Mit dem MTB von Erding bis zum Spitzingsee

29.07.2017 mit Edwin Volker – Racing to the Bavarian Alps: Dieses Mal erwarteten uns ca. 110 km/1550 hm von Erding zum Spitzingsee; Treffpunkt (12 Teilnehmer mit Guide Edwin) deshalb als early-morning-birds um 8.00 Uhr am S-Bahnhof Altenerding. Nach einem kurzen Bike-Check, (= jeder checkt das Radl seines linken Nachbarn) auf Luftdruck, Bremsen, Pedale, Sattel und Schaltung, ging es dann auch schon los.

Wir verließen Erding in Richtung Süden über Wörth / Forstinning und sollten einen abenteuerlichen Tag verbringen. Bereits in den Forsten (Anzing, Ebersberg und Eglharting) wollte es ein Reh im MTB-Racen mit Guide Edwin aufnehmen, bog dann aber aus lauter Verzweiflung links in ein Weizenfeld ab. Doch die Wildschweine (1 Keiler mit Bache und mehreren Frischlingen) ließen sich nicht so leicht beeindrucken. Allein den gestylten MTB-Radlerinnen (vor allem Uschi) ist es zu verdanken, dass diese ohne Attacke davonzogen. Nunmehr musste Guide Edwin sich eingestehen, dass die MTB-Radlerinnen (Uschi, Christa, Petra, Hannelore, Martina und Renate) mit Geschwindigkeiten zwischen 23 und 25 km/h den Herren eindeutig den Rang abgelaufen hatten. Deshalb legten wir eine Brotzeitpause auf Holzstämmen ein und wir Mädels ließen uns gnädigerweise zu gemäßigteren Geschwindigkeiten überreden.

Aus den Wäldern tauchten wir nun auf und fuhren weiter über Kirchseeon und Glonn. Plötzlich witterten wir Kaffeeduft und fanden einen herrlichen Biergarten an der Strecke, den Haflhof in Münster / Egmating. Hier stärkten wir uns mit Kaffee in allen Varianten, „alkoholfreien Getränken“ und leckerem Rhabarberdatschi. Nunmehr fiel auf, dass Edwin sich heute besonders chic gemacht hatte. Er trug über Funktion eine bayerische kurze Trachtenhose, die bei genauem Hinsehen aus Stoff war, seidig glänzte und ursprünglich Badehose ist. Sogleich fanden wir für ihn das passende Äquivalent, unsere Bedienung im feschen Dirndl, und fotografierten das schöne Paar. Deshalb beschlossen wir, dass Edwin ein weiteres Prädikat zu verleihen ist (ihr erinnert Euch an die MTB-Tour am 11.06.2017 auf den Nikolaiberg): BEST DRESSED GUIDE!

Wir starteten dann mit „fliegendem Start aus Wohnzimmer“ unter Einweisung durch Edwin in die MTB-Grundpositionen: Pedale auf gleicher Höhe, stehende Position mit leicht gebeugten Knien, Arme angewinkelt, bis 10 m vorausschauend fahren. Doch das nächste Abenteuer wartete schon auf uns. Zwischen Egmating / Aying / Valley schoben/trugen/fuhren wir durch Walddschungel, steile Matschtrails, Wasserüberflutungen und konnten uns nur durch geschickten Einsatz von Moskito- und Zeckenspray, das laut Hans „abartig stank“, retten.

Wieder im fahrtüchtigen Zustand begegneten uns im Wald die Bayern-Kamele aus Valley. Und wir testeten sogleich, who ist the winner, MTBs gegen Kamele, und konnten dieses Duell eindeutig für uns entscheiden.

Dennoch wurden wir in jeglicher Weise unserem ökologischen Auftrag Wasser gerecht. Im schönen Mangfalltal bestaunten wir das Kunstwerk „Tränen unserer Erde“ von Karl Jakob Schwalbach und versorgten uns mit frischem Wasser. Wieder auf sicherem Terrain/Hohendilching erwischte Christa der „Pannenteufel“ und sie musste den Schlauch/Vorderrad wechseln. Doch „selbst ist die Frau“ und Christa hatte das Problem „dalli, dalli“ gelöst.

Auf unserem weiteren Weg nach Miesbach durchfuhren wir die Brücke unter der Autobahn und bewunderten Aktivisten des Kletter- und Boulderzentrums Weyarn/Leifheit-Halle (KletterZ). Nun kam der letzte Anstieg über Hausham zum Schliersee, der uns jegliche Reserven abverlangte, „mit Edwin sind Abenteuer garantiert“. Deshalb stärkten wir uns im Cafe Milchhäusl / Schliersee, erlebten das Seefest mit und ließen den Tag ausklingen. Renate drehte sogar noch eine Runde im Schliersee und roch auf dem Heimweg wesentlicher besser als wir anderen. Mit der Bayerischen Oberlandbahn, zwar über den Umweg Gegenrichtung Bayrischzell wegen mangelnder Fahrradplätze, erreichten wir München und kehrten gesund und munter mit der S2 nach Erding heim. Um künftige „trockene Zugfahrten“ zu vermeiden, haben Renate und Petra beschlossen, in geeigneter Sekunde „auszubüchsen“ und Getränke zu besorgen.

