Klettersteigkurs in Arco

25.-28.05.17, mit Michael Kreuz – Tag 1 – Einstieg zum Ferattisti – Nachdem wir uns um 5 Uhr morgens in Altenerding getroffen haben, starteten wir auch schon Richtung Süden nach Arco am Gardasee. Wir, das sind 8 Kranzler und unser Kursleiter und Tourenführer Michael Kreuz. Im warmen Süden angekommen gab’s erstmal eine kleine Theorieeinheit für uns Klettersteig-Neulinge.

Jetzt kann´s los gehen

Am Nachmittag gings auch schon los mit dem allerersten Klettersteig: Sentiero del Colodri. Nach einigen Meter Zustieg auf einem Wanderpfad kamen wir zum Wandfuß. Dort schlüpften wir in die Gurte und führten wie kurz vorher gelernt selbstverständlich auch den Partnercheck durch. Dann ging es auch schon ans Stahlseil.

Partnercheck

Anfangs gings bergauf und wir sind, eng an der Felswand, an Stufen und Felsvorsprüngen in die Höhe geklettert. Damit war der erste, gut zu schaffende Teil bewältigt und wir sind erstmal in leicht schwindelerregender Höhe weiter gegangen. Weiter ging es mit sogenannten „Platten“. Wir sind quer den Fels entlang geklettert und mussten aufpassen, dass wir nicht abrutschen.

Hinauf

Das letzte Stück war schon schwieriger, denn wir mussten ein Steilstück an Trittbügeln hochklettern.

geschafft

Dafür wurden wir danach mit einer tollen Aussicht auf die Burgruine, das Sarca-Tal und den Gardasee belohnt. Ein weiterer kurzer Anstieg und wir waren am Gipfelkreuz, wo es eine Brotzeit gab.

Colodri

Am Abend konnten wir alle, mit einer Kugel Eis in der Hand, auf das leuchtende Gipfelkreuz schauen und waren stolz wie weit wir schon am ersten Tag oben waren.

Tag 2 – Ferrata Fausto Susatti und Mario Folletti

Bei herrlichem Wetter fahren wir am zweiten Tag Richtung Val di Ledro durch das Rocchetta Massiv nach Biacesa. Unser Ziel ist heute der Cima Capi (909m).

Gardasee-Riva

Bis zum Einstieg der Ferrata Fausto Susatti gehen wir ca. 1,5 Stunden auf dem schmalen Pfad Sentiero Dei Bech und meist im Schatten und teilweise kurz steil bergauf.

Sentiero

Von dort klettern wir auf alten Kriegssteigen. An den alten Befestigungen aus dem 1 Weltkrieg ist gut zu erkennen, woher dieser Klettersteig seinen Ursprung hat.

Aussicht

Anpacken

Über einen kurzen Höhenweg erreichen wir den Gipfel des Cima Capi und werden mit einer herrlichen Aussicht auf den Gardasee belohnt.

Cima Capi

Nach einem kurzen Trink- und Fotostop ging es weiter durch Scharten zum Klettersteig Mario Foletti. Dieser hat eine markante Platte, die gequert werden muss.

Quergang

An einer Schutzhütte lassen wir uns unsere selbst mitgebrachte Brotzeit, mit schönem Blick auf das Ledrotal, schmecken. Nur schade, dass heute niemand ein erfrischendes Getränk verkauft. Der ca. 2 stündige Abstieg auf dem Sentiero delle Laste mit einigen Klettersteigpassagen ist sehr grobsteinig und teilweise steil. Am Ortseingang Biacesa gibt es eine eiskalte Abkühlung am Dorfbrunnen. Gleich danach finden wir eine kleine Bar für ein kühles Bier, oder Cafe und Kuchen (oder alles zusammen 😉 )

Tag 3 – „Königsetappe“: Kunst-Klettersteig „Ferrata Artpinistico delle Niere“ und Mutprobe in der „Ferrata Rio Sallagoni“

Nachdem wir gestern Abend in einem schicken Restaurant in Arco gut speisten, sollte es heute ebenso stilvoll weitergehen. Dementsprechend wählte unser Tourenführer den Klettersteig „Ferata Artpinistico delle Niere“, in dem Örtchen Preore, aus. Was wir Teilnehmer nicht wussten ist, dass dieser Klettersteig unsere „Königsetappe“ werden würde.

Sonne, Temperaturen um die 30 Grad, verunsichern, ob denn die Getränkevorräte ausreichen würden. Insgeheim entsteht der Wunsch, einen Kiosk für durstige Klettersteig-Besucher zu eröffnen. Wo die vermutlich beste Stelle sei, das würde sich ja im Verlauf der Tour noch ergeben.

Kiosk

Von unserem Hotel/Pension aus erreichen wir nach ca. 30 Min. den Parkplatz Croz dell Niere. Unterhalb des Klettersteigs befindet sich ein beliebter Klettergarten. Nach einer zehn-minütigen Aufwärmphase (Zustieg) stehen wir vor einer senkrechten Wand.

