Traumherbst im Antholzer Tal

01.-03. Oktober 2011 – Das freut die vom Schlechtwetter 2011 geschundene Kranzler-Seele: Rechtzeitig zum langen Wanderwochenende im Antholzer Tal stellte sich traumhaftes Herbstwetter ein.

Gähn! Um fünf Uhr geht es schon los … aber der wegen des langen Wochenendes zu erwartende Verkehr lässt uns keine Wahl. Über den Felbertauern und das Defereggental erreichen wir den Staller Sattel, wo unsere erste Tour beginnt.

Morgensonne

Michael und Anton (sie sind schon seit dem Vortag da) warten am Obersee schon eine Stunde auf uns – wir waren mit der Fahrzeit doch etwas zu optimistisch. Aber es hat auch sein Gutes: Als wir losgehen, scheint die Sonne schon in unsere Tour.

Unser heutiges Ziel ist der Hinterbergkofel. Auf der gegenüber liegenden Talseite leuchten Hochgall und Wildgall in der Morgensonne. Schnell wird auch uns warm, und das nicht nur von der Sonne: Der Weg steilt sich dem Gipfel zu merklich auf und lässt uns ordentlich ins Schnaufen kommen.

Belohnt werden wir dafür aber am Gipfel: Ein fantastischer Rundblick ohne den Hauch einer Wolke am Himmel bietet sich uns, von der Rieserferner-Gruppe über den Großglockner bis in den weiten Bogen der Dolomiten. Natürlich machen wir auf der weitläufigen Gipfelwiese ausgiebig Rast.

Rast auf der Gipfelwiese

Der Abstieg verläuft dann wieder am Anstiegsweg. In kurzer Zeit (die nur durch das Einsammeln von Zirbenzapfen ausgedehnt wird) erreichen wir wieder den Staller Sattel, wo wir im „Hexenhäusl“ einkehren und uns mit Getränken für die schöne Tour belohnen.

Am und im Antholzer See

Danach fahren wir (rechtzeitig zur Passöffnung im ersten Viertel jeder Stunde) hinunter ins Antholzer Tal. Manche fahren gleich zum Hotel durch, die anderen unternehmen noch eine Wanderung am idyllischen Antholzer See. Ein sehr guter Eiskaffee im Seerestaurant rundet die Tour ab, bevor auch wir ins Hotel Bruggerwirt nach Antholz-Mittertal fahren.

(Tipp des Tourenleiters für Nachahmer: Das Hotel Bruggerwirt von Simon und Adriana Niederkofler ist sehr sauber, die Wirtsleute sehr nett, die Zimmer und das Essen gut und der Preis einwandfrei. Wer hinfährt: Bitte Grüße von Hans ausrichten!).

Der nächste Tag führt uns auf einen der schönsten Aussichtspunkte des Antholzer Tals, den Rammelstein. Sonja will heute einige Arbeiten erledigen und Karola kränkelt: So ziehen wir heute nur zu zehnt los. Und wir „10 kleinen Negerlein“ werden dann auch noch schnell weniger … zunächst fahren wir zwei Kilometer die Straße hoch bis zum Ausgangspunkt über Waldrast. Von hier zieht der Weg sofort sehr steil in Richtung Grente-Alm hoch, und die Steigung wird kaum einmal nachlassen. Anscheinend liebt der Antholzer die direkten Wege; das Wort „Serpentine“ jedenfalls scheint ihm fremd zu sein. So fließt ordentlich der Schweiß – und dann auch Blut: Einem Teilnehmer ist im Auge eine Ader geplatzt, eine riesige Blutblase im Auge ist die Folge. Wir verbinden ihn behelfsmäßig, dann steigen Michael und Matthias zusammen mit ihm zum Parkplatz ab, von wo ihn Matthias ins Krankenhaus fährt.

Intermezzo: Der Arzt im Krankenhaus diagnostiziert, dass die Augenverletzung lange nicht so schlimm ist, wie sie aussieht. Dennoch ersparen wir Euch aus Gruselgründen hier ein Foto von dem Auge … Matthias und unser Patient können am Nachmittag jedenfalls wieder zusammen mit Karola (ja, auch die ist wieder fit) und Sonja zur Grente-Alm aufsteigen. Danke an Matthias, Michael und Constanze für die tolle Unterstützung und Mithilfe!

An der Grente-Alm

Wir erreichen die Grente-Alm; statt des eigentlich gewünschten Kaffees gönnen wir uns erst mal eine Hollerschorle. Der „freundliche“ Almwirt teilt uns nämlich mit, dass er hier kein Vollsortiment hat: „An Kaffee gibt’s im Tal, do gibt’s a Bier“. Nachdem Michael wieder zu uns gestoßen ist, gehen wir weiter Richtung Gipfel.

Auf dem Weg zum Rammelstein

Nach einer Senke steilt sich der weitere Weg auf; über gut zu gehendes Blockwerk erreichen wir schnell Höhe. Kurz darauf stehen wir auch schon am Gipfel. Die Vorschusslorbeeren für die Aussicht waren nicht falsch: Wir sind überwältigt vom fantastischen Panorama.

Nach ausgiebiger Rast steigen wir wieder ab zur Grente-Alm – und da sitzen auch schon unser Patient und seine Begleitung. Sehr gutes Timing (nur deshalb hat wohl Matthias eine Ehrenrunde von Bruneck ins Ahrntal gedreht). Der Almwirt ist weiterhin „freundlich“ und verteilt Getränke und Portionsgrößen nach Gusto. Schmecken tut’s trotzdem!

Wir steigen nun ab, und wer es beim Raufgehen nicht gemerkt hat, dem sagen es nun die Oberschenkel und Knie: Der Weg ist wirklich sehr steil … aber alle kommen wohlbehalten am Parkplatz an, von wo wir wieder zum Hotel fahren, während das Licht der Nachmittagssonne in das Antholzer Tal leuchtet … zum Heulen schön!

Der nächste und leider schon wieder letzte Tag bringt uns auf die Rote Wand. Wir starten wieder am Staller Sattel. Da wir früh dran sind, ist es noch recht kühl. Erst als dann die Sonne in das Agst-Tal und damit in unseren Aufstieg scheint, wird es wärmer. Wir treffen eine kleine Herde zum Teil weißer Yaks, die wir aus der Ferne zunächst für Schafe galten hatten; fotogen stellen sich zwei davon zum „Gruppenfoto“ auf.

Yaks beim Gruppenfoto

Der schöne Aufstieg am Agst-Bach entlang führt uns zunächst zum Agsttaler See, wo wir eine kleine Pause einlegen. Von dort geht es dann weiter zum erst spät sichtbaren Gipfel der Roten Wand, die über einen kurzen und harmlosen Schlussgrat erstiegen wird. Lange genießen wir die Aussicht und freuen uns über die sehr gut gemachte Info-Tafel, auf der die umliegenden Berge (und es sind sehr viele!) eingezeichnet sind.

Unterwegs zur Roten Wand

Wir entschließen uns zu dem sehr steilen Abstieg nach Norden hinunter. Die teilweise harten Schneefelder im oberen Teil fordern unsere Aufmerksamkeit neben dem losen Schotter zusätzlich, aber letztlich ohne Probleme erreichen wir wieder gutes Gehgelände.

Abstieg vom Gipfel

Wir entscheiden uns dann, zur Steinzger-Alm zur Brotzeit abzusteigen. Eine sehr gut geführte Hütte mit sehr netten Wirtsleuten (es gibt also nicht nur grantige). Sehr guter Kaiserschmarrn und ebensolcher Apfelkuchen, gemischt mit diversen Getränken, belohnen uns für die Tour.

Herbstfarben

Wir steigen ein Stück ab, bevor unser Wanderweg hinaufführt zum Staller Sattel. Der herrliche Sonnenschein lässt die zum Teil schon gelb gefärbten Lärchen aufleuchten. Ein würdiger Abschluss der drei Tage … am Staller Sattel verabschieden wir uns – und freuen uns auf die nächsten schönen Touren mit dem Alpenkranzl.

Alle beinander

Dabei waren: Günther Budil, Monika Hofer, Ingrid Huber, Michael Grötsch, Constanze und Anton Klotz, Sepp Kirmair, Matthias Adelsberger, Karola Rübensaal, Elisabeth Hornburger, Sonja Schupsky
Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr

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2 Antworten zu Traumherbst im Antholzer Tal

  1. Moni sagt:

    Lieber Hans,
    für diese wunderbare Bergfahrt und ebensolchem Bericht herzlichen Dank – was für ein gelungener Saisonabschluss!

    Herzliche Grüße auch an die supernette Wandergruppe!

  2. Elisabeth Hornburger sagt:

    Lieber Hans,
    der Komentar kommt zwar etwas spät, aber Du weisst ja, dass ich meinen Computer aufgearbeitet hatte.
    Ich möchte mich für die schönen Tage im Antholzer Tal bei Dir und der netten Gruppe bedanken.
    Viele Grüße
    Elisabeth

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