Skitourenwochenende Kelchsau

26.-28.02.2016, mit Matthias Riedl – Nachdem es ein paar Tage vorher zum Glück noch ein Paar Zentimeter geschneit hat, hieß unser erstes Tourenziel nach der Anreise: Schneegrubenspitze.

Tag 1, Freitag: Schneegrubenspitze
Allein der Name ist ja schon vielversprechend und schon gleich beim Aufstieg durch traumhaft verschneiten Wald zeigte sich, dass es die richtige Entscheidung war. Nicht nur der glitzernde Schnee im Sonnenlicht, sondern auch die Ruhe vor dem Sturm auf die Kitzbühler Alpen am Wochenende war wunderbar.

Im Aufstieg zur Schneegrubenspitze

Im Aufstieg zur Schneegrubenspitze

Nach einer kurzen Trinkpause stiegen wir meist in der Sonne weiter über die Schneegrubenalm und den lang gezogenen Rücken zum Gipfel.

Auf Höhe der Schneegrubenalm

Auf Höhe der Schneegrubenalm

Oben angekommen blies uns erst mal ein ordentlich kalter Wind ins Gesicht und ließ uns nicht lange am höchsten Punkt verweilen. Einige Abfahrthöhenmeter weiter unten suchten wir uns ein windgeschütztes Platzl auf dem Bergrücken für die verdiente Brotzeit samt Dosen-Gipfelbier.

Kurz vorm stürmischen Bergrücken zum Gipfel

Kurz vorm stürmischen Bergrücken zum Gipfel

Wohl gestärkt und höchst motiviert schnallten wir die Skier wieder an und fuhren weiter ab. Wir wussten ja vom Aufstieg was uns in der weiteren Abfahrt erwartet: Pulver vom feinsten 🙂

Teilstück Abfahrt vom Schneegrubenschartl

Teilstück Abfahrt vom Schneegrubenschartl

Nach getaner Arbeit bezogen wir am Nachmittag im Gasthof Wegscheid unser Quartier und freuten uns auf das Abendessen. Renate hatte als Hobby-Spionin bereits einen Blick in die Küche geworfen und einen Berg an Kaspressknödeln entdeckt was uns natürlich dazu animierte, dem Wirt als Vorspeisenempfehlung eine Kaspressknödelsuppe vorzuschlagen. Die Gebete wurden vollends erhört. Das Hauptgericht hatte sich schon durch lautes Klopfen im ganzen Haus verraten: Es gab Schnitzel.

Tag 2, Samstag: Tristkopf über die Bamberger Hütte
Am zweiten Tag unseres gemeinsamen Wochenendes stand eine längere Tour an. Der Tristkopf mit seiner nordseitigen Abfahrt ist das Ziel.

Es sollten auch noch zwei weitere Teilnehmer zu uns stoßen. Doch bevor wir starteten, konnten wir gemütlich vom Frühstückstisch aus das hektische Treiben der ankommenden Tages-Skitourengeher am Parkplatz beobachten. Auch der hundertste Fahrer fuhr bis zum oberen Ende des Parkplatzes um dann festzustellen, dass andere früher auf diese Idee gekommen sind. Der Parkplatz war natürlich voll und die ansteigende Straße verwandelte sich mehr und mehr zur eisglatten Rutschbahn.

Für unsere Nachkommer ergatterte ich zum Glück einen Parkplatz auf dem Privatgelände des Wirts, sonst gab es nämlich nichts mehr. Nur der Schein Ihres Autos hat getrogen. Was aussieht wie ein Geländewagen muss heutzutage ja keinen Allrad mehr haben, wodurch wir das Aufwärmprogramm mit „Unterstütze das SUV (sports utility vehicle) auf spiegelglatter Fahrbahn rückwärts bergauf um eine Ecke in den Parkplatz“ vollzogen.
Aber dann stand uns nichts mehr im Weg und wir starteten bei blauem Himmel und wunderbaren Sonnenschein in Richtung Bamberger Hütte, die auf halber Strecke zum Tristkopf liegt.

Auf dem Weg zur Bamberger Hütte, im Hintergrund der Tristkopf

Auf dem Weg zur Bamberger Hütte, im Hintergrund der Tristkopf

An der Bamberger Hütte angekommen wussten wir dann, dass die Vorhersage mit dem Föhn definitiv eintritt. Es blies uns ein kalter und teils starker Wind ins Gesicht. Von der Hütte aus mussten wir erst einmal mit wenig Höhengewinn einige Zeit marschieren, ehe wir Höhenmeter in Richtung Gipfel gut machen konnten. Die alternative Aufstiegsroute mit der Hoffnung auf Schutz vor dem Wind hat funktioniert, wurde aber mit Spuren „bestraft“. Somit waren aber auch die Hänge für die Abfahrt bereits klargemacht, denn hier fuhr noch keiner ab und der Schnee war nicht vom Wind beeinflusst. Im Nebenhang musste man den unberührten Schnee schon suchen.

Noch wenige Höhenmeter zum Tristkopf

Noch wenige Höhenmeter zum Tristkopf

150 Höhenmeter unter dem Gipfel legte der Wind dann nochmal richtig zu und brachte so manchen Teilnehmer in ein kleines Motivationsloch. Da die Gruppe ein bisschen langgezogen und aufgrund des Windes alle dick eingepackt waren, konnte der Tourenführer das Motivationsloch leider leider nicht wahrnehmen :-).

Die letzten Höhenmeter zum Tristkopf

Die letzten Höhenmeter zum Tristkopf

Wenn es vorher schon so viel Wind gab, kann ja am Gipfel schlussendlich nicht mehr viel davon übrig sein. So war es dann auch und die Gruppe erreichte mit einem breiten Grinsen den Gipfel und erfreute sich des Ausblicks, der Fast-Windstille, der Gipfel-Brotzeit, des Gipfel-Biers und des Gipfel-Schnaps.

Gipfelfreude auf dem Tristkopf

Gipfelfreude auf dem Tristkopf

Wohl gestärkt machten wir uns an die Abfahrt, zuerst über windgepressten Schnee, dann durch Bruchharsch, dann über einen zerfahrenen Steilhang mit harten Alt-Spuren zum wohlverdienten Pulverhang aus dem Aufstieg.

Pulverhang unterhalb des Tristkopf

Pulverhang unterhalb des Tristkopf

Einen Einkehrschwung machten wir dann an der Bamberger Hütte. Da der Aufstiegsweg zur Bamberger Hütte für die Abfahrt ungeeignet ist, sollte man eine Variante wählen. ABER so hieß es nochmals AUFSTEIGEN und Wegstrecke fressen. In der Hoffnung, in einer steilen breiteren Nord-Rinne windgeschützen Pulverschnee zu finden, hieß es leider mal wieder Skitechnik-Abfahrts-Training. Also rein in den Bruchharsch, der zur Überraschung auch noch versteckt darunter Eisboller bereithielt. Zumindest war die Steilrinne nicht all zu lang und wir erreichten bald flacheres Gelände. Über Almgelände und eine Forststraße ging es nur noch bergab in Richtung Abendessen.

Am Ende waren es dann aber doch über 1400 Höhenmeter und mind. 17 km Wegstrecke. Bei den Schneeverhältnissen hieß es für manchen Teilnehmer „learning by doing“.

Tag 3, Sonntag: Schneegrubenspitze, die 2.
Am Samstag sind wir ja schon einen Teil der eigentlich für Sonntag geplanten Abfahrt abgefahren. Da aber die Schneeverhältnisse höchst unmotivierend für einen erneuten Aufstieg waren, musste eine Alternative her.

Mmh, denk, denk. Alles über die Bamberger Hütte ist zu weit für Sonntag, die Berge am Taleingang haben unten zu wenig Schnee, bei anderen ist die Hangausrichtung nicht vielversprechend. Also bleibt wieder nur die Schneegrubenspitze übrig, die ja am Freitag schon guten Schnee und Motivation versprach. Gesagt getan und wir starteten los.
Gleich zu Beginn war es schweißtreibend, der Föhn machte seinem Namen alle Ehre und verschaffte neben warmen Temperaturen auch noch stollende Felle. Unten war der Schnee nicht so schön, aber als wir wieder das Almgelände erreichten zeigte sich, dass es die richtige Entscheidung war.

Am Rücken zum Gipfel angekommen legte auch gleich der Föhn los und wärmere Kleidung war angesagt. Dafür stollten aber auch die Felle aufgrund der kälteren Temperaturen nicht mehr und das Gehen macht gleich wieder doppelt so viel Spaß, wird aber durch den starken Wind wieder um die Hälfte reduziert. Am Gipfel angekommen gab’s dann gleich wieder sämtliche kulinarischen Einlagen. Mit Einsetzen der nun immer stärker werdenden Föhn-Böhen flüchteten wir vom Gipfel über Bruchharsch, durch Pulverschnee und minimalen Sulz zu Tal und beendeten unser gemeinsames Tourenwochende gemütlich beim Wirt in der Kelchsau.

Schneegrubenspitze mit mobilem Gipfelkreuz

Schneegrubenspitze mit mobilem Gipfelkreuz

Teilnehmer: Maria Brandmayer, Renate Resch, Bianca Krumpholz & Uwe Seidel, Hans Buchmann, Torsten und Stefan Kreisig
Tourenleitung und -bericht: Matthias Riedl

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