Klettersteigkurs 2018

04.-07.05.2018, mit Alex Lechner und Hans Sterr – Eigentlich sollte der Kurs ja am Gardasee stattfinden, aber nachdem dort für das Wochenende starke Gewitter vorhergesagt waren, verlegten die beiden Kursleiter das Ziel ins Ötztal.

Kurzfristig kann auch noch eine Unterkunft gefunden werden, die sogar eigens für uns früher als geplant ihr Haus geöffnet hat. So kommen wir in den fünf Doppelzimmern im Haus Drei Tannen in Ötz (sehr empfehlenswert!) unter. Leider konnten drei Teilnehmer am Gardasee nicht mehr stornieren, so dass letztendlich sieben Kursteilnehmer am Freitag im Ötztal ankommen.

Haus Drei Tannen

Auf der Terrasse des Hauses beginnt der Kurs mit dem Theorieteil: Die richtige Klettersteig-Ausrüstung und sicherheitstechnische Aspekte werden vorgestellt. Und zum Schluss gibt Alex noch einen Blick in seine Ausrüstung zum Besten: Vom Blasenpflaster über wasserdichte Stifte bis zum Gurt zum Abbinden von Arterien ist alles dabei …

Fois amoi wos waar …

Am Samstag starten wir dann in den ersten Klettersteig. Der liegt eigentlich nicht im Ötz-, sondern im Inntal: Die Geierwand in Haiming.

Geierwand

Er ist ein ideales Übungsgelände; nicht zu schwierig, aber mit allen Facetten ausgestattet. Und an ihm lässt sich auch schon die Schwindelfreiheit der Bergsteiger testen …

Auch nach der Einstiegswand …

… bleibt es ausgesetzt

Ja, vielleicht hat manches Knie etwas gezittert, insbesondere auch auf der Seilbrücke. Aber alle meistern den Steig anständig. Na, wenn das kein guter Einstieg ist!

So eine Seilbrücke …

… macht ja auch Spaß!

Wir kehren noch in der Wirtschaft am Wandfuß ein und begießen den schönen Start in den Kurs.

Blick auf Umhausen

Der Sonntag führt uns dann nach Umhausen. Wir parken am Ötzidorf und steigen 20 Minuten auf zum Startpunkt unseres heutigen Steiges am Stuibener Wasserfall, dem mit 159m Fallhöhe höchsten Wasserfall Tirols.

Kurz vor dem Wasserfall geht es los

Der Steig beginnt diesmal gleich mit einer Seilbrücke – da steht die Prüfung also gleich zu Beginn an., Aber gestählt von der gestrigen Erfahrung gehen unsere Teilnehmer fast schon gelassen über das Hindernis.

Hindernis? Welches Hindernis?

Nach einer kurzen folgenden Gehstrecke durch den Wald und einem leichteren Abschnitt kommt dann das schwerste Stück des Steiges. Steil geht es hinauf, leicht überhängende Stellen sind zu bezwingen.

Steil hinauf …

… und ausgesetzt

Und dann folgt natürlich noch das Schaustück: Entlang des Wasserfalls und zuletzt wieder über eine Seilbrücke geht es am und über den tosenden Wasserfall.

Entlang des Wasserfalls …

… bleibt noch Zeit zum Lächeln

Und dann noch übers Seil!

Danach steigen wir hinauf zur Einkehr in „Leiter’s Hoamatl“ und lassen uns Tiroler Küche schmecken.

Do geht’s obe …

… und do ausse

Der Abstieg erfolgt dann über die Metallstiege und die Hängebrücke, die am Wasserfall entlang abwärts führen.

Wir gehen dann auf dem Forstweg zurück zu den Autos und fahren in die Unterkunft. Wieder ein toller Tag!

Auch der letzte Tag führt uns an einen Wasserfall: Heute steht der Lehner Wasserfall auf dem Programm. Und schon auf dem Anmarsch zum Einstieg ist zu sehen: Der Wasserfall führt dieses Jahr sehr viel Wasser. So haben wir ihn überhaupt noch nicht gesehen … das wird ein Spaß!

Do geht’s auffe

Davor haben die Erbauer aber eine lange, schwierige Einstiegswand gesetzt. Aber mit der Erfahrung der letzten beiden Tage und ein wenig Zuspruch durch die Kursleiter bezwingen alle Teilnehmer souverän diese Schwierigkeiten.

Steiler Aufstieg

Weiter oben folgt dann die Querung entlang der Wasserfallwand, ehe der (für uns) letzte Aufschwung folgt.

In der Wasserfallwand

Die meisten Teilnehmer lassen es sich an dieser Stelle nicht nehmen, hier sogar einen Überhang zu bezwingen, der klettersteigtechnisch mit Schwierigkeit D bewertet ist. Respekt, Leute!

Im Überhang

Wir steigen dann noch weiter auf zur Seilbrücke über den Wasserfall. Und da zeigt sich, was das viele Wasser bedeutet: Den Überquerern steht eine ordentliche Dusche bevor … fünf Teilnehmer lassen sich davon aber nicht abhalten und queren den Wasserfall. Sie werden, bairisch gesprochen, „sauba hergschwoabt“.

Sauba hin- …

… und hergschwoabt

Die beiden Kursleiter bevorzugen dagegen trockene Füße und wählen den Weg oben rum.
Am anderen Ende trifft man sich wieder, und die „Wasserratten“ bekommen etwas Zeit zum Socken auswinden. Dann steigen wir ab hinunter nach Lehn und fahren noch zur Einkehr in die „Sünderalm“ nach Längenfeld. Zumindest für die Tourenleiter ist der Name der Einkehr natürlich völlig unzutreffend!

Nach einem guten Essen verabschieden wir uns und fahren wieder nach Hause. Es war ein schöner Kurs mit einer sehr guten und ambitionierten Teilnehmertruppe!

Tolle Truppe

Dabei waren: Lukas Angermeier, Martin Brielmair, Alexandra Buchmann, Michael und Xaver Felixberger, Simon Lex und Christian Reischl
Kursleitung: Alex Lechner und Hans Sterr
Bericht und Fotos: Hans Sterr

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