Vom Spitzingsee zum Rotwandhaus – oder so …

06.03.2016 – Im Laufschritt geht es zum vereinbarten Treffpunkt, schließlich hatte ich ja explizit um Pünktlichkeit in der Einladungs-Email gebeten, und jetzt war ICH knapp dran. Bis es dann los geht, ist es dann doch wieder deutlich nach der vereinbarten Zeit und 2/3 meiner Familie sind die Einzigen, die immer noch fehlen.

Drei Wochen vorher habe ich die Wanderung mit meinem 5 jährigen Sohn ausprobiert: Von Spitzingsee den Schlitten 7km und 600 Höhenmeter zum Rotwandhaus ziehen und dann alles wieder runter rodeln war der Plan.

Bei leichtem Schneefall erst kurz vor Mittag los, waren wir dann nach 2:40h im Schneesturm auf der Hütte. Insgesamt war der Schlitten ein Viertel der Strecke mit Kind beladen, das sollte also in 3 – 3,5 Stunden auch mit der Gruppe zu schaffen sein – hatte ich gedacht.

IMG_7576Drei Wochen später waren die Verhältnisse gut, nach 2 km war es immer noch trocken, es war sogar ab und zu die Sonne zu sehen und die Schlitten mussten auch noch nicht getragen werden. Daß jetzt die erste Pause fällig war, kam nicht ganz unerwartet, daß aber die ersten (Eltern!) fragten, wie weit es noch sei, hat mich dann schon etwas irritiert….

Die nächsten eineinhalb Stunden hatten dann einen Großteil aller Möglichkeiten aufgezeigt, warum es nicht oder nur im Schneckentempo voran geht:

Nummer Eins lässt sich ausschließlich von der – dann irgendwann schon deutlich erschöpften- Mama auf dem Schlitten ziehen.
Nummer Zwei ist die Jüngste, mag nicht an der Hand laufen, will noch weniger auf dem Schlitten sitzen und gezogen werden sonder will selbst laufen und dabei noch den Schlitten selbst ziehen, der wohl mindestens so viel Gewicht wie sie selbst auf die Waage bringt.
Nummer Drei (das ist Meiner) liegt schon so gut wie die gesamte Wanderzeit auf dem Schlitten, weil er ausgerechnet heute mit Fieber aufgewacht ist, wird aber dann richtig aktiv und laut, wenn noch ein anderes Kind mit auf dem Schlitten sitzen soll.

IMG_7598Und wenn dann gerade mal wirklich alle mit einstelligem Lebensalter im Vorwärtsgang sind, werden die zwei zum Ratschen stehen gebliebenen Mamas oder der mit Telefon am Ohr zurückgefallene Papa schmerzlich vermisst…

Nach beinahe 4 Stunden unterwegs und ca. 20 – 60 Minuten vor der Hütte (je nach persönlicher Einschätzung) fällt der Entschluss zur Umkehr.

WP_20160306_13_30_11_ProDie Abfahrt ist nur für die Kinder eine Solche, alle Anderen müssen immer wieder die Schlitten ziehen, da es eben doch nicht so steil ist, wie es sich zuvor angefühlt hatte.
Nach einer weiteren Stunde sitzen alle im Restaurant am Ausgangspunkt zum sehr späten Mittagessen und behaupten tapfer, daß es doch und trotz allem ganz schön gewesen sei….

So viel Wohlwollen habe ich wohl eher dem Umstand zu verdanken, daß es die erste Tour war, die ich für die Alpenwichtel-Gruppe organisiert habe.

Das nächste Mal werden wir dann wohl doch eher wieder auf einer kurzen Runde durch das Voralpenland wichteln, sofern man mich überhaupt wieder eine Wanderung organisieren lässt. Ob das nicht sowieso Teil des Plans war, wird nicht verraten 😉

IMG_7594Bericht: Jan Gressmann

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