Auf der Spitzingrunde

13.-15.7.2018, mit Werner Kienastl – Unser Ausgangspunkt war der Wanderparkplatz Bodenschneid in Neuhaus/Schliersee.

Gut eingecremt, mit Sonnenbrille und kurzer Hose ausgestattet, gingen die fünf Kranzlerinnen mit ihrem Tourenleiter zur Infotafel Dürrnbach, auf der der Verlauf und die Entstehung der Bockerlbahn erklärt wurde:
„1919 mussten nach mehreren Stürmen die ca. 300 TS umgestürzten Bäume an dem südlichen Hang der Rotwand, Valepp und des Pfanngrabens abtransportiert werden. Zu diesem Zweck wurde eine 12 km lange Bahnstrecke von Fischhaus/Neuhaus über den Spitzingsattel weiter zum Endpunkt Waitzinger Alm gebaut. Diese Bockerlbahn (6 Lokomotiven) wurde mit Holz befeuert.“

Der Weg führte uns nun durch Neuhaus zu den Josefstaler Wasserfällen

Josefstaler Wasserfälle

und angenehm kühl entlang des Hachelbaches empor zur Spitzingstraße und weiter zur Jägerbauernalm. Dort amüsierten wir uns noch mit einem schwarzen Schwein, einem geschorenen Alpaka und dem bunten Hahn.

Bergmanndl

Unseren ersten Gipfel, den Jägerkamp erreichten wir 30 Minuten später. Hier genossen wir bei einer kleinen Brotzeit den gigantischen Rundumblick.

Jägerkamp (1.746m)

Unser nächstes Ziel, den Rauhkopf eroberten wir nach weiteren 200 Höhenmetern und hier erblickten wir das Taubensteinhaus – unseren Endpunkt des heutigen Tages. Dort angekommen, belegten wir unser Nachtlager und unternahmen nach dem Abendessen noch einen Verdauungsspaziergang Richtung Taubenstein, wo wir die abendliche Sonne genossen.

Nähe Taubensteinhaus

Am Samstag nach dem Frühstück war es bereits angenehm warm, aber vom Westen schoben sich immer wieder dunkle Wolken heran.

Taubensteinhaus

Die üppig blühenden Wiesen vor den Kleintiefentalalmen sind auch für Murmeltiere ein idealer Spielplatz und es dauerte nicht lange und wir entdeckten einen Artgenossen, der sich durch uns nicht stören ließ. Weiter an einer eine glockenschwingenden Kuhherde vorbei, erreichten wir den Miesingsattel, wo wir eine junge Sennerin beobachteten, wie sie ein ganzes Rudel Schafe unterhalb der Rotwand zu sich heranlockte, um ihnen Futter und Salz zu geben. Zwischen Rotwand und Ruchenköpfe wanderten wir mittlerweile wieder unter strahlender Sonne und der üppigen Vegetation auf einem schmalen Bergpfad.

Am Rotwandhaus angekommen, deponierten wir die Rucksäcke und stiegen leichten Fußes zum Rotwandgipfel empor.

Rotwandhaus

Diese Rundumsicht genossen wir mit vielen anderen Ausflüglern. Nach einer Stärkung am Rotwandhaus stiegen wir zur Albert-Link-Hütte ab, wo wir die nächste Nacht untergebracht waren.

Zur Albert-Link-Hütte

Hier saßen wir noch lange auf der Terrasse und ratschten in der Abendstimmung.

Albert-Link-Hütte

In der Nacht gab es wohl einen Regenschauer, da am Morgen die Tische noch nass waren. Aber diese trockneten bald unter der warmen Sonne.

Da zu einer Genußwanderung auch eine Bergbahnfahrt gehören soll, entschlossen wir uns kurzer Hand, die Stümpflingbahn zu benutzen. Vom Stümpfling ging es nun hinüber zur Bodenschneid.

Bodenschneid (1.630m)

Wir ließen unsere Blicke über Spitzing-, Schlier- und Tegernsee schweifen.

Blick zum Tegernsee

Hier konnten wir den Weg der vergangenen Tage nochmal Revue passieren lassen. Schweren Herzens verließen wir diese gigantische Aussichtskanzel und stiegen zum Bodenschneidhaus ab.

Skabiose mit Blutströpfchen

Während einer Brotzeit bemerkten wir die immer wiederkehrenden dunklen Wolken am Horizont. Ein grollender Donner hinter der Rotwand veranlasste uns schließlich zum Abstieg. Am Parkplatz in Neuhaus angekommen, zeigte sich der Himmel wieder von seiner bayerischen, weißblauen Seite.

Eine kurzweilige Dreitagestour in traumhafter Kulisse und üppig blühender Flora unserer bayerischen Heimat ging zu Ende.

Teilnehmer: Schmidt Beate, Weber Pauline, Schmitt Petra, Faltermaier Irmgard, Ottmann Christa, Werner Kienastl (Leitung, Bericht und Fotos)

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