Petition: Erhalt der Alleen im Landkreis Erding

Die Alleen im Landkreis Erding gehören zu den schönsten von Menschen geschaffenen Naturdenkmälern. Oft rollen wir mit unseren Radlgruppen durch diese Schönheiten – die nun leider von Abholzung bedroht sind. Bitte unterstützt deshalb die Petition zum Erhalt dieser Alleen!

Abgabe der Unterschriftenlisten in der BN-Geschäftsstelle, Hofmarkplatz 4, 85435 Erding, bis spätestens zum 13.9.2017.

Petition-Lindenallee-Unterschriftenliste

Abholzung verhindern!


Bayerischer Landtag
Maximilianeum
81627 München

Petition an den Bayerischen Landtag: Erhalt der Alleen im Landkreis Erding

Sehr geehrte Damen und Herren
des Petitionsausschusses des bayerischen Landtags,

der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Erding möchte folgende Petition nach Artikel 115 Absatz 1 Bayerische Verfassung an den bayerischen Landtag richten:

Der bayerische Landtag wirkt auf das Landratsamt Erding und das staatliche Bauamt als zuständige Straßenbaubehörden ein, den Erhalt des Naturdenkmals „Lindenallee zwischen Wartenberg und Schröding“ im Landkreis Erding in einem guten ökologischen Zustand zu sichern. Gefährdete Bäume sollen geschützt werden.
Alle bisher gefällten Bäume sollen durch Nachpflanzungen an gleicher Stelle ersetzt werden.

Begründung:

Zwischen den Jahren 1904 und 1906 wurden über 300 Linden an der Straße zwischen Wartenberg und Kirchberg gepflanzt.
Die Linden entwickelten sich zu einer einzigartigen Allee mit bis zu 3,6 m mächtigen Stammumfängen. Im Jahre 1982 wurde die Allee dann als Naturdenkmal geschützt.
1985 wurden durch Altlandrat und Kultusminister a.D. Prof. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair 60 neue Linden gepflanzt, um die damals bestehenden Lücken zu schließen.
2007 feierten mehrere tausend Menschen das hundertjährige Jubiläum der Allee .

Alte Linden beherbergen eine wertvolle und seltene Fauna, die auf die Allee angewiesen ist: So etwa div. Fledermäuse und Vögel (Spechte, Kleiber, Baumläufer u.a.), seltene Käfer wie Lindenprachtkäfer, Balkenschröter u.a.m..

Diese Allee ist fast einzigartig in Oberbayern und gehört zu den wenigen noch fast komplett erhaltenden großen Alleen in Bayern. Zudem ist die Allee prägend für das Landschaftsbild des östlichen Landkreises Erding. Sie vermittelt Kultur und Heimat.

In den letzten Jahren wurden mit der Begründung Verkehrssicherungspflicht zahlreiche Bäume entfernt und massive Rückschrittmaßnahmen durchgeführt, die den ökologischen Wert und Charakter der Allee erheblich beeinträchtigen. Ökologische Erfordernisse wurden nicht berücksichtigt. Diese Lücken wurden jedoch nicht wieder bepflanzt, noch wurden Maßnahmen zum Schutz der Bäume und zur Verbesserung der Vitalität der verbliebenen Bäume getroffen. Als Grund wurden u.a. die neuen Vorschriften des RPS angeführt, die höhere Mindestabstände von Neuanpflanzungen an Straßen vorschreiben.

Die zuständigen Behörden kommen hier Ihrer Verpflichtung zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität nicht nach.
Naturschutzverbände oder die Öffentlichkeit wurden vor Fällungen ohne dass Gefahr im Verzug wäre, rechtswidrig nicht beteiligt.

Aufgrund der hohen ökologischen Bedeutung und Einzigartigkeit der Allee, des hohen Schutzstatus und der geringen Unfallzahlen (laut Polizeibericht ereigneten sich in den letzten 5 Jahr keine Unfälle mit Personenschäden) sind die Petenten der Meinung, dass auf die üblichen Mindestpflanzabstände verzichtet werden kann. Bei bestehenden Alleen kann davon abgewichen werden. Darüber hinaus ist es eine gesamtstaatliche Aufgabe, Naturdenkmäler zu schützen und zu erhalten.
Die Unterzeichner bitten deshalb um Ihre Unterstützung:
• Keine weiteren Fällungen.
• Nachpflanzungen der gefällten Linden.
• Anwendung alternativer Maßnahmen zum Erhalt und der Förderung der Allee.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Betzmeir
Kreisvorsitzende BUND Naturschutz Erding
Vorstand der Kreisgruppe

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