Messner Mountain Museen am Kronplatz und in Bruneck

13.-15.10.2018, mit Hans Sterr – In die Museen der Bergsteigerlegende Reinhold Messner auf dem Kronplatz und Bruneck führte eine Sektionstour, ergänzt durch eine herbstliche Wanderung auf die Hochfläche der Fanes-Alm.

Die Gruppe trifft sich am Samstag direkt am Parkplatz der Seilbahn zum Kronplatz (dass alle pünktlich sind, muss man beim Alpenkranzl nicht extra erwähnen). Nach der Auffahrt steht als erstes der Besuch im Museum Corones an. Es glänzt vor allem durch die spektakuläre Architektur der Ägypterin Zaha Hadid.

Speigelung am Eingang zum Museum

Im Inneren widmet es sich insbesondere der Geschichte der Bergsteigerei und hier vor allem der Frage, was Menschen antreibt, Gefahr und Quälerei auf sich zu nehmen, um schwierigste Gipfel zu besteigen. Und auch, welche Hilfsmittel dazu erlaubt sind … die Teilnehmer können sich da des Gedankens einer gewissen Scheinheiligkeit nicht erwehren: Zum einen fordert Messner ja einen möglichst reduzierten Zugang zu den Bergen (er hat einmal provokant den Abriss aller Alpenvereinshütten gefordert), andererseits stellt man ein Museum an einen Platz, der ein Epizentrum an touristischer Infrastruktur ist. Und neben all den Seilbahnen ist gerade auch noch ein zweites Messner Museum in Bau, das auch ein Gourmet-Restaurant beinhalten soll. Lieber Reinhold Messner: Das passt nicht zusammen.

Spekatkuläre Architektur

Nach dem Museumsbesuch kehren wir erst ein in dem einzigen noch geöffneten Gipfelrestaurant (die eigentlich angepeilte Hütte hat schon geschlossen). An einem windgeschützten Sonnentisch am Aussichtsfenster lassen wir uns das Mittagessen schmecken.

Die Friedensglocke

Danach besichtigen wir den 23m hohen Glockenturm mit seiner 18 Tonnen schweren Friedensglocke. Sie wurde 2003 hier aufgestellt. Ihr Schlagen erklingt jeden Mittag um 12 Uhr – und auch dann, wenn irgendein Land der Erde die Todesstrafe abgeschafft hat oder wenn irgendwo auf der Welt ein kriegerischer Konflikt endet. Beispielhaft!

Am Panoramaweg

Dann macht sich die Gruppe auf einen Rundweg um den Gipfel. Erst erkunden wir die obere Runde, entscheiden uns wegen der bunten Lärchenwälder aber für die untere, längere Variante. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen: Das warme Herbstlicht lässt die Farben regelrecht explodieren!

Herbstliche Farbexplosion

Wir erreichen wieder die Gipfelstation und fahren mit der Bahn hinunter und vom Parkplatz aus zum nahegelegenen Hotel Reischach (das wir generell loben und empfehlen können). Wir beziehen die schönen Zimmer, bevor wir im Café nebenan noch auf einen Cappuccino gehen. Das Abendessen schmeckt wunderbar, nur mit dem Bier geht es nicht so gut: Statt des bestellten „Felsenkeller“-Bieres bringt man uns Weißbiere … aber Bayern kannst Du so nicht hereinlegen, und der (sehr nette) Kellner „bezahlt“ den Fauxpas mit einer Runde Grappa. Passt!

Wir schauen dann noch anschließend das Fußballspiel Holland – Deutschland – aber da hätten wir auch gleich ins Bett gehen können …

Am Sonntag brechen wir nach dem Frühstück um halb neun auf und fahren in das Gebirgstal unterhalb der Fanes bis zum Berggasthaus Pederü. Von dort wandern wir hinauf zur landschaftlich großartigen Hochfläche der Fanes-Alm.

Auf der Fanes-Alm

Heiligkreuzkofel, Zehner, Zwölfer und vor allem die La Varella stehen für ins in diesem Felskessel Spalier.

Verschaukelt?

Nach einer kurzen Schaukeleinlage an der (schon geschlossenen) Faneshütte steigen wir noch weiter hinauf.

Wieviele Frösche?

Unser Ziel ist der Limosee – trotz seines Namens dürfen dort auch Biertrinker verweilen. Ob der See seinen Namen vom Inhalt hat, wissen wir nicht – es war niemand der Teilnehmer zu einer Trinkprobe zu bewegen.

Am Limosee

Lang können wir uns allerdings nicht am See aufhalten, weil ein kalter Wind über das Joch bläst. Wir setzen also unseren Weg fort, kurz unterbrochen nur von der Suchaktion nach einem Handy, das verlustig ging. Nach kurzer Zeit ist es wieder gefunden – gut, wenn man sich erinnert, wo man zuletzt gesessen hat.

Wolkenspiel auf der Fanes

Wir steigen ab zur Ücia La Varella, neben der Faneshütte die zweite Hütte auf der Alm. Wegen des Sonnenscheins sind alle Plätze auf der Terrasse besetzt, so dass wir uns mit zwei Italienern an einen Tisch in der Gaststube zwängen. Geht schon! Das Essen schmeckt wunderbar – und wir kommen sogar in den Genuss von Freibier, denn heute ist der letzte Öffnungstag der Hütte und es wird zum ersten Mal ein unfiltriertes Bier als „Test“ ausgeschenkt. Sonja hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir bei diesem Freibier nicht zu kurz kommen …

Wüste oder Alm?

Nach Speis und Trank machen wir uns wieder an den Abstieg und erreichen nach knapp mehr als einer Stunde den Berggasthof, wo unsere Autos geparkt sind. Im Hotel schließt sich eine Ausruhpause an.

Weil die Hotelküche heute nicht mehr in Betrieb ist, gehen wir in eine nahe Pizzeria zum Essen. Wir bereuen es nicht: Das Essen ist sehr gut, und der Wirt, der Sigi, durchaus originell. Wir bleiben etwas länger sitzen als ursprünglich geplant …

Kletterer in Bruneck

Trotzdem stehen am nächsten Tag alle wieder wie vereinbart auf der Matte. Wir fahren ins Zentrum von Bruneck und stellen dort die Autos ab. Dann bummeln wir erst durch die Stadt, bevor wir hinaufwandern zum Schloss Bruneck.

Schloss Bruneck

Dort besuchen wir zunächst den Waldfriedhof, der als Gedenkstätte an die Opfer des Ersten Weltkrieges dient und von Ehrenamtlichen gepflegt wird.

Im Waldfriedhof

Dann gehen wir hinüber zum Schloss, in dem das Messner Mountain Museum „Ripa“ untergebracht ist, das sich vor allem mit den Kulturen der Bergvölker dieser Welt beschäftigt.

Kulturen der Welt

Eiserner Wächter

Die Teilnehmer sind sich einig, dass dieses Museum weit interessanter gestaltet ist als das auf dem Kronplatz. Wir überziehen deshalb auch die vereinbarte Zeit zur Besichtigung etwas.

Der Innenhof des Schlosses

Zunächst müssen wir dann noch zum Schmankerlkaufen ins „Speck-Museum“ in der Fußgängerzone. Manche ist beim Einkauf so erfolgreich, dass sie die Tüten kaum schleppen kann …

Im Speck-Museum

Zum Abschluss kehren wir dann noch im Bräustüberl der Brauerei Rienz zum Mittagessen ein, bevor wir uns wieder auf die Heimfahrt nach Erding machen.

Foto, v.l.n.r: Monika Hofer, Harald Schramek, Tourenleiter Hans Sterr, Marlene Urban, Beate Schmidt, Bodo Urban und Sonja Schupsky (nicht auf dem Bild: Christiane Tausch)

Teilnehmer: Monika Hofer, Beate Schmidt, Harald Schramek, Sonja Schupsky, Christiane Tausch sowie Bodo und Marlene Urban
Tourenleitung, Bericht und Fotos: Hans Sterr

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