Frühlingswandern rund um Lenggries

19.-22.5.2018, mit Karola Rübensaal und Heinz Barczewski – Als Ausgangspunkt für unsere 4-tägige Hüttentour wählten unsere beiden Tourenleiter Karola und Heinz den Parkplatz in Lenggries. In Fahrgemeinschaften ankommend trafen sich pünktlich 16 Alpenkranzler/-innen, so dass unser Abenteuer gegen 9 Uhr beginnen konnte. 

1. Tag: Über den Geier- und Fockenstein auf die Lenggrieser Hütte (von Tobi, Ronny, Christa)

Gesundheitlich noch etwas angeschlagen reiste auch Karola an, die aber ihre Fangemeinde nicht enttäuschen wollte. Dementsprechend hatte sie bereits kleine „Überraschungspakete (Notfall, Kosmetik etc.)“ wahlweise von 350 g bis hin zu 1.100 g geschnürt, die es nun zu verteilen galt. Unter den vielen Meldungen, die Säckchen während der kommenden vier Tage zu tragen, herrschte Einigkeit. Allerdings verbunden mit der Bitte, im nächsten Jahr keine Sänfte einsetzen zu müssen.

Mit ungezügeltem Tempo durchstreiften wir einsame Steige Richtung Geierstein (1.482 Hm).

Die Tücken des Waldes

Am Gipfel angekommen, konnten wir eine nette Wanderin finden, die „fast professionell“ das Gruppenfoto übernahm. Eine Hand lässig an der Kamera, die andere fest auf das anderen Auge gepresst. Ihre Devise: irgendwie draufdrücken.

Doch alle drauf – irgendwie

Sichtlich überfordert fragte sie uns, ob wohl alle auf dem Bild wären oder nur Ausschnitte? Mimik und Gestik amüsierten uns doch sehr. Nach einer kurzen Stärkung am Gipfel ging es weiter auf den Fockenstein (1.583 Hm).

Zum Fockenstein

Kraxeleinlage am Fockenstein

Dort mahnten uns dunkle Wolken zum Aufbruch. Wir folgten dem Hirschtalsattel hinab zur Lenggrieser Hütte, unserem Übernachtungsquartier. Lediglich auf den letzten Metern sollten uns noch ein paar Regentropfen erwischen. Etwas müde, nach 1.300 Hm in den Beinen, stärkten wir uns mit leckerem Essen (vorwiegend Rehgulasch). Enttäuschend war für unsere tapferen Wanderer lediglich, dass sie sich am Abend noch die Fußballpleite des Pokalspiels (FC Bayern) mit ansehen mussten.

2. Tag: Über Maria Eck zum Roß- und Buchstein und zurück (von Evi, Irmi, Harald)

Nach einem guten Frühstück marschieren wir um 8:30 Uhr bei bedecktem Himmel und mit guter Stimmung los. Über den Seekarkreuzsattel geht es nun Richtung Maria Eck.

Stahleinlage

Abwärts über eine eiserne Himmelsleiter und weiter durch ein teuflisches Felsenlabyrinth erreichen wir bald den Schönberg, wo wir eine kleine Rast einlegen.

Am Schönberg

Unser Abstieg führt uns auf eine Forststraße Richtung Ross- und Buchstein. Die Gruppe zieht sich auseinander, da einige dem „Akustik-Smog“ (= wild schnatternde andere Tourenteilnehmer) entfliehen wollen!!

Es folgt ein langer Aufstieg zum „Pferdlstoa“ über einen seilversicherten Steig. Einigen Teilnehmern vergeht das Wiehern, stattdessen dampfen sie ordentlich.

Wiehern oder dampfen

Im Felslabyrinth

Der Abstieg führt uns direkt auf die Tegernseer Hütte und wir genießen die verdiente Pause bei guter Verpflegung.

Drei Teilnehmer klettern zum „Lesen“ auf den „Literaturfelsen“ (Buchstein).

Anspruchsvoll geht´s auf den Literaturfelsen

Die Rückkehr zur Lenggrieser Hütte ist mit vielen Überraschungen gespickt:
– 2 Schneefeldüberquerungen
– schlammbedeckte Wegpassagen sauen uns ordentlich ein.

Schneefelder…

…und ihre schlammigen Folgen

Den ganzen Tag meint’s der Petrus gut mit uns. Nach dem Motto „wenn 16 Alpenkranzler wandern……“

Anmerkung nach Redaktionsschluss 20:15 Uhr:
Für den vierten Tourenbericht kaufen sich zwei Teilnehmer bei einem bezaubernden, neuen Mitglied mit einer Bergfahrt aufs Brauneck frei. – Skandal!!!

3. Tag: Über die Kampen und rauf auf´s Brauneck (Martin, Vroni und Ingrid)

Der Morgen des dritten Tages erwartet uns endlich mit dem Wetter, das wir bestellt und auch verdient hatten – strahlender Sonnenschein. Nach dem reichlichen und leckeren Frühstücksbuffet machen wir uns Punkt 08.00 Uhr auf der Forststraße in ständigem, leichten bergauf und -ab auf den Weg zum Hirschtalsattel. Von dort erreichen wir über ein kurzes Stück Wiese den steil durch die Latschen nach oben führenden Steig. Gott sei Dank liegt der Steig noch im Schatten und die Latschen-Heizkörper sind noch nicht angesprungen.

Oben am Grat angekommen noch ein kurzer Schlenker nach links und wir haben den ersten Gipfel des Tages erreicht: den Ochsenkamp. Doch bittere Enttäuschung: weit und breit kein Ochs zu sehen und das trotz Pfingstmontag! War der Ochs nur am Pfingstsonntag da? Auch keiner der männlichen Teilnehmer will die Rolle des Ochsen übernehmen.

Da woll´ma heid no drüber

Naja, dann geht’s halt nach einer kurzen Pause weiter über den Grat. Wir überschreiten unbemerkt (weil er kein Gipfelkreuz hat) den Auerkamp und erreichen den Spitzkamp, wo wieder eine kurze Verschnauf-, Trink-, Häppchen- und Fotopause eingelegt wird.
Weiter geht’s dann Richtung Seekarkreuz. Im Sattel unterhalb des Brandkopfes bietet die Tourenleitung an, wer will, kann auf eigene Verantwortung noch den Brandkopf teilweise weglos überschreiten. Die offizielle Tour führt um den Brandkopf herum und die Teilnehmer nehmen direkt den Gipfelanstieg zum Seekarkreuz in Angriff.

Etwa die Hälfte der Teilnehmer lässt sich auch nach dem Hinweis, dass die Pause dann auf dem Seekarkreuz kürzer ausfällt, nicht davon abhalten, den Brandkopf noch mitzunehmen (brutale Gipfelsammler !). Pünktlich zur Mittagszeit erreichen alle mit geringen zeitlichen Unterschieden den Gipfel des Seekarkreuzes, der logischerweise gut besucht ist. Es folgt die satzungsgemäße und wohl verdiente Gipfelbrotzeit – Mahlzeit!

Und da überal war ma scho

Wir hielten die Gipfelrast eher kurz da wir den Plan hatten in der Leggrieserhütte einzukehren. An dieser mussten wir im Abstieg eh nochmal vorbei und unser zurückgelassenes Gepäck einsammeln.

Kurz vor der Hütte als wir den Wald verliesen, sahen wir es wieder – eine tief schwarze Wolke – stand über der Hütte. Das gehört wohl zum diesjährigen Frühlingswandern dazu, dass uns jede Hütte mit ein paar Tropfen von oben begrüßte.

Da wir aber auf der anderen Talseite noch die Brauneckbahn erreichen mussten und wir dadurch nicht ewig Zeit für eine Pause hatten, entschieden wir uns gleich weiter in den Abstieg zu starten und möglichst viel Wegstrecke ohne Regen zu überstehen.

Aufm einsamen Jägerstein

Der einsame Jägersteig stellte sich als wirklich schöne Alternative zu dem allseits schon bekannten Grasleiten- und Sulzersteig.

Wunderschöner Tiefblick auf die wilde Isar

Unten am Auto angekommen, verlies uns Martin, da er für den Dienstag keinen Urlaub bekommen hatte. Die Teilnehmeranzahl blieb jedoch gleich, da Angi an diesem Nachmittag zu uns stieß.

Wir setzten mit den Autos zur Brauneckbahn um, diese brachte uns ganz brav auf´s Brauneck. Die tapfere Angi testete den Aufstieg zu Fuß und ihr Urteil fiel echt miserabel aus (einfach sausteile Forststraße rauf). Die Bahn war also eindeutig die bessere Wahl.
Oben erwartete uns noch ein kurzer Weg von 15 Minuten zur Quengeralm unser Ziel des heutigen Tages. Dort genossen wir auf der Sonnenterrasse die wohlverdiente Einkehr.

Auf der urigen Quengeralm

Ob mit Bier, Kaffee, Kuchen (die Beschreibung unserer Bedienung Rosalie für den Blaubeerkuchen „Doag-Batz-Doag“) machte uns diese Hütte auf an Hieb sympathisch. Dies erhielt einen kurzen Dämpfer als uns der Wirt erklärte, dass er sich nicht sicher ist ob noch warme Wasser zum Duschen da sein. (Nach 3 Tagen ohne Duschen hatten wir uns da eindeutig drauf gefreut). Es stellte sich heraus, dass lauwarmes Duschen möglich war. Juhuuu… was für ein schönes Gefühl.

Und das anschließende Show-Cooking mit Grillbuffet auf der Sonnenterrasse machte diesen Tag zu einem rundum perfekten Bergtag.

4. Tag: Über die Achselköpfe zur Benediktenwand und der lange Weg zurück (von Lousia allein)

8:30 in der Früh des letzten Tages:

Fantastische Morgenstimmung vor der Hütte

Strahlender blauer Himmel! Bei uns allen machte sich große Vorfreude breit.

Gesunder Start in den Tag

Nach einem reichhaltigen Frühstück und einer ruhigen Nacht ging es für 16 Teilnehmer los. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, eine ging mit Heinz Barzcewski, und die andere Gruppe auf eigene Faust los.

Unterwegs

Das erste Ziel war der Latschenkopf mit (1712 m), danach ging es teilweise etwas spannend und drahtseilversichert weiter über die Achselköpfe

Drahtseileinlage

und weiter zum Rotöhrlsattel und schließlich zu unserem Ziel, der Benediktenwand. An der Benediktenwand trafen wir die andere Gruppe, die schon auf uns wartete.

Der breite Rücken der Benediktenwand

Mit einer La Ola Welle wurden alle anderen Teilnehmer begrüßt. Für den Abstieg von der Benediktenwand blieben wir in den bereits aufgeteilten Gruppen. Die Gruppe die auf eigene Faust unterwegs war, nahm denselben Weg wie beim Aufstieg zurück. Die anderen gingen einen Rundweg. Der Weg war technisch etwas einfacher, dafür aber länger und mit mehr Höhenmetern garniert. Als Ausgleich präsentierte er sich mit seinem tollen Panoramaausblicken.

Do samma heid überall drüba ganga

Nach anstrengenden und tollen Stunden in den Bergen, neigte sich der 4 Tag dem Ende zu. Am Panorama- Restaurant angekommen, genossen alle ein Stück Kuchen oder eine kleine Brotzeit.

So ging eine wunderschöne 4 Tages-Tour zu Ende, bleibende Eindrücke der wundervollen Landschaft und schönen Hüttenabenden mit unseren Tour-Guides Karola und Heinz.

So schee is in de Berg

Danke für die wunderschöne 4 Tages-Tour und eurer super Betreuung bei den Touren!!!

Teilnehmer: Matthias Adelsberger, Martin Wegmeier, Angela Flossmann, Uta Mentz, Sepp Kirmair, Louisa Handorf, Vroni Maier, Ingrid Huber, Harald Schramek, Evi Baumann, Irmi Senft, Ronny Witt, Christa Perleb, Tobi Krüger, Ernst Schmidt

Leitung: Heinz Barczewski und Karola Rübensaal
Fotos: Harald Schramek und andere

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