Ob unser Ausbildungsstand den Herausforderungen gewachsen ist? Doch Michael erklärt uns, dass der steile Einstieg der Kategorie C für uns machbar sei und absolute Anfänger (was wir zwischenzeitlich nicht mehr sind) einfach abschrecken soll. Und wenn alle Stricke reißen, wäre ja er auch noch dabei und würde unterstützen.

Gut gemacht

Tatsächlich meistert unsere Truppe diese erste Passage. Weiter geht es mit einigen C-Stellen. Dabei lenken uns immer wieder die neu zu entdeckenden, wirklich gelungenen Kunstwerken ab.

gut behütet

wurmige Felswand

Nach etlichen Anstrengungen in der prallen Sonne erreichen wir `ihn´ endlich: Unseren Rastplatz und zugleich der ideale Standort für Karl-Heinz´s Kiosk-Traum. Schlag 12 Uhr kann sich unser Coach Michael im Chefsessel (von uns …?) ausruhen.

High Noon 1

High Noon 2

Der weitere Verlauf der Tour entspricht der Einordnung A bzw. B mit noch einer C Stelle.

Immer weiter

Am Ausstieg angekommen, sind wir von dem Einfallsreichtum der Erbauer dieses Klettersteigs fasziniert. Nicht weniger als 30 Kunstwerke verstecken sich im/am Fels und vermitteln durchaus den Eindruck in einem Museum der Kunst gelandet zu sein.

Schönheiten

Michael´s Lob nehmen wir gerne zur Kenntnis und lassen uns noch auf ein weiteres Abenteuer an diesem Tag ein.

Nach einer Mittagspause fuhren wir zurück Richtung Arco, bogen aber beim kleinen Ort Dro ab. Der anvisierte Klettersteig „Ferrata Ro Sallagoni“ zieht sich durch eine wildromatische Schlucht unter dem Castel Drena.

Einstieg zum Rio Sallagoni

Teils überhängend (C) hangeln wir uns direkt über dem Wildbach im Klettersteig entlang.

Langer Arm?

Der Gedanke an Sommerhitze will bei uns nicht so recht aufkommen. Bis zur lichten Schluchtmitte sind unsere Arme lang und die Beine verschrammt.

Schön langsam

Doch erst jetzt wartet auf uns die ultimative Herausforderung: Eine aus drei Drahtseilen bestehende, locker gespannte Hängebrücke (20 m) muss überwunden werden.

Seilbrücke

Mit Michael´s kompetenter Anleitung bestehen alle Alpenkranzler/-innen diese Mutprobe mit Bravour. Wir sind uns einig: So viel Tapferkeit muss mit Kaffee bzw. Bier belohnt werden. Um schmerzenden Beinen bzw. leichter Erschöpfung entgegen zu treten, beschließen drei Tourenteilnehmer/-innen die Autos aus dem Tal zu holen.

Ein anstrengender Tag, der uns aber grandiose Eindrücke beschert. Michael: Nochmals herzlichen Dank für die perfekte Auswahl/Betreuung!

Tag 4 – Abschluss am Burrone Giovanelli

Am letzten Kurstag fuhren wir zurück bis Mezzocorona. Dort gibt es den Klettersteig Burrone Giovanelli, der durch eine Schlucht führt. Glücklicherweise war der Aufstieg an diesem heißen und sonnigen Sonntag in der kühlen Klamm sehr erträglich. Gleich zum Einstieg erwartet uns eine lange Leiter. Inzwischen ist das für alle kein Problem, so dass niemand den Notausstieg wählen muss. Löblich von den Erbauern, hier nochmals an die Rückrufaktion zu erinnern und sogar ein Verzeichnis an die Wand zu hängen. Aber warum erst hier?

Rückrufliste

Wobei notwendig wäre es ja. Zwischendurch überholt uns doch sogar jemand mit einem mindestens 20 Jahre alten Y-Klettersteigset, was überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist.

Weiter geht es abwechselnd mit Gehpassagen und gesicherten Abschnitten bis zum nächsten Aufschwung.

Auf der anderen Seite der Klamm geht es nun weiter.

Vom Ausstieg bis zum Rastplatz an einer Waldlichtung mit Grillplätzen sind es nur noch gut 15 Minuten. Dort gibt es zuerst Brotzeit und dann Siesta.

Den krönenden Abschluss des Kurses bildete dann die letzte Kaffee- und Kuchenpause mit anschließender Talfahrt in der Seilbahn.

Danach ging es mit einigen Staus auf der Strecke in Richtung Heimat.

Teilnehmer: Hans Buchmann, Christa Perleb, Kerstin Schober, Ferdinand Pommer, Dominik Brunke, Elena und Martina und Karl-Heinz Till, Michael Kreuz (Kursleiter und Tourenführer)
Bericht: Elena Till, Martina Till, Christa Perleb, Dominik Brunke, Michael Kreuz

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