Auf der Nussingrunde

04.-06.08.2017, mit Rainer Pollack – Glück war an diesem Wochenende angesagt, denn der Wetterbericht meldete labiles Bergwetter mit hoher Gewitter- und Unwettergefahr. Am späteren Freitagnachmittag fuhren alle mit Christoph nach Osttirol. Ingrid gabelten wir in Raubling am Pendlerparkplatz auf. Es war relativ viel Verkehr und so war es kurz nach acht Uhr, ehe die Gschildalm erreicht wurde.

Nach einer kleinen Brotzeit hieß es, schnell in die Lagerbetten zu fallen, da bereits für fünf Uhr in der Früh wecken angesagt war. Rainer war da gnadenlos und nach einem kurzen Frühstück fuhr man zum Ausgangspunkt nach Stein (1.320 m) oberhalb Matrei in Osttirol.

Es war bereits ziemlich warm, aber noch stark bewölkt. Immer wieder zogen Nebelschwaden durch. Davon ließen sich die Teilnehmer der Nussing-Runde aber nicht abschrecken. Um 6:30 Uhr ging´s los und gleich in ziemlich steilen Serpentinen durch Lärchenwald hinauf zur Hoanzer Alm (Innere Steiner Alm), die man nach einer guten Stunde erreichte. Die Sonne ließ sich noch nicht blicken und die tief hängenden Wolken der nächtlichen Regenschauer ergaben interessante Fotos für die Fotografen. Auch manche Blume wurde vor allem von Heinz fachkundig „eingefangen“.

Nicht mehr ganz so steil ging es dann weiter durch lichten Hochwald ein kleines Steiglein in stetem Auf und Ab bis zur Kessler Alm (1.930 m), die man nach weiteren 1 ¼ Stunden erreichte. Nun konnte man die ersten Sonnenstrahlen sehen, allerdings war der Aufstiegshang noch im Schatten. Die Herausforderung stellte nun der mit gefühlten 100 Serpentinen versehene Aufstieg auf dem Karl-Jirsch-Weg zur Nussingscharte dar. Gegen 11:15 Uhr wurde diese nach abwechslungsreichem Aufstieg erreicht (2.739 m).

Nussingscharte

Auf der Südseite der Scharte hielt sich dichter Nebel. Dennoch ließ man sich eine kurze Mittagspause von einer knappen halben Stunde nicht nehmen. Über ein Schotterfeld und die Wiesen der Steiner Alm, die mit vielen Schafkugerln versehen war, gelangte man gegen 12:30 Uhr zum „Wolkenhaus“ der Sudetendeutschen Hütte (2.650 m).

Kurz vor der Sudetendeutschen Hütte

Die Experten diskutierten nun heftig, ob 1.400 oder 1.700 Höhenmeter im Aufstieg zurück gelegt wurden. 1.600 Hm kann man sicherlich gut vertreten. Nun rissen die Wolken auf und die Sonne kam zum Vorschein. Nach einer weiteren Mittagspause auf der Hütte konnte der Nachmittag frei gestaltet werden (z.B. Sonnen vor der Hütte). Den Gradötz (3.063 m) hätte man sicherlich noch dranhängen können, allerdings wären es dann über 2.000 Hm geworden und übertreiben soll man ja bekanntlich nichts. Nach dem Abendessen gab es ein fürchterliches Gewitter mit Hagel, Windböen und Regen ohne Unterlass, das z.B. im Kalser Tal, aber auch an der Felbertauernstraße großen Schaden anrichtete.

Am Sonntag regnete es ohne Unterlass bis gegen 8 Uhr. Rechtzeitig nach Beendigung des Frühstücks hörte es auf und die Sonne kam zum Vorschein. Allerdings waren die hohen Gipfel alle in Nebel gehüllt. Daher wurde beschlossen, aufgrund der unsicheren Witterung direkt nach Stein über die Äußere Steiner Alm abzusteigen und auf den Gradötz zu verzichten, was sich im Nachhinein als kluge Entscheidung herausgestellt hat.

Gegen 8:15 Uhr begann der Abstieg und man konnte auch die Unwetterschäden am Weg und am Talboden der Steiner Alm hautnah erleben. In der Äußeren Steiner Alm wurde eine kurze Einkehr auf der Terrasse gehalten. In vielen Kehren ging es dann hinunter nach Stein zum Auto (11:30 Uhr). Die mehr als 1.300 Höhenmeter Abstieg waren ein ganz schöner Knieschnaggler. Im Matreier Bauernladen wurde dann noch eingekauft, in der Gschilder Alm bei neuerlichem Gewitter und Dauerregen Brotzeit gemacht, ehe im Dauerregen zurück nach Walpertskirchen/Erding gefahren wurde.

Die Nussing-Runde war anstrengend, die Sudetendeutsche Hütte ein herrlich gelegenes „Wolkenhaus“ mit neuen Hüttenpächtern, die ihr Leid über die Schwierigkeiten der Bewirtschaftung klagten und eine Tour, bei der man den diversen Regenmöglichkeiten mit Glück gut ausweichen konnte.

Teilnehmer: Christoph, Heinz, Martin, Ingrid
Tourenleitung: Rainer Pollack

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