Hochalpine Familien-Dreitausendertour

04. – 06. September 2010 – auf stillen Pfaden „auf den Spuren des Schneehasen“ mit Fam. Pollack – 50 cm Neuschnee, Schneesturm lautete die Hiobsbotschaft vom Wirt der Sudetendeutschen Hütte am Dienstag voriger Woche. Daher wurde die Tour kurzfristig ein wenig anders gestaltet.

Man fuhr am Samstag bei Regenwetter in Erding los und das änderte sich auch nicht bis zum Felbertauern. Auf der Südseite zeigte sich zögerlich nach einem kräftigen Regenschauer die Sonne. Bis zum Ausgangspunkt in Glanz hoch über Matrei in Osttirol war es noch eine abenteuerliche Autofahrt auf schmaler Bergstraße. Warm war es dort und die schweren Rucksäcke drückten ganz schön. Sogleich ging es in vielen Serpentinen hinauf über die Köfleralm zur Edelweißwiese auf der Begürnitz´n. Dort gab es bereits den ersten Schnee (1.870 m). Ein kräftiger Regenschauer sorgte für blitzartiges Herausholen der Regensachen. Genauso schnell wie er kommen war, war er auch wieder vorbei und die Sonne kam wieder heraus. Bei der Lackneralm wurde Mittagspause gehalten. Nun ging es über die Edelweißwiesen und einen abenteuerlichen Weg hinunter zum ersten Tagesziel, die auf 1.909 m Höhe gelegene Äußere Steineralm mit herrlichem Alm- und Spielgelände. Die vielen Felsen um die Hütte animierten die Kranzlerkinder zum Spielen bis zum Abend. Die Eltern konnten gemütlich in der Sonne auf der Hausbank sitzen.

Steineralm

Von hier aus konnte man bereits das Sonntagsziel, die Sudetendeutsche Hütte, die wie ein Adlerhorst auf den Felsen klebt, sehen – inmitten eines Schnee-Fleckerlteppichs.

Normalerweise hat die Steineralm nur 12 Schlafplätze, aber mit Zusammenrücken und der Belegung eines Personalzimmers kamen alle unter.

Am Sonntagmorgen – bei strahlendem Sonnenschein, aber kalten Temperaturen (um 0 Grad) – erfolgte der schweißreiche Aufstieg zur Sudetendeutschen Hütte. Zuerst am Steinerbach entlang bis zur Materialseilbahn der Hütte (die aber normalerweise mit Hubschrauber versorgt wird) und dann in vielen Kehren hinauf. In der kleinen Klamm des Gradetzbaches stockte erstmals der Atem: über einen festgefrorenen Schneerutsch musste man hochsteigen.

 Schneerutsch

Es gab gute Stufen, erforderte aber erhöhte Vorsicht. Viele weiteren Schneepassagen folgten. Nach knapp drei Stunden war das „Wolkenhaus“ Sudetendeutsche Hütte auf 2.650 m erreicht. Eine tolle Leistung für die Kinder im Alter von 7 – 11 Jahren!

Um die Hütte eine fast geschlossene Schneedecke, nur die Felsrippen waren frei, ein eisbedeckter See neben der Hütte. Dieses Gelände nutzten die Kinder für Schneeburgbauen und Schneeballschlachten. Die Aussicht auf die Venediger-, Lasörling- und Granatspitzgruppengipfel war gewaltig. Immer wieder zogen Nebelschwaden herauf.

Hütte mit See

Aufgrund der Schneelage war klar, dass eine Besteigung des Großen Muntanitz nicht möglich sein wird. Vier Väter erkundeten noch den Weg in Richtung Kalser Tauernhaus über den Gradetzsattel (2.826 m) und stapften einen gut gangbaren Weg. Allerdings die Schlüsselpassage beim Bloibalfelen erschien zu riskant mit den Kindern. Daher wurde entschieden, am Montag gemütlich über die Steiner Alm zum Auto zurückzukehren.

Auch der Montag zeigte sich von seiner angenehmen Seite. Es war zwar zapfig kalt in der Früh und im Tal hing der Nebel. Der lange Abstieg über die Steiner Alm mit kurzer Einkehr und die Edelweißwiese war kurzweilig und gegen 14 Uhr war man wieder beim Ausgangspunkt mit vielen neuen Eindrücken angelangt.

Der Wetterbericht hatte für alle drei Tage sehr durchwachsenes Wetter mit Regen- und Schneeschauern und Gewitter gemeldet, bis auf den einen kurzen Schauer war aber bestes Tourenwetter. Allein der viele Schnee der vergangenen Woche hatte die geplante Tour verhindert. Mit vielen Erlebnissen und der Erfahrung einer Hüttenübernachtung auf 2.650 m fuhr man wieder zurück nach Erding. Beide Hütten waren gemütlich und die Erdinger die einzigen Nächtigungsgäste … Es zeigte sich wieder einmal, dass es in Osttirol noch sehr ruhig ist.

Respekt zollen musste man dem Hüttenwirt der Sudetendeutschen Hütte, die wohlig warm einschließlich Trockenraum geheizt ist, der quasi nur von Nächtigungsgästen leben kann, die mind. 5 Stunden Aufstieg in Kauf nehmen.

Tolle Gruppe

Teilnehmer: Familie Schmid-Felsl (3 Personen), Familie Lex (2 Personen), Familie Pommer (4 Personen), Familie Scholz (3 Personen), Familie Pollack (4 Personen, Tourenleitung).

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