Genusstouren in der Wildschönau

23.10.2016, mit Hans Sterr – Eine wunderbare Herbsttour unternahmen 13 Kranzlerinnen und Kranzler in der Wildschönau – auch wenn wir vor lauter Einkehren fast nicht mehr zum Wandern gekommen wären.

Die Tour startet mit kleinen Problemen: Zwei Teilnehmerinnen sind nicht am vereinbarten Treffpunkt in Mühltal am Eingang zur Kundler Klamm in der Wildschönau. Nach einer Viertelstunde Wartezeit bricht die Gruppe aber trotzdem auf; hilft ja nix.

Der Drache, der Sauhund

Der Drache, der Sauhund

Am Eingang zur Klamm begegnen wir dem Drachen, der für die Entstehung der Klamm verantwortlich ist (lasst Euch nix einreden von wegen Erosion und Bergstürzen und so). Die Wahrheit ist natürlich wie in der Sage geschildert: Früher war die Wildschönau ein See, in dem die Einheimischen viele Fische fangen konnten. Nur ein Drache störte, weil er den Fischern ihren Fang wegfrass, und so beschlossen sie, ihn zu töten. Was zwar auch gelang – aber im Todeskampf biss der Drache die schützende Felswand weg, wodurch die Klamm entstand.

Am Eingang zur Klamm

Am Eingang zur Klamm

Der See lief aus, und so ist die Wildschönau heute trockenes Almgebiet. Wer noch einen Beweis für die Richtigkeit der Geschichte braucht: Das Gestein entlang der Klamm ist teilweise ganz rot – gefärbt vom Blut des Drachen (also nix da mit eisenhaltiges Gestein und so wissenschaftlichem Schmarrn!).

In der Klamm

In der Klamm

Wir wandern die schöne Klamm hinunter – und treffen nach einer Dreiviertelstunde auf die beiden vermissten Teilnehmerinnen. Sie sind statt zum oberen Ende in Mühltal zum unteren Ende der Klamm in Kundl gefahren. Tja, nicht nur die Wurst hat zwei Enden …

Herbst am Fels

Herbst am Fels

Wir setzen die Wanderung nun gemeinsam fort und kommen am Kundler Ende zur dort gelegenen Gastwirtschaft. Schnell fällt die Entscheidung, dort gleich einmal zu Kaffee und Kuchen einzukehren. Und weil es eh ein wenig zapfig ist – höchstens  fünf Grad – kann ein wenig Aufwärmen auch nicht schaden.

Durchschlupf

Durchschlupf

Nach dieser ersten, eigentlich ungeplanten Einkehr machen wir uns auf den Rückweg, nun wieder die Klamm hinauf. Die höher gestiegene Sonne beleuchtet nun weitere Einschnitte der Klamm und uns wird auch etwas wärmer. Wir freuen uns über die Abwechslung und die nun leuchtenden herbstlichen Bäume.

Herbststimmung am Wasser

Herbststimmung am Wasser

Wir erreichen wieder unsere geparkten Autos und fahren hinauf nach Oberau, wie wir an der Kirche parken. Unsere Tour führt uns nun zunächst auf den Minzweg, der hier startet.

Hier lang

Hier lang

Wir steigen den schönen und teilweise wie einen Tunnel eingewachsenen Waldpfad empor. Die herbstlichen Buchen leuchten in der Sonne.

Tunnelblick am Minzweg

Tunnelblick am Minzweg

Wir können und müssen uns etwas Zeit lassen – unser vorheriger Anruf in der Jausenstation Borstadl hat ergeben, dass die Wirtsleut zu unserer geplanten Ankunftszeit selbst beim Essen sitzen. So dürfen/müssen wir den Berg hinauf trödeln, was uns aber bei dem schönen Wetter gar nicht schwerfällt.

Nach einer knappen Stunde Gehzeit treffen wir aber dann ein und finden zwei große freie Tische auf der Terrasse. Da auch die Sonne dort schön hinscheint, machen wir es uns dort gemütlich. Die Getränkebestellung ist ein wenig umständlich (die mathematische Umrechnung von ganzen Halben Weißbier und Viertel Limos auf halbe Russen ist so eine Sache im Gastgewerbe).

Prosit!

Prosit!

Viel leichter geht es da mit dem Essen, das entgegen der Ankündigung des Wirtes am Telefon („hamma nümma gor zvül doda“) dann doch noch Auswahl bietet – auch wenn dann großteils eh nur zwei Gerichte bestellt werden. Nur „dösch Broud muas no in dö Mükro“. Bassd scho, Simon!

Wir lassen uns das Essen schmecken (hervorragende Eier mit Speck, übrigens!) und sitzen mit Freude und sehr gut gelaunt in der Sonne, bis der Tourenleiter (immer diese Störenfriede!) wieder zum Aufbruch mahnt.

Hat heute keinen Zweck(l)

Hat heute keinen Zweck(l)

Wir wandern auf der Höhenstraße entlang mit Ausblick zu Joel, Schatzberg, Großem Beil und anderen weiter und erreichen nach kurzer Zeit den Zwecklhof. Hier war eigentlich eine kleine Verkostung der hofeigenen Edelbrände geplant, aber leider geht das nur noch Mittwoch bis Samstags – und heute ist halt Sonntag.

Blühende Rosen entschädigen uns

Blühende Rosen entschädigen uns

Da sich auch niemand vom Hof hier zeigt, den man vielleicht noch hätte zu einer kleinen Kostprobe hätte überreden können, steigen wir durch den Wald sehr schön, aber auch manchmal etwas steil hinunter, bis wir den Ortsteil Loya oberhalb des Zauberwinkels erreichen.

Wir schaffen es nicht, einen Bogen um die Jausenstation Loya Stub’n zu machen – also rein zu Kaffee und Kuchen. Wir haben Glück, dass sie heute den letzten Tag aufhaben. Dass auf der Kuchenkarte deshalb „nur“ noch Zimtschnitten und Sachertorte stehen, stört uns nicht wirklich – her damit!

Danach haben wir nur noch den kurzen Abstieg nach Oberau vor uns. Kurz aufpassen, dass wir den richtigen Abzweig erwischen, dann sind wir wieder am Ausgangspunkt. Eine kurze Besichtigung des malerischen Friedhofs und der zugehörigen Kirche, dann können wir uns auf den Heimweg machen. Wir liefern noch die beiden zunächst Vermissten am unteren Ende der Wurst, äh, der Klamm ab und fahren dann zurück nach Erding.

Eine wunderschöne Herbsttour liegt hinter uns, bei der manche Teilnehmer nur kritisieren, dass die Einkehrmöglichkeiten doch „etwas knapp“ waren. Das können wir aber dann beim nächsten Mal nachholen …

Die wilde 13

Die wilde 13

Teilnehmer: Irmgard Faltermaier, Monika und Susi Hofer, Ingeborg Kanacher, Dino Morelli, Herbert und Hildegard Neumeier, Georg und Marianne Orthuber, Max Schmidt, Pauline Weber und Edeltraud Zistler
Tourenleitung und Bericht: Hans Sterr

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