5 Tage Skitouren im Lesachtal

14.-18.03.2018, mit Michael Kreuz – Pünktlich um 6 Uhr ging’s los in Richtung Lesachtal. Als erster Stop war die Bäckerei Neumayr geplant, um sich mit dem zweiten Auto auf einen morgendlichen Kaffee zu treffen. Doch wo war gleich nochmal die Bäckerei? Leider nicht wie vermutet in Jochberg sondern bereits einige Kilometer vorher in der kleinen Ortschaft Aurach. So kam nur das Erdinger Auto in den Genuss von frischem Kaffee und einer Butterbrezn bevor sich die Gruppe am Parkplatz beim Klammerwirt in Rauchenbach, Kartitsch zur „zackigen Skitour“ am Karnischer Kamm getroffen hat.

Mittwoch, 14.03.2018 – Öfenspitze 2334m (Sabine)

Gemeinsam ging es zuerst über einen breiten Forstweg, weiter durch den schattigen Wald mit teils steileren Passagen, hinauf in freies Gelände bis unterhalb der Gipfelflanke. Dort konnten wir den ersten Blick auf unser Ziel erhaschen.

In mehreren Spitzkehren stiegen wir über den steilen Nordostgrat direkt auf den Gipfel der Öfenspitze (2334m) mit seinem beeindruckenden Gipfelkreuz.

Die Sonne scheint, es ist warm und ein unbeschreiblicher Panoramaausblick ist der Lohn für den Aufstieg.

Nach der sonnigen Gipfelrast mit bestem Fernblick wurden wir mit einer tollen Abfahrt durch glitzernden Pulverschnee belohnt bevor es mit einigen Abkürzungen durch den Wald und weiter über die Rodelbahn zurück zum Ausgangspunkt ging.

Bei heißer Suppe und Kaiserschmarrn ließen wir die Tour gemütlich ausklingen, bis wir zu unserem finalen Quartier in Maria Luggau aufbrachen und die beiden letzten Gruppenmitglieder in Empfang nahmen. Ein gelungener Auftakt für ein gemeinsames Skitouren-Wochenende!

Donnerstag, 15.03.2018 – Hohen Bösring 2324m (Irene)

Für unsere zweite Tour entschieden wir uns für den Hohen Bösring 2324 m – der Name klingt nicht ganz so vertrauenserweckend – es war aber eine tolle Tour.

Los ging’s direkt am Biathlonzentrum im Lesachtal-Obertilliach an der 30 km langen Loipe

Durch Wald hinauf zum ersten Sattel zog eine ratschende Meute mit Ski und Stöcken und Rucksäcken bewaffnet. Kein Wunder dass ein Auerhahn davon nichts hält und ins Dickicht flüchtete.

Nach den ersten Schneekuppen (Almböden) war der Gipfel zwar in Sicht – es trennten uns aber noch ein Sattel und etliche Spitzkehren, am letzten steilen Teil, zum Gipfel. Auch die Nachzüglerin Irene hat es tatsächlich geschafft … auf gehts bergab!

Der Schnee oben erstaunlich locker – dann spürbar fester und härter werdend weiter unten.

Im Windschatten einiger Fichten dann die verdiente Brotzeit.

Bis uns dann die lange Abfahrt über den Forstweg ins Tal führte – eine gute Alternative zum „Runterhangel“ im zum Teil vereisten Wald.
Wer Durchblick in österreichischer Kaffeekultur hat – bekommt im Biathlonzentrum auch den Kaffe den er tatsächlich möchte: Verlängerter – kleiner Brauner – großer Brauner – Melange usw.

