MTB-Tour „Das Licht am Ende des Tunnels stirbt nie!“

01.07.18, mit Hans Pirsch – Dieser theatralische Titel gemäß dem Mountainbike Guru Elmar Moser, rief unseren Guide Hans Pirsch auf den Plan, eine MTB-Tour der besonderen Art auszuschreiben. Der technische Anspruch „4 = sehr schwierig“ sollte sich im Verlauf der Tour bewahrheiten.

Neun Alpenkranzler/-innen folgen diesem interessanten Aufruf und starten gemeinsam (bei bestem Wetter) um 7 Uhr Richtung Altmühltal. Nach Ankunft in Kipfenberg im Schambachtal, unserem Ausgangspunkt, geht es zunächst steil bergauf zur Hochebene bei Attenzell, so dass wir – gut aufgewärmt – uns auf die Suche nach den bereits sehr eingewachsenen Pfaden/Trails machen. Am Kindinger Berg angekommen finden wir zwischen zwei Autobahnen noch Niemandsland an. Es scheint so, als ob nach der ersten MTB-Tour vor gut 20 Jahren, die Natur bzw. das Gestrüpp wieder Oberhand gewonnen haben. Flink passieren wir Felsen, viele Wurzeln und Baumstämme einen steilen Pfad hinab zu unserer ersten Kaffeepause in Kipfenberg.

Altmühltal

Gestärkt radeln wir ein kleines Stück dem römischen Limes-Weg entlang. Fast haben wir schon vergessen, wie angenehm unsere MTBs auf dem Asphaltwegen rollen. Doch schon sind wir in ständigem Bergauf/Bergab unterwegs, kommen an einem Plateau an, an dem sich bereits einige Paraglider startklar machen.

Kipfenberg

Nachdem ein Teilnehmer über eine mangelnde Leistung seiner Vorderrad-Scheibenbremse klagt, wird sofort an Ort und Stelle geprüft. Ein Defekt des Bremssattels scheint die Ursache zu sein. Leider wird es für ihn nicht die einzige Panne/Einschränkung sein. Nun präsentiert uns Hans den Highlight-Tunnel.

Am Tunnel

Einen etwa 1,20 m breiten und ca. 15 m langen Tunnel, der durchaus als Mutprobe anzusehen ist. Stockdunkel erfühlt man, ob tatsächlich der Lenker noch durch passt. Aber tapfer wie wir sind, nehmen wir die Herausforderung an und passieren die enge Passage gemäß dem Motto der Ausschreibung: „Das Licht am Ende des Tunnels stirbt nie!“ Mutig legen wir noch eine anspruchsvolle Etappe ein, damit wir diesen Tunnel zweimal fahren können. Es war einfach zu genial. Jetzt fühlen wir uns fast „unschlagbar“ – haben aber vergessen, dass auch sehr hohe Ansprüche an das Material gestellt wird. Weniger Luftdruck in den Reifen soll zu mehr Bodenhaftung führen. Aber für unseren Mitradler, der bereits mit seinem Bremssattel zu kämpfen hatte, steht nun der Schlauchwechsel des Hinterrades an. Kein Problem, denn alle Teilnehmer haben gut gewartete Bikes und Ersatzteile dabei. Ruck zuck geht es weiter, bis es unseren Kameraden bei der Abfahrt erneut mit einem Platten erwischt. Hans kann mit einem passenden Schlauch aushelfen – die Lage scheint gerettet. Jedoch verkeilt sich dieser beim Aufpumpen so, dass ein großes Stück Gummi ausreißt.

Geplatzter Schlauch

Da kein weiterer passender Schlauch verfügbar ist, lautet nun die Devise: Loch im ersten Schlauch ausfindig machen und flicken. Diese Pannen und die mühevolle Suche nach den Einstiegen der zugewachsenen Trails führen dazu, dass wir erst gegen 13.30 Uhr im schönen Gasthof zum Krebs mit Biergarten in Kinding, Mittag machen können. Wir beschließen eine kleine Schleife des Trails auszulassen, wollen aber auf jeden Fall den anspruchsvollen Keltensteig bergab mit vielen Spitzkehren fahren. Hans hatte aber im Vorfeld die Gruppe so gut ausgewählt, dass sowohl das Leistungsniveau als auch die tolle Stimmung perfekt passten. Die nächste Trinkpause führt uns zum ausgewiesenen „geographischen Mittelpunkt Bayerns“, den wir bisher noch nicht kannten.

Aufgrund der Anstrengungen sind jetzt unsere Trinkvorräte aufgebraucht, so dass wir statt der Tunnel nun auf der Suche nach Wasser sind. Fündig werden wir bei einem netten Landwirt, der uns lobt, dass wir noch ohne die „mistigen E-Bikes“ unterwegs sind und einen anspruchsvollen, ihm bekannten Abschnitt gemeistert haben. Bereitwillig erhalten wir das ersehnte Nass.

Trinkflaschen auffüllen

Moderat geht es nun die letzten Kilometer zurück zu unserem Ausgangspunkt. Kurz vor unserem Foto im Bilderrahmen von Arnsberg, ein kurzer Hinweis – Platten im Hinterreifen. Dies sollte nun wirklich der letzte, vierte Schlauchwechsel der Tour sein.

Gruppe im Bilderrahmen

Letzter Schlauch

Zusammenfassend: Hans Pirsch hatte uns nicht zu viel versprochen – eine anstrengende, wunderschöne Tour mit vielen kleinen Trails, im ewigen Auf und Ab.

Vielen Dank an unseren Top-Guide dafür. Ein besonderer Dank auch von unserem Youngster Dominik (17 Jahre), der für seine Transalp-Überquerung (12.500 Hm in 7 Tagen) noch ein ausgezeichnetes Abschluss-Training bekam.

Das Motto unserer heutigen Tour „Das Licht am Ende des Tunnels stirbt nie!“ wird uns bestimmt bei unseren künftigen, anspruchsvollen Trails begleiten.

Tourenleitung: MTB-Guide Hans Pirsch
Tour: 51 km, 1050 Hm
Fotos: Andreas Just und Christa Perleb
Bericht: Christa Perleb
Teilnehmer: Emler Julia, Niedermaier Maria, Christa Perleb, Dominik Maier, Riedl Matthias, Duchatsch Claus, Schobin Manfred, Just Andreas, Bertz Claus

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