Kranzlerkids am Gardasee

28.10-01.11.2012 – Sonntag: 10cm Neuschnee liegen in Erding bei unserer Abreise. Doch schon hinter Kufstein ist die Schneedecke nur noch dünn. Dafür regnet es in Strömen, während der Fahrt und bei unserer Ankunft in Arco.

Begeistert stellen unsere Kinder fest, dass es in unserem Apartmenthaus einen Raum mit Kicker und Co gibt, der gleich in Beschlag genommen wird. Unsere Ferienwohnungen liegen in einem der alten Häuser Arcos, gleich neben der kleinen Kirche San Rocco. Direkt vom Haus weg machen wir am Nachmittag noch eine gemeinsame Wanderung zur Burg von Arco. Der Regen hört auf, wir können fast bis zum Gardasee blicken.

Agaven-Kraken

Die riesigen Agaven sehen wie Kraken aus, sie greifen nach uns beim Abstieg ins Städtchen Arco. Für das obligatorische Eis ist es heute zu kalt, wir suchen eine Pizzeria, die nach und nach richtig proppenvoll wird. Beim Heimgehen gießt es wie aus Kübeln. Wir schmieden Pläne für Montag und Dienstag, da soll das Wetter gut werden.

Montag
Blauer Himmel, klare Sicht und die Berge oben verschneit: Der Montag hält, was der Wetterbericht versprach. Wir gehen wieder zu Fuß los, denn der Colodri Klettersteig beginnt oberhalb des Campingplatzes, und das sind nur wenige Minuten von hier. Herrlich ist es in Arco im November, zwar kalt, dafür aber ohne Gedränge. Ein paar Leute sind außer uns unterwegs, es hält sich in Grenzen.
Am Colodri

Zuerst müssen alle wieder die Klettersteigausrüstung anlegen und das ist immer eine Prozedur mit einer Horde Kinder. Mal gespannt, wann die Größeren das endlich alleine können… . Mit Begeisterung sind alle dabei und schnell sind wir durch die Wand. Oben auf der karstigen Fläche machen wir ordentlich Brotzeit, Anton versteckt sich in einem der Karstlöcher, mit einer Jacke darüber ist er optimal getarnt.

Karstloch

Bald bauen alle Kinder begeistert Verteidigungsburgen zwischen den Steinen. Wir hüpfen über Drachenrücken und Mammut-Zähne – zumindest sehen die Steine so aus. Beim Gipfelanstieg nervt Michael der Lärm, den alle mit ihrem Gestolper erzeugen – daher machen wir ein Geschicklichkeitsspiel: Wer tritt ohne ein Geräusch zu machen auf, wer bewegt sich nur auf festsitzenden Steinen und nicht auf Geröll? Ein vorbeikommender Junge macht gleich mit – bis ihn seine Eltern zurückpfeifen. Eine tolle Vegetation durchstreifen wir, mit Erdbeerbaum, Perückenstrauch, Mäusedorn und Steineichen.

Auf dem Drachenrücken

Vom Gipfel geht es runter nach Laghel. Von dort wandern wir nochmals zur Burg, die wir heute auch besichtigen. Sehr interessant ist die Ernte der Oliven auf diesen Steillagen, alle schauen begeistert zu. Einige von uns werden morgen auch noch eine Olivenmühle besichtigen, die das goldene Öl der heimischen Kleinbauern presst. Heute ist es sonnig und so wagen wir den Gang zur Eisdiele. Wir trinken unseren Kaffee sogar im Freien, wer sagt es denn!

Dienstag
Heute bilden sich Neigungsgruppen: Die einen neigen dazu, sich mit Seil und Haken an den Fels zu wagen und ziehen das Sarcatal aufwärts zu den Sonnenplatten, die anfangs noch im Schatten liegen (sonnig gilt über Mittag, gottlob). Die anderen neigen bzw. düsen in die Gegenrichtung, hoch über´m Lago erklimmen sie den Klettersteig zur Cima Rocca. Eigentlich ist es kein Klettersteig, sondern nur mehrere versicherte Passsagen.

Aufwärts!

Am besten gefallen den Kids eh die Stollen, nein, nicht die weihnachtlichen, so weit ist es noch nicht! Die alten Kriegsstollen, die hier allenthalben in den Fels ziehen. Gerüstet mit Taschenlampen ist das Gewirr doch nicht jedem geheuer, aber es kehren alle wohlbehalten zurück.

Im Stollen

Mittwoch
Auch heute teilen wir uns: Die Mountainbike Freaks drehen eine Runde um den Burgfelsen von Arco und weil sie damit noch nicht genug haben, lassen sie es bis Torbole an der Sarca entlang auf dem Radweg laufen, erklimmen den Monte Brione oberhalb Garda, wo sie voll Verwunderung ein weiteres Kriegsobjekt des 1. Weltkrieges sehen: Über einem Stollen prangt noch immer ganz gut lesbar die Inschrift: 1. Abteilung des Beleuchtungskommandos Nr.4 des k.und k. Artilleriebataillons….. Ein echtes (Wort-)Ungetüm!
Die anderen zieht es zu den Marmorbrüchen oberhalb San Martino. Eine Wanderung die sich wieder ohne Autoanfahrt gestalten lässt. Eigenartig diese Marmorbürche. Sehr schräg die Sache, im doppelten Sinne. Gleich oberhalb der Brüche hängen die Kletterer in Scharen in der Wand, da hat man während der Brotzeit was zum Schauen.
Am Nachmittag feiern wir zusammen Mariano´s Geburtstag: Ganze dreizehn Jahre wird er! Herzlichen Glückwunsch, auch vom (sehr netten) Vermieter, der dem Geburtstagskind eine große Obsttorte spendiert. Lecker, da haben wir alle was davon.

Donnerstag
Es regnet. Mayrs und Schmidbauers machen sich schon mal auf den Weg Richtung Norden, während Lexens und Кlötschens noch ein wenig in Arcos Sportgeschäten bummeln. Während die einen noch zum Ötzi nach Bozen düsen, wandern die anderen anschließend zu den Marmorsteinbrüchen, da sie gestern beim Biken waren.

Dabei waren:
Severin, Vincent , Wolfgang Lex und Silvia König
Moritz, Korbinian, Happe und Gitti Schmidbauer
Mariano, Diana, Hella und Wolfgang Mayr
Anton und Constanze Klotz (Tourenbericht) und Michael Grötsch (Tourenleitung)

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