Herzogstand, Skitourenziel mit Hindernissen

04.02.2018, mit Michael Kreuz – Inzwischen habe ich die Skitour auf den Herzogstand nun schon seit 2012 jedes Jahr ausgeschrieben. Immer im Dezember. Und da war nie genügend Schnee. Aber irgendwann wird man(n) ja schlauer und so war für diese Saison der Termin auf Anfang Februar angesetzt.

Dass es diesen Winter dann im Dezember schon so viel Schnee hatte, konnte ja niemand ahnen. Und so bin ich am 21.12.2017 schon einmal bei bestem Pulverschnee hinauf und habe die Lage erkundet. Dabei war ich ganz überrascht auf eine Pistenraupe zu treffen, die Ihre Mühen hatte durch den lockeren Schnee wieder den Hang hoch zu kommen.

Dezember

Für 4. Februar 2018 war dann die Sektionstour im Programm. Erfreulicherweise hat sich genau die maximale Anzahl von sieben Personen dafür interessiert. So entfiel das zukünftig anzuwendende Losverfahren. Bei in Erding noch etwas zweifelhaften Wetter sind wir um 7 Uhr gestartet. Im Laufe des Tages sollte sich es besser werden. Für 11 bis 12 Uhr war sogar etwas Sonne prognostiziert. Wir werden sehen.

Bei Ankunft am Kesselbergpass kurz nach halb neun bekamen wir sogar noch in der obersten Kehre einen Parkplatz. Hier stellten wir fest, dass das warme Wetter der letzten Woche seinen Tribut gefordert hat. Auf dem Maximiliansweg gab es nur eine ganz dünne Puderzuckerauflage. So schulterten wir unsere Ski auf den ersten Metern. Nach ca. 10 Minuten und 70 Höhenmeter (genau richtig um warm zu werden) gab es dann einen durchgehenden weißen Streifen und wir starteten die Skitour.

Aufstieg 1

Im Bereich der alten Abfahrt führt die Route auf einer Mischung aus Weg und Piste hinauf. Wird es zu steil, kann man auf den Forstweg ausweichen, der in Kehren immer wieder die Piste kreuzt. Zwischendurch fiel noch etwas Schnee aus den letzten(?) Wolken.

Schneefall

Nach 60 Minuten hatten wir schon die ersten 400 Höhenmeter hinter uns. Jetzt gab es erstmal eine Trinkpause.

Aufstieg 2

Die nächsten Meter hatten es nochmals etwas in sich. Unter der dünnen Pulverschneeauflage gab es eine harschige Unterschicht. Fest hintreten war angesagt, damit die Ski halten. Aber nach einigen Höhenmetern war das Stück schon wieder vorbei. Inzwischen hatten wir, zumindest zwischendurch kurz, einen Blick auf den Gipfel des Herzogstand werfen können. Für die Abfahrt von dort bzw. vom Sattel zum Martinskopf war doch etwas zu wenig Schnee. So entschieden wir, zum Fahrenberg zu gehen. Dort oben steht eine schöne Kapelle und man hat einen fantastischen Blick zum Walchensee.

Walchensee

Gipfelkreuz

Das Herzogstandhaus ließen wir dabei rechts liegen. Es ist aufgrund Revision der Seilbahn bis Ende März geschlossen.

Genau nach zwei Stunden waren wir dann alle am Gipfel. Ganz zaghaft versuchte die Sonne gegen die Wolken anzukämpfen. Sie gewann aber nur kurz die Oberhand. Na wenigsten gab es ein Gipfelbild mit Sonnenschein.

Am Gipfel

Nach einer ausgiebigen Brotzeit machten wir uns wieder auf den Weg ins Tal. Der Schnee ließ sich dabei sehr gut fahren. Unten drunter eine harte Schicht mit Gripp und darauf eine dünne Pulverschneeauflage.

Abfahrt

Viel zu schnell ging es wieder nach unten. Dabei kamen uns doch noch einige Skitouren, Schneeschuhgeher und Fußgänger (!) entgegen. Warum man dabei mit seinem Kind an der Hand nicht auf dem Forstweg bleibt und die steile alte Piste benutzt, weiß wohl nur Papi selbst. Die Tour ist halt doch ein überlaufener „Geheimtipp“. Die letzten Meter packte wir dann die Ski nochmals auf die Rücksäcke und gingen wieder zum Parkplatz zurück.

Skitragen

Auf dem Rückweg gab es dann noch Kaffee und Kuchen beim Gasthof Rabenkopf in Ried. Hier begrüßt einen noch der Wirt und Koch persönlich. Gekocht wird übrigens z.B. der Tafelspitz in feiner Dillsoße nach Hotel Sacher Art „so wie die Pfarrköchin Rosinka die Lieblingsspeise des Herrn Konsisterialrat Povondra mit soviel Sorgfalt zubereitet hat, dass er in voller Rüstigkeit sein 104. Lebensjahr erreichte“. Nur gut, dass wir vor 14:31 Uhr dran waren. Danach gibt es nämlich nur noch kalte Küche.

Mit dabei (in der Reihenfolge der Anmeldung): Rudi Riepl, Dino Morelli, Vroni Maier, Sabine Müller, Hans Buchmann, Yann Brillout, Peter Baierl
Tourenführer und Bericht: Michael Kreuz
Fotos: Yann Brillout, Sabine Müller und Michel Kreuz

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