Mit den Kranzlerkids auf großer (Hoch-)Tour: Die Schoberrunde

o2. bis 09. August 2014, mit Constanze Klotz – „Wir wollen samstags fahren, wenn alle fahren…“- so brauchen wir fünf Stunden von Erding bis Kals am Großglockner. Zum dritten Mal ist die Familiengruppe Kranzlerkids zu einer einwöchigen Wanderung aufgebrochen, diesmal mit 14 Personen.


Samstag, 2. August 2014: Lucknerhaus – Glorer Hütte
Bericht: Constanze Klotz

alle 13+ Alle 13 +

daMike da Mike

Im Ortsteil Lesach steigen wir in den Linienbus, der uns hoch zum Lucknerhaus (1918m, Mautstrasse) bringt. Nun geht’s wirklich los!

Schwer bepackt Schwer bepackt!

Nach gefühlten 50 Metern beginnt es zu regnen. Nebelschwaden und Regen trüben die Sicht, nichts mit Glocknerblick heute. Die Blumen am Wegesrand sehen wir gerade eben noch: Neben Taubenkropf, Enzian, Ferkelkraut und vielen üblichen Wiesenblumen gibt es hier Arnika und Kohlröschen in Massen.

Nach gut zwei Stunden steht unvermittelt die Glorer Hütte (2651m) vor uns.

Glorer HütteGlorer Hütte

 Wir freuen uns über ein geräumiges Lager und noch mehr freuen wir uns über ein sehr reichhaltiges Essen: Suppe in Halbliter-Schalen, Kasspatzn und Gröstl kommen in riesigen Pfannen auf den Tisch. Lecker! Das Personal ist superfreundlich, es ist fast nichts los. Der Hüttenwirt ist erfreut, dass wir uns für die Infrastruktur seiner Hütte interessieren und zeigt uns gerne alles: Seilbahn, Blockheizkraftwerk, Wasserversorgung.

Bereits an diesem ersten gemeinsamen Abend stellen sich Trompetenkäfer bei uns ein, sie werden treue Begleiter für die nächsten Tage sein, denn: Trompetenkäfer gibt’s überall.

 Sonntag, der 3. August 2014: Glorer Hütte – Wiener Höhenweg – Böses Weibl – Elberfelder Hütte
Bericht von Mariano Mayr
Am Morgen sind wir zuerst auf einen kleinen Hügel vor der Glorer Hütte gestiegen, um zu schauen, ob man den Großglockner sieht. Aber er war in den Wolken. Anschließend sind wir wieder runter. Ein wenig später marschierten wir los, über viele rutschige Steine. Nach einer guten Stunde machten wir an einer kleinen Hütte Brotzeit.

unsere KranzlerkidsUnsere Kranzlerkids

 Danach sind wir weiter zum Sattel (2926m) mit der Gernot-Röhr-Biwakschachtel gegangen. Oben angekommen sind wir aufs Böse Weibl (3116m) gestiegen.

Böses Weibl Böses Weibl

Für die meisten der Kranzlerkids war es der erste 3000er. Danach stiegen wir Richtung Süden ab. An der Elberfelder Hütte (2346m) angekommen, haben wir uns umgezogen und gewaschen. Am Abend sind wir zum Essen runter. Es war ein toller Tag in den Bergen.

Elberfelder Hütte-2Elberfelder Hütte

 Montag den, 4. August 2014: Variante 1: Elberfelder Hütte – Hornscharte – Adolf-Noßberger-Hütte – Hohe Gradenscharte – Wangenitzseehütte
Bericht von Moritz Daimer
Der Tag fing wie gewöhnlich an, wir standen um 6:45 auf, machten uns frisch und Frühstück gab es dann um 7:00 Uhr. Nach dem Frühstück beschloss ein Teil der Gruppe über die Hornscharte zu gehen. Da ich in der Gruppe war, die über die Hornscharte gegangen ist, kann ich nur darüber berichten, wie der Tag bei uns abgelaufen ist. Erstmal zum Wetter: Es war sehr neblig und alle Gipfel waren darin verschwunden…Los geht’s!.. Am Anfang gingen wir einen schönen Trampelpfad und kamen an einer Herde Schafe vorbei, die auf der Wiese grasten, doch danach wurde es felsig und man musste aufpassen, dass man auf den Steinen nicht ausrutschte. Gegenüber von uns lag ein Gletscherfeld. Am Schluss des Geröllfeldes mussten wir anfangen zu klettern. Es war ein Seil zum Sichern gespannt, doch wir brauchten das nicht…es war dann nicht so schwierig, wie es aussah und desto höher wir kamen, desto dichter wurde der Nebel. Endlich kamen wir auf der Hornscharte an. Die Höhe der Scharte beträgt 2.958 m. Hier gab es eine kleine Rast, um zu Kräften zu kommen. Dann machten wir uns auf zum Abstieg, der eigentlich recht einfach war, doch dann haben wir ein Schneefeld gequert und es kam zu einem Zwischenfall.

SAMSUNG CAMERA PICTURESWolfi und Sev bei der Querung

Ich bin auf dem Schneefeld ausgerutscht und unten in die Steine geknallt. Ein paar Verletzungen habe ich mir zugetragen, doch diese waren nicht schlimm. Als ich unten wieder aufstand, musste ich mich erstmal beruhigen, da mein ganzer Körper zitterte. Weiter ging es in Richtung Adolf-Noßberger-Hütte (2522m), in der wir eine größere Pause gemacht haben und eingekehrt sind. Da es zwei Wege zu unserem Ziel, der Wangenitzsee Hütte, gab, fragten wir den Wirt, ob der Weg über die Hohe Gradenscharte sicher sei. Doch er wusste das nicht genau, also beschlossen wir erstmal den längeren Weg zu gehen. Als wir dann losgehen wollten, kamen gerade 3 Männer herab von der Hohen Gradenscharte. Also fragten wir sie. Sie sagten, man kann es ohne Probleme gehen und man bräuchte nicht mal Steigeisen. Deshalb gingen wir über die Gradenscharte, da der Weg kürzer war. Dieser