten Saumpfad vorbei am Kriegerdenkmal hinauf zur bereits 1879 erbauten Hütte. Pünktlich zum Abendessen erreichten wir nach 800 hm die seit 1997 unter Denkmalschutz stehende imposante Berliner Hütte auf 2044 m. Bereits der Eingangsbereich der Hütte mit seiner Holztreppe und gigantischer Deckenhöhe ließ eher an eine Hotellobby vergangener Zeiten als an eine Berghütte erinnern. Wenn man dann aber erst im großen Speise- und Aufenthaltsraum mit seinen alten Holzvertäfelungen steht, bekommt man wirklich das Gefühl, eine kleine Zeitreise unternommen zu haben. In geselliger Runde ließen wir den Abend ausklingen.

Samstag, 02.08.: Hochtour auf den Schwarzenstein, Schwarzensee

Unser Ziel

Unser Ziel

Nach einer kühlen Nacht im Winterlager der Berliner Hütte begannen wir am nächsten Tag unsere Tour auf den Schwarzenstein. Das Wetter ließ nichts Gutes erahnen, da sich bereits am Gipfelbereich Wolken bildeten. Von der Berliner Hütte aus folgten wir dem Steig nordöstlich der Hütte. Nach gut dreieinhalb Stunden erreichten wir teils über Blockgestein – zwischendurch hilft einem auch eine Leiter bei der Überwindung einer Felsstufe – den Anseilpunkt auf knapp 2900 m.

Die Leiter hilft

Die Leiter hilft

Die Wolken drückten nun schon über den Alpenhauptkamm und der Gipfelbereich war nun vollständig wolkenumhüllt. Auf dem mäßig steilen Gletscher gingen wir in unserer sechser Seilschaft nach Osten geradewegs in Falllinie hinauf Richtung Schwarzensteinsattel.

In Seilschaft

In Seilschaft

Mittlerweile hingen die Wolken so tief, dass wir uns entschlossen kurz vor Erreichen des Schwarzsteinsattels die Gipfelbesteigung abzubrechen und abzusteigen. Die Enttäuschung darüber war zwar anfangs vielen von uns ins Gesicht geschrieben, v.a. weil es für manchen Teilnehmer bereits der zweite Versuch war den Gipfel zu erreichen, aber letztendlich war jedem bewusst, dass es die richtige Entscheidung aufgrund der instabilen Wetterlage war.

Sauwetter im Anzug

Sauwetter im Anzug

Bevor wir wieder zur Hütte abstiegen, machten wir noch einen kleinen Abstecher zum landschaftlich reizvoll gelegenen Schwarzensee. Vom See aus hat man einen schönen Blick, nicht nur auf das Schwarzensteinmassiv, dass immer noch wolkenumhüllt war, sondern auch auf die imposante Bergkette weiter westlich mit Berliner Spitze, Turnerkamp und Großem Möseler. Nachmittags erreichten wir dann wieder unsere Hütte, wo wir uns den misslungenen Gipfelanstieg mit Kaffee und Kuchen versüßten.

Sonntag, 03.08.: Tour auf den Hornrücken und Abreise

Wider Erwarten verbesserte sich das Wetter nach anfänglichen morgendlichen Nieselregen rasch und vier Kranzler entschieden sich noch eine kleinere Tour Richtung Hornspitze (auch Berliner Spitze genannt) zu unternehmen. Nach steilem südöstlichen Anstieg auf den von Nordwesten nach Südosten verlaufenden etwa 2,5 km langen Hornrücken, erreichten wir in leichter Blockkletterei unser Ziel, ein kleines Plateau mit herrlichem Ausblick auf die beiden Tröge der Gletscher Hornkees im Südwesten und Schwarzensteinkees im Nordosten. Nach kurzer Rast ging es dann wieder zurück zur Berliner Hütte. Von dort aus traten wir dann den langen Weg mit einem kleinen Einkehrschwung in der Alpenrose zurück zum Parkplatz an.

Besonderer Dank gilt unserem Guide Matthias, der ganz wesentlich zu diesem schönen Hochtourenwochenende beigetragen hat.

Nicht gut droben, aber gut drauf

Nicht gut droben, aber gut drauf

Mit dabei waren: Andreas, Christoph (Bericht), Harald, Matthias Ruderer (Guide), Matthias und Sophie

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