Die weitere Auffahrt zum Spitzingsattel überließen wir unseren 5 Heroes, just for one day, Dominik und Paul Maier, Christa Perleb, Hannelore und Eric Lallet. Die Tour wurde formal am Schliersee beendet.

Tourenbericht Teil 1.; Dr. Petra Wiche-Wendler

Auf zum Spitzingsattel …

Edwin lobt `seine tolle Gruppe´ und insbesondere auch Petra, die nach ihrer `Trainingtour´ von 1.200 km enorm an Kondition und fahrerischem Können zugelegt hat.
Fünf Radler wollen noch zu später Stunde Richtung Spitzingsattel aufbrechen. Eigentlich sollte es die Asphaltstraße sein, doch irgendwie müssen wir ständig Privatwege akzeptieren und zurück, was zu diversen Umwegen führt. Entlang einem Forstweg gilt es eine entscheidende Weggabelung nach links zu nehmen. Nun ja, das Navi bzw. der Track sind hierbei leicht überfordert. Unser Weg wird stetig unwegsamer, bis wir unsere Räder nur noch tragen können. Es sollte sich um die alte Spitzingsee Straße handeln, jedoch von Straße keine Spur. Felsig geht es bergauf. Ein anschließend sehr steiler, enger Steig erlaubt uns nur die Räder mit extremen Krafteinsatz zu schieben. Eigentlich kompetent wirkende Wanderer kennen den Weg offenbar doch nicht so gut, schicken uns in die falsche Richtung. Der kleine Abstecher entpuppt sich als eher langwierige Trage-/Schiebepassage. Endlich erblicken wir schweißgebadet eine kleine Gastwirtschaft am Spitzingsattel und wollen unsere Räder abstellen. Leider macht uns die `stämmige´ Wirtin klar, dass für sie schon Feierabend sei und wir weder Leitungswasser, Toilette oder sonst etwas in Anspruch nehmen können.

Tja, 19 Uhr am Spitzingsattel – was nun? Für die Abfahrt zum Spitzingsee hinunter und wieder hinauf – definitiv zu spät. Beeindruckt hat uns aber eine nette, durchaus etwas kräftigere Radlerin (unsere Fotografin), die wöchentlich die asphaltierte Spitzingsee Straße hinauf strampelt, um in der Albert-Link-Hütte das leckerste Brot der Region zu kaufen – Respekt.

In rasanter Abfahrt geht es für uns zurück zum Schliersee. Mittlerweile haben wir 110 km und 1.550 hm in den Beinen. Besonders beeindruckt sind wir von unserem Youngster Dominik (16), der `obercool´ und gut gelaunt die anstrengende Tour bewältigt (seine erste längere Radltour überhaupt). Die Suche nach Getränken und Speisen entpuppt sich als etwas kompliziert. Aufgrund des Festes haben umliegende Gastwirtschaften bereits geschlossen bzw. sind gerade dabei. Ewig lange Menschenschlangen, die sich vor Getränke- bzw. Essensausgaben am Volksfest drängeln, schrecken uns eher ab. Doch das Seerestaurant – gehobener Stil – bietet uns um 20 Uhr noch sehr leckeres Essen an. Auch in verschwitzten `Radler-Klamotten´ kein Problem. Gut gespeist machen wir uns gegen 21.45 Uhr auf den Weg Richtung Bahnhof. Genau jetzt wird ein bezauberndes Feuerwerk am See gezündet – schon wieder ein Highlight. Ohne Probleme in der BOB-Bahn eingestiegen, teilt uns der Zugführer mit, dass er nun das Licht in den Waggons ausmache, damit wir das Feuerwerk besser sehen können. Mittlerweile blitzt und kracht es, so dass ein sehr lauter `Donner´ uns nicht übermäßig beeindruckt. Erst die Durchsage des Zugführers macht klar, dass ein Blitz im Zug eingeschlagen hat und die Weiterfahrt noch unklar ist. Den Rest der Nacht in einem Zugabteil – hat auch nicht Jede/r. Doch langsam nimmt die BOB wieder Fahrt auf; der Schaden offenbar nicht groß. Nach eindrucksvollen Abenteuern erreichen wir um 00.45 Uhr den Bahnhof Altenerding. Wir können es fast nicht glauben, dass es sich lediglich um die Ereignisse während eines einzigen Tages/Nacht handelt.

Dir lieber Edwin, im Namen aller Teilnehmer/-innen, vielen Dank für eine wirklich außergewöhnliche Traumtour, die du absolut souverän geleitet hast!

Teilnehmer/-innen: Renate Brenninger (Gast), Hans Buchmann, Helmut Pointner (Gast), Hannelore und Eric Lallet (Gast), Martina Neumann, Uschi Schranz, Stefan Taubalt (Gast), Dr. Petra Wiche-Wendler, Dominik mit Paul Maier und Christa Perleb mit dem Tourenbericht Teil 2.

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