Kellerjochrunde im Zillertal

10.10.2010, mit Hans Pirsch – Kalt ist es und dunkel! Trotzdem treffen sich 6 Radlfahrer am Altenerdinger Bahnhof und brechen auf zur Tour ins Zillertal. Staufrei und in einer überraschend kurzen Zeit erreichen wir die Talstation der Spieljochbahn in Fügen.

In aller Ruhe wurden die Räder hergerichtet, der Rucksack gepackt und es war immer noch Zeit, in einem Hotel neben der Bahn einen großen Cappuccino zu genießen. Dann erst um 9.30 Uhr erreicht uns der Rest der  Gruppe. Sechs Mann waren schon am Samstag unterwegs und hatten im Zillertal übernachtet. Und nun machten wir uns gemeinsam auf den Weg.

Einsam und gedämpft durch den schier undurchdringlichen Nebel  zog sich der Weg an der St. Pankraz Kapelle über die Ausläufer des Kupfernbergs entlang ins Finsingtal. Auf 18 Km standen nun rund 1000 Hm vor uns. Träge im Nebel lag das lange Tal und erst kurz vor Hochfügen konnte die Sonne den Nebel verdrängen.

Sonnenkinder

Ein strahlend blauer Himmel empfing uns. Immer wieder wurde die Fahrt unterbrochen, wir genossen nun einfach nur die Aussicht und die wärmende Sonne. Über den Loassattel erreichten wir dann zügig den Alpengasthof Loas. Der Schnitzelwirt vom Zillertal, bekannt für riesige Schnitzel! Leider hatten diese Idee noch zig andere Bergwanderer (Auto- und Busfahrer!) und so mussten wir fast 1,5 Stunden auf unsere Schnitzel warten. Die riesige Portion entschädigte aber die Wartezeit und um 14.00 Uhr saß dann jeder vor seinem gut gefüllten Teller. Sigrid fühlte sich ein wenig von der Masse überfordert, gut dass Peter mit an dem Tisch war. Trekkingtouren im Himalaya machen nachhaltig Hunger und Peter erfreute sich an der fast doppelten Portion Kohlenhydrate.

Naja, so um 14.30 machten wir uns wieder auf den Weg, wohl wissend, dass nun noch eine gute Tagestour mit rund 45 Km und nochmal über 1000Hm vor uns lag. Flott radelten wir vorbei an der Grafenaste durch den Bruderwald, immer bergab Richtung Inntal. Fantastische Ausblicke ins gegenüberliegende  Karwendel bremsten unser Fahrt.

Die nächsten 500 Hm führten uns auf den Mehrerkopf. Wir erreichten  somit zum zweiten Mal heute die Baumgrenze. Eine lange Abfahrt zog sich hinunter nach Hof. Weit im Westen ging die Sonne nun langsam unter, kalt wird’s in dem schattigen Wald. Trotzdem wird immer wieder gehalten, um tolle Fotos zuschießen, wie Manche durch Bäche rollen oder andere über kleine Stege.

Wege über Stege

Ab und zu folgt auch ein deftiger Witz, die Gruppe passt zusammen! Es geht weiter bergab, ruhige kleine Ortschaften wie Hochgallzein, Obertroi und Untertroi reihen sich aneinander. Fast scheint es, als sei hier die Zeit stehengeblieben. Von der Nähe des Inntals spürt man nichts. Hinter Untertroi biegt der Weg in den Wald ab, bäumt sich unvermittelt noch ein paarmal auf. Steilste Rampen lassen fast alle fluchen „nimmt das heute gar kein Ende mehr!“

Doch plötzlich leitet uns eine abschüssige Asphaltstraße ins Inntal. Die Zivilisation hat uns wieder eingeholt. Heftiger Gegenwind auf dem Inntalradweg lässt uns schier verzweifeln.  Dann, ab der Abzweigung ins Zillertal, wird’s ruhiger. In einem rasanten  Tempo rollt die ganze Gruppe in der beginnenden Dämmerung Richtung Süden. Ganz im Hintergrund leuchten die großen, weißen Schneeberge des Alpenhauptkamms im letzten Tageslicht. Ein Lächeln im Gesicht, Adrenalin pur im Blut und jetzt noch ein paar Tage Zeit, jede(r) würde weiterrasen Richtung Südtirol!

In Fügen hat die Raserei abrupt ein Ende, noch schnell wird ein letztes Gruppenfoto geschossen und dann werden im Dunkeln die Räder verpackt. Müde Gesichter schauen sich an, saukalt ist`s auf einmal. Im „McDonalds“ in Fügen taut die ganze Gruppe wieder auf.  Hamburger, Pommes, Kaffee, die Körper saugen Fett und Zucker einfach auf. Es wird wieder warm und mit viel Gaudi und Hallo verabschiedet man sich weit nach 20 Uhr und verspricht, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

Starke Truppe

Kompliment an eine starke Truppe, die sich mittlerweile zusammengefunden hat, und die die Tour mit knapp 60 Km und über 2200 Hm (!) mit Bravour meisterte.

Mitgefahren sind: Sigrid Beisegel, Christoph Baumann, Klaus Bertz, Andreas Just, Peter Kruber, Manfred Schobin, Edwin Volker, Günter Bitzer, Thomas Baumeister, Jürgen Meyer, Ralf Kuzcera
Tourenleitung und Bericht:Hans Pirsch

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