HTG-Touren ums Hochwildehaus (2.883m)

15. bis 17. August 2014 mit der HTG. An Freitag, an Mariä Himmelfahrt, trafen sich sechs Kranzler der HTG-Gruppe am Bahnhof in Altenerding um von dort in ein verlängertes Hochtouren-Wochenende im Ötztal aufzubrechen. Nach ca. 3,5h Fahrt erreichten wir unser Ziel: Obergurgl. Nachdem wir dort einen Parkplatz gefunden hatten, schnürten wir unsere Bergschuhe und starteten den Aufstieg zum Hochwildehaus, unser Quartier für die nächsten beiden Nächte. Der Weg führte uns zunächst vorbei an Hotels und Sportgeschäften und wechselte am Ortsende von Obergurgel auf einen breiten Fahrweg, den wir bis zur Langtalereckhütte folgten. War das Wetter zu Beginn unseres Hüttenzustiegs noch freundlich, fing es auf halben Weg an zu regnen.

2-Falscher Wetterbericht-1Falscher Wetterbericht

An der Langtalereckhütte angekommen beschlossen wir uns bei einem Getränk und einer warmen Suppe für den restlichen Weg zum Hochwildehaus zu stärken. Während unseres Aufenthalts in der Hütte hatte sich das Wetter gebessert und wir konnten zunächst im Trockenen unseren Aufstieg zum Hochwildehaus fortsetzen. Doch die Freude über die Wetterbesserung hielt nicht lange an. Schon nach kurzer Zeit fing es wieder an zu regnen. Mit zunehmender Höhe kam dann auch noch Schnee hinzu. Am späten Nachmittag erreichten wir dann schließlich das Hochwildehaus. Dort bezogen wir unser Zimmer, tranken einen Kaffee und legten uns für ein kurzes Schläfchen in unsere Betten. Pünktlich zum Abendessen fanden sich alle Kanzler wieder in der Gaststube ein und nahmen ein schmackhaftes Drei-Gänge-Menü inkl. Salatbuffet zu sich. Nachdem Essen wurden noch der Hüttenwirt zu morgigen Tour befragt. Auch das morgige Wetter wurde in Erfahrung gebracht. Der Vormittag sollte durchwachsen sein, aber für Mittag/Nachmittag war eine Wetterverbesserung vorausgesagt. Den Rest des Abends ließen wir in geselliger Runde ausklingen.

2-HüttenzauberHüttenzauber

Am Samstag sollte der Schalfkogel (3.537m) unser Ziel sein. Von dem Hochwildehaus führte uns der Weg zunächst ca. 100 Hm bergab zum Gurgler Fernen. Diesen galt es zu überqueren. Auf dem flachen Gletscher folgten wir den Spuren, die die Seilschaft vor uns hinterlassen hatten, und erreichten so ohne Probleme die andere Seite des Gletschers. Dort setzten wir unseren Besteigung in felsigem, aber unschwierigen Gelände fort. Allerdings hatte sich schon auf dem Gletscher das Wetter verschlechtert. Zunächst zog Nebel auf, später im Fels fing es an zu schneien. Mit der Hoffnung auf Wetterbesserung setzten wir unseren Aufstieg zunächst fort. Doch das Wetter verschlechterte sich weiter, so dass wir uns kurz vor dem zweiten Gletscherfeld entschlossen langsam abzusteigen und ggf. bei einer Wetterverbesserung den Aufstieg fortzusetzen. Diese Wetterverbesserung setze aber erst ein, als wir schon wieder auf dem Gurgler Ferner waren. Nachdem wir diesen überquert hatten, machten wir erstmal Pause und diskutierten das weitere Vorgehen. Da die Sonne nun kräftig schien und sich die Wolken auflösten, machte sich ein Teil der Gruppe wieder auf den Weg zum Schalfkogel – 2. Versuch.

2-Zweiter Versuch noch in der Sonne2.Versuch

Ein anderer Teil kehrte zur Hütte zurück. Wieder wurde der Gurgler Ferner überquert um dann Weg zum Schalfkogel in felsigem Gelände fortzusetzen. Wieder verschlechterte sich das Wetter und bei starken Schneefall entschlossen wir uns auf dem zweiten Gletscherfeld umzudrehen und zur Hütte zurückzukehren. Zwar hatten wir keinen Gipfel, aber mehr Höhenmeter, als wenn wir diesen auf´s erste Mal erreicht hätten. Die Hütte erreichten wir am späten Nachmittag. Wie schon am Tag zuvor legten wir vor dem Abendessen ein kurzes Nickerchen ein, nahmen ein schmackhaftes Abendessen zu uns und befragten den Hüttenwirt zu morgigen Tour und dem morgigen Wetter. Vorausgesagt wurde strahlender Sonnenschein. Den Rest des Abends verbrachten wir in geselliger Runde.

3-Vor der HochwildenVor der Hochwilden

Am Sonntag stand die Überschreitung der Hochwilden (3.461m) auf dem Programm. Nachdem wir gefrühstückt und unsere Rücksäcke gepackt hatten, marschierten wir in der frostigen Morgendämmerung los in Richtung Gurgler Ferner.

3-Frostiger Start in einen sonnigen TagFrostiger Start in einen sonnigen Tag

Unser Weg führte uns zuerst über Geröll und Schotter, bis wir einen geeignet Platz für den Übergang zum Gletscher erreichten. Dort seilten wir uns an, verzichteten aber zunächst auf Steigeisen und setzten unseren Weg auf dem Gletscher fort. In größtenteils mäßig steilen Gelände kamen wir gut voran, so dass immer wieder Zeit für Fotopausen war. Auf den letzten Metern vor Verlassen des Gletschers steilte sich dieser noch ordentlich auf. Hier zahlte es sich aus, dass ein paar Kanzler bereits Steigeisen angelegt hatten. Nach dem Gletscher mussten wir jetzt noch ca. 100 Hm im Fels zurücklegen. Der Weg durch den Fels war mit Drahtseile versichert, der Fels aber oft vereist und schneebedeckt. Im Vorteil waren jetzt die Kranzler, die schon ihre Steigeisen angelegt hatten.

3-GratschneideGratschneide

Am Nordgipfel angekommen legten wir eine Essens- und Trinkpause ein, zogen alle unsere Steigeisen an und setzten unser Tour dann auf dem wunderschönen Grat zum Hauptgipfel der Hochwilde fort.

3-Am GratAm Grat

Auch dieser Wegabschnitt war seilversichert und bot immer wieder vereiste und schneebedeckte Felspassagen. Als wir dann den Hauptgipfel erreicht hatten, legten wir eine längere Pause ein und genossen die Aussicht auf Ortler Königsspitze, Piz Bernina, viele weitere schöne Berge und den Blick ins grüne Tal.

Vom Hauptgipfel aus wollten wir eigentlich – in Richtung Stettiner Hütte – zum Langtaler Joch absteigen um von dort dann über den Langentaler Ferner zurück zur Langtalereckhütte und schließlich nach Obergurgel zu kommen. Was wir nicht wussten (und auch nicht in unserer Karte eingezeichnet war und uns er Hüttenwirt am gestrigen Abend nicht verraten hatte) war, dass es einen neuen Weg und einen alten Weg von der Stettiner Hütte zur Hochwilde gibt. Zum Langtaler Joch führt aber nur der alte Weg. So folgten wir – mit guten Gewissen – zunächst dem neuen Weg. Nach einiger Zeit und einigen Höhenmetern im Abstieg bemerkten wir aber unseren Irrtum, stiegen wieder bis zum Gipfel auf und folgten dem alten Weg, der uns dann auch zum Langtaler Joch führte. Dort betraten wir den spaltigen Langentaler Ferner. Gleich zu Beginn querten wir eine große Spalte, die einen fotogenen Sprung verlangte.

3-SpaltensprungSpaltensprung

Wir folgten den Spuren, die die Seilschaft vor uns hinterlassen hatten, bis wir das Ende des Gletschers erreichten. Dort verstauten wir unsere Gletscherausrüstung im Rucksack und schritten am Gletscherbach entlang den lange Weg in Richtung Langtalereckhütte. Nach einigen Metern Gegenabstieg erreichten wir diese und wollten uns dort ein (frühes) Abendessen gönnen. Leider servierte die Hütte schon kein warmes Essen mehr, so dass wir nur noch ein Getränk zu uns nahmen und unseren Abstieg nach Obergurgel fortsetzen. Am Parkplatz angekommen, seit dem Verlassen des Hochwildehauses waren inzwischen mehr als 12h vergangen, entledigten wir uns unserer Bergschuhe, packten unsere Rucksäcke ins Auto und machten uns auf den Weg zurück nach Erding. Auf dem Heimweg machten wir noch Halt bei einer Pizzeria in Zwieselstein, wo wir eine leckere Pizza zu uns nahmen und das verlängerte Wochenende Revue passieren ließen. Kurz vor Mitternacht erreichten wir dann unseren Ausgangspunkt, den Bahnhof in Altenerding.

Mit dabei waren: Karola, Hans, Rainer, Rudi, Tobias und Wolfi.

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