Skitour auf den Ramkarkopf

Nachdem es diesen Winter zuerst lange nicht kalt war, hat uns nun die frostige Zeit schon zwei Wochen intensiv eingeholt. Mit Minustemperaturen bis 20 Grad (unter Null) „verwöhnt“ uns nun dieses sibirische Hoch schon eine ganze Weile. Aber ein Alpenkranzler lässt sich auch dadurch nicht verschrecken. Schon gar nicht, wenn es auf den Ramkarkopf geht. Was, den Gipfelnamen noch nie gehört?

Wie so oft, gab es kurzfristig noch einige Nachfragen, „ob ned doch noch a Platzerl auf der Skitour frei wäre?“. Andere wiederum waren kurzfristig verhindert. So starteten wir mit neun Personen um 7 Uhr in Altenerding Richtung Kelchsau in den Kitzbüheler Alpen.

Der Wetterbericht prognostizierte für mittags -12 Grad zzgl. (oder abzüglich) Windchilleffekt, gespürt also bis zu -20 Grad. Wir werden sehen. Am Ausgangspunkt machten wir es daher auch kurz. Glücklicherweise hatten alle schon Zuhause im Warmen die Felle aufgezogen. Da halten sie nicht nur besser, sondern auch die Finger bleiben warm. Also nur kurz Skischuhe anziehen, Piepskontrolle und schon ging es los, denn das Thermometer zeigt wirklich -20 Grad. Ob es heute noch wärmer wird?

Mit der Bewegung trat dieser Effekt schnell ein. Als wir nach 30 Minuten in der Sonne standen, war sogar heute der Wunsch nach einer Ausziehpause. Weiter ging es durch wunderschönen Pulverschnee und in angenehmer Steigung. Bei der Neuen Steinhüttenalm machten wir unsere zweite Pause. Von hier sieht man sehr schön Lodron und Wiesboden (beide mit Kreuz). Unser Tagesziel, der Ramkarkopf versteckt sich noch hinter einem Vorgipfel. Er ist sowieso eher unbekannt. Einsam und ohne Kreuz steht er auf dem Verbindungsgrat, der weiter zum Steinbergstein führt. Aber genau deswegen wollen wir ihn aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Auf der anderen Talseite zeigt sich Feldalphorn, Schwaiberghorn, Kreuzspitze sowie ganz hinten Schafsiedel und Salzachgeier und natürlich viele andere mehr.

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Nun hatten wir noch eine knappe Stunde bis zu „unserem“ Gipfel. Oben am Grat blies dann der kalte Ostwind etwas. Aber glücklicherweise nur ganz sanft. Genau um 13 Uhr standen wir am Gipfel. Wir waren uns schnell einig, die Pause wieder zurück zu den Almen zu verlegen. Also Felle abgenommen, Skischuhe festgezurrt und – Halt – noch ein schnell ein Gipfelfoto geschossen und einen Gipfelschnaps getrunken. Dann ging es schon wieder talwärts. Hier wurden wir umso mehr für unsere Mühen und den Mut, bei der Kälte auf Skitour zu gehen, belohnt. Traumhaften Pulverschnee auf festem Untergrund. Irgendwann schickte mich Hans vor und meinte, ich soll eine schöne Spur vorlegen. Dann macht er ein Zöpfchen daraus. Und ich sag Euch, was für ein schönes noch dazu.

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Bei den Almen nahmen wir uns dann Zeit für den gemütlichen Teil. In der Sonne und bei Windstille schmeckte die Brotzeit doppelt so gut. Gestärkt ging es dann nochmals mit vielen Schwüngen ins Tal. Dort ließen wir uns dann noch im Gasthof Fuchswirt Suppe, Kaffee, Kuchen und so exotische Dinge wie Grapefruit-Radler schmecken. Rundum hat es sich trotz der Kälte auf alle Fälle gelohnt, heute auf Skitour zu gehen.

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Mit auf Tour: Peter Dörr, Ralf Kuczera, Hermann Schießl, Hans Buchmann, Renate Bals, Peter Baierl, Anton Altmann, Günther Budil, Michael Kreuz (Tourenführung, Fotos und Bericht)

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