Auch das Filmteam von James Bond 007 hat in den Drehpausen zu „Spectre“ im Oktober 2015 hier seinen Kaffee genossen.
Insgesamt ein gelungener zweiter Tag; Leider sind die ersten Blasen an den Füßen schon in Sicht – das kann ja noch heiter werden …

Freitag, 16.03.2018 – Schwalbenkofel 2159m und Schulterhöhe (2.424m) (Christoph)

Für Freitag hatten wir uns den Schwalbenkofel (2.159m) mit optionaler Verlängerung auf die Schulterhöhe (2.424m) vorgenommen.
Aufgrund letzter Schneefälle entschieden wir uns etwas später aufzubrechen. Nach ausgiebigen Frühstück in unserer Pension ging es nach kurzer Fahrt zum Ausgangspunkt nach Raut, der gerade so ohne Schneeketten und Allradantrieb erreicht werden konnte. Etwas Neuschnee ließ uns auf ein pulvriges Abfahrtsvergnügen hoffen.

Bei anfangs noch bewölktem Himmel und letzten Nebelschwaden stiegen wir über das Schwendereck (1.631m) und die Gossenwiesen auf.

Ab ca. 1700m fanden wir beste Schneeverhältnisse vor, was uns schon auf die Abfahrt freuen ließ. Um 13 Uhr erreichten wir das erste vorläufige Etappenziel, den Schwalbenkofel (2.159m) bei herrlichem Sonnenschein.

Nach kurzer Irritation, ob wir tatsächlich den Gipfel erreicht hatten (kein Gipfelkreuz) und einer Trinkpause stand eine Entscheidung an: den soeben bewunderten, fast unverspurten Hang abfahren und evtl. nochmal aufsteigen oder weiter Richtung Schulterhöhe aufsteigen.

Der Blick auf die steilen Gipfelhänge der Schulterhöhe ließ unser Herz höher schlagen, so dass die Entscheidung schnell gefallen war.

Eine kurze Abfahrt brachte uns an den Fuß der Gipfelhänge der Schulterhöhe. Mit ausreichendem Abstand zum Vordermann ging es in steilem Gelände und unzähligen Spitzkehren Richtung Gipfel.

Die letzten 50 hm mussten zu Fuß bewältigt werden.

Erschöpft, aber unglaublich happy erreichten wir gegen 14.45 Uhr den Gipfel.

Nach den obligatorischen Gipfelfotos nahmen wir etwas unterhalb des Skidepots die wohlverdiente Brotzeit ein. Gestärkt konnten wir bei bestem Powder die steile Abfahrt genießen.

Trotz fortgeschrittener Zeit war der Schnee bis etwa 1.900m noch immer hervorragend. Kurz nach dem Schwalbenkofel konnte jeder Teilnehmer seine Abfahrtstechnik unter (Video-) Beweis stellen.

Näher Richtung Maria Luggau kommend war noch einmal Konzentration gefragt. In einer engen Waldabfahrt und dichtem Nebel musste Wurzeln und sonstigem Gehölz ausgewichen werden bevor wir gegen 17 Uhr wieder in Raut bei Maria Luggau ankamen.

Den herrlichen Tourentag ließen wir bei einem leckeren Abendessen im Gasthof Luggau ausklingen.

Samstag 17.03.2018 – Golzentipp über Gripp (2317m) (Rosmarie und Günther)

Der vierte Tag, beginnt mit gemeinsamen Frühstück. Leider lernen wir dass Irene wegen der vielen Blasen an den Füssen wieder nicht teilnehmen kann. Jedoch ist Besserung in Sicht: die Pensionswirtin hat sich an eine Creme erinnert die Ihrem Baby vor vielen Jahren half.

Während des Frühstücks wird heftig über das zu erwartende Wetter und die passende Tour diskutiert. Das Wetter wird nicht herrlich sein, sondern eher bewölkt mit leichtem Schneefall und etwas Wind. Die erwartete schlechte Sicht auf dem Gipfel bringt uns zur Entscheidung eine Tour zu nehmen die zur Abfahrt eine Skipiste anbietet, der Golzentipp.

Ein paar Kilometer mit dem Auto gefahren und schon geht’s los. Ein ganz kurzes Stück auf der Piste und dann über Wege und durch den Wald Richtung Gripp.

Ein paar von uns sind durch die ersten drei Tage schon ermattet und kämpfen sich hinter Michael und Chris den Pfad hinauf. Leichter Neuschnee auf alten Untergrund hilft uns genug Gripp zu haben um auch steilere Stücke ohne Harschesten zu meistern – fast allen.

Sabine hat sich eine gute Stelle ausgesucht um auf die Nase zu fallen. Aber nach ein bisschen Schimpfen und guten Willens geht es dann weiter ohne größere Blessuren. Dann endlich eine Pause am Gripp bei Sabines Traumhütte, für alle anderen wohl eher ein Hexenhaus ohne Fenster. Kurz dahinter haben sich unsere Berghexen dann noch unter dem Hexenbaum für ein Bild gesammelt

Der weitere Weg führt uns über unbewandertes Gebiet was Michael dazu verführt einen Spitzkehrentanz aufzuführen.

All zu lange haben sich ein paar Freiwillige aber nicht mehr zur Nachahmung gefunden da die Sicht immer schlechter und der Wind heftiger wurde. Alle wollten jetzt noch den Gipfel erreichen um bald darauf die Abfahrt zur Einkehr zu beginnen.

Nach einer kurzen, wegen der verschwommenen Sicht etwas schwierigen Fahrt haben wir, unterbrochen von zwei erfreulichen Ereignissen, die Einkehr erreicht.

Die erfreulichen Ereignisse? Michael hat zweimal den Schnee geküsst, endlich durften wir das erleben! Das Essen auf der Wieser Alm war gut wie man auf dem Bild an der Dame in blau erkennen kann.

Die Abfahrt über die Piste war bei wieder guter Sicht sehr erholsam. Ein gutes Abendessen haben wir vollzählig beim Wirt in Maria Luggau eingenommen und den Tag mit viel Spaß beendet.

Sonntag, 18.03.2018 – Samalm (Vroni)

Und wieder hatte der Wetterbericht leider Recht und das Wetter begrüßte uns mit grauen, nebligen Aussichten.

Es stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Teilnehmer keine große Tour mehr machen wollte und so wurde demokratisch abgestimmt, dass es auf die Samalm gehen sollte.

Die Tour versprach aufgrund der Lage im Wald noch relativ passable Aussichten.
Und von einheimischen Tourengehern empfohlen, die müssen sich ja auskennen!
Da die Tour unterschiedlichen Start- und Endpunkte hatte, wurden zuerst zwei Autos umgepackt. Die Tour auf die Samalm ging direkt von unserem Dorf Maria Luggau los. Was auch den Vorteil hatte, dass unsere blasengeplagte Teilnehmerin in der Unterkunft auf uns warten konnte.

Nach ein paar Metern auf der Straße ging es auf einer Forststraße eher flach bergauf.

 

Einige Serpentinen später stellte sich heraus, dass uns Teilnehmern das eher zu langweilig war und wir beschlossen die Abkürzungen durch den Wald zu nehmen, wo wir dann auf etliche Hindernisse, wie zum Beispiel umgestürzte Bäume, stießen. Hier war eindeutig mehr Abenteuer geboten.

Durch eine richtige Bilderbuch-Winterlandschaft ging es hinauf auf die Samalm, inkl. Gipfelkreuz.

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Kurze Pause, dann ging es hinunter in die Waldabfahrt. Guter Schnee und etliche schöne Hänge über Lichtungen fanden bei allen Begeisterung. Das Zahnpasta-Lachen ließ nicht lange auf sich warten.

Die letzten Meter ging es über eine Forststraße hinunter zum Tuffbad.

Zurück in Maria Luggau gab es noch einen letzten gemeinsamen Einkehrschwung als Abschluss wirklich schöner Tage im Lesachtal, bei denen erstaunlich viel ging trotz der ursprünglich eher schlechten Wettervorhersagen.

Mit dabei:
Michael Kreuz (Tourenleiter), Vroni Maier, Karola Rübensaal, Sabine Müller, Christoph Weber, Rosmarie Hopp, Irene Drexl, Günther Liebl

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