KranzlerKids: Klettersteigwochenende in Berchtesgaden

12.-14.09.2015 – Die Wettervorhersage für das Wochenende war perfekt gemeldet. Am Samstag machten sich 11 Kranzler (6 Erw. und 5 Kinder) auf Richtung Berchtesgaden. Mit etwas Verspätung starteten wir gegen 07:45 Uhr schon mit Sonnenschein und guter Laune. Nach ca. 2 ½ h waren wir am Königssee angekommen.

Samstag: Grünstein Klettersteig (Variante Isidor, Schwierigkeit C)

Luftig ist´s am „Fotoloch“

Luftig ist´s am „Fotoloch“

Nach einem kurzen Materialcheck ging es auch schon Richtung Bobbahn los.

Jugendstart

Jugendstart

Am Einstieg zum „Isidor“ Grünstein-Klettersteig mussten wir feststellen, dass mehrere Kletterer das schöne Wetter nutzen wollten.

Gut gerüstet stehen wir in den Startlöchern

Gut gerüstet stehen wir in den Startlöchern

Beim Warten schlug plötzlich ein Stein von oben ein und traf Wolfgang am Rucksack. Der wurde an der Seite 10-15 cm aufgerissen. Auch die Brotzeitbox im Inneren wurde zerschmettert.

Knapp am Kopf vorbei

Knapp am Kopf vorbei

Da hatten wir jedoch Riesenglück, dass nicht mehr passierte. Nach 45 Minuten Wartezeit stiegen wir endlich in den Steig ein.

Andrang am Steig

Andrang am Steig

Die Kids waren begeistert bei der Sache, immer begleitet von einem Erwachsenen. Noch im ersten Drittel stießen Mike und Constanze auf ein Pärchen, bei der das Mädel nicht mehr weiter konnte. Wir befanden uns gerade zwischen dem Beppo-Pfeiler und dem Werner-Wandl an einer „C“-Schwierigkeit. Offensichtlich hatte sie eine Blockade und konnte nicht mehr weiter. Mike entschied darauf, dass wir Christina und ihren Freund wieder an den Einstieg bringen. Frank und Wolfgang richteten einen sicheren Standplatz ein und dann kam auch unser 20m-Kletterseil (was wir zur Sicherheit dabei hatten) zum Einsatz. Wir nahmen Christina ans Seil, Wolfgang ging voraus und in Teamwork zwischen Frank und Wolfgang seilten wir sie ab. Da das Seil nicht bis zum Einstieg reichte, mussten wir noch einen zweiten Standplatz einrichten. Nachdem Christina wieder auf festen Boden stand, bedankte sie sich herzlich für „ihre Rettung“ aus der Wand. Nach dieser Aktion machten wir uns auf zum zweiten Anlauf am Klettersteig, und da es sehr heiß war, kam der Zapfhahn unterwegs gerade recht!

Grad recht!

Grad recht!

Vom Gipfel hatten wir einen herrlichen Blick auf den Königssee.

Tief unten liegt der Königssee

Tief unten liegt der Königssee

Da alle nach dieser Anstrengung einen „Riesenhunger“ hatten, kehrten wir auf dem Rückweg in der Grünsteinhütte ein. Nach einem kurzen Abstieg ging es zu unserem Quartier in die Jugendherberge nach Berchtesgaden. Als Abendessen gab´s ein leckeres Salatbufett und Lasagne. Den Abend ließen wir bei einem geselligen Beisammensein mit einer Flasche Wein ausklingen.
Für den ersten Tag hatten wir ganz schön was erlebt!
Bericht Samstag: Frank Hoehl

Sonntag: Hoher Göll über Man(d)lgrat (Schwierigkeit B)

Von links nach rechts komplett überschritten: der Mandlgrat

Von links nach rechts komplett überschritten: der Mandlgrat

Um möglichst früh am Ausgangspunkt zu sein, fuhren wir mit dem Auto zum Dokumentationszentrum am Obersalzberg und von dort mit dem Bus zum Kehlsteinhaus. Weiter ging es durch einen Tunnel und dann im Berg mit dem vergoldeten, ursprünglich für Adolf Hitler gebauten und noch im Originalzustand vorhandenen Aufzug hinauf zum Kehlsteinhaus.

Frühmorgens sind noch wenige Touristen vorm Tunnel

Frühmorgens sind noch wenige Touristen vorm Tunnel

Auf einem kurzen, breiten Weg erreicht man von dort aus den Kehlsteingipfel. Hier beginnt die eigentliche Tour: Zuerst kurz auf den als rot eingestuften Kehlstein Rundweg und dann über den „schwarzen“ Mannlgrat Richtung Hoher Göll. Hierbei handelt es sich um einen klassischen, ausgesetzten und mit diversen Steighilfen versehenen Steig, der durch ein neues Drahtseil an den kritischen Stellen zu einem Klettersteig der Schwierigkeit A / B erweitert wurde und der auch einige nicht versicherte Stellen aufweist, die erhöhte Vorsicht verlangen.

Kurzweilig ist der Steig

Kurzweilig ist der Steig

Nach vielen interessanten Kletterstellen rauf und runter und einer guten halben Stunde Anstieg auf dem Rücken zum Hohen Göll erreichten wir um die Mittagszeit herum die Abzweigung zum Purtscheller Haus. Wir entscheiden uns aber, weiter zum Hohen Göll zu gehen und über den Alpeltalsteig nach Hinterbrand abzusteigen. Das erschien uns günstiger als der Abstieg zum Purtscheller Haus mit anschließendem längerem Gegenanstieg zum Parkplatz am Obersalzberg. Eine Stunde später waren wir auf dem Gipfel.

Gipfelrast

Gipfelrast

Nun folgte der 1400 m Abstieg. Anfangs war dieser noch ein Weg, aber je tiefer wir ins Alpeltal kamen, desto mehr machte sich das Karstgebiet bemerkbar. Es gab viele über zehn Meter tiefe Löcher, in denen sich noch der Schnee vom letzten Winter hielt.

Kalt ist es hier

Kalt ist es hier

Der Weg selbst ähnelte einem Balanceakt über bizarre, vom Wasser aus dem Kalkfelsen herausgelöste Gesteinsformationen, die ständige Aufmerksamkeit erforderten.

Anstrengend ist das Gehen im Karst

Anstrengend ist das Gehen im Karst

Teilweise mussten wir über steile Reibungsplatten hinunterklettern. So kamen wir nicht so schnell vorwärts wie erhofft. Wir fanden Reste eines Flugzeuges, das hier abgestürzt war. Ein Reifen und das zugehörige Fahrgestell boten einen sonderbaren Anblick in dieser Steinumgebung.

Seltsamer Landeplatz

Seltsamer Landeplatz

Zum Schluss waren an einer steilen Stelle im Wald sogar Stahlseile zum Einhalten gespannt. Aber bei unseren Kranzlerkids war anscheinend noch genügend Kraft vorhanden, um sich an einem der Stahlseilstücke hangelnd weiter zu bewegen. Die Erwachsenen verzichteten gerne darauf.

Wer (noch) kann, der kann

Wer (noch) kann, der kann

Kurz vor sechs Uhr abends kamen wir endlich mit schmerzenden Füßen in Hinterbrand an der Straße an, wo Petra, die wohlweislich nicht mitgegangen war, die Fahrer mit dem Auto abholte. Sie waren so schnell wieder da, dass wir sogar noch rechtzeitig zum Abendessen in die Jugendherberge kamen.
Tourenbericht Sonntag: Wolfgang Mayr

Montag: Salzbergwerk Berchtesgaden

Obwohl unsere „Kleinen“ gestern Abend fitter schienen als wir Erwachsenen, wollten sie heute nicht schon wieder Bergsteigen müssen. Da bietet sich in Berchtesgaden doch eine touristische Attraktion ersten Ranges an: Nein, den Königssee hatten wir am Samstag ja schon vom Klettersteig aus gesehen, wir gehen heute ins Salzbergwerk.

Im Salzbergwerk

Im Salzbergwerk

Ausgeruht vom Rutschen, Bahnfahren und Schlendern im Bergwerk, wollten wir danach noch die gestern versprochene, aber mangels Zeit ausgefallene Sommerrodelbahn nachholen. Dort angekommen, machte diese gerade dicht, da es zu regnen anfing. Naja, wirklich schlimm war es nicht, da sich die Bahn als Ministrecke entpuppte. Nach unserer tollen Rodelpartie am Ende der Stubaidurchquerung sind wir da schon verwöhnt, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Dann war auch noch der Gasthof Hochlenzer geschlossen. Montag! Natürlich, da haben alle Ruhetag. Zu unserem Glück doch nicht alle, in der Scharitzkehlalm kehren wir noch gemütlich ein, bevor es zurück nach Hause und in den Alltag geht: Morgen fängt die Schule wieder an!
Tourenbericht Montag: Constanze Klotz

Leitung: Constanze Klotz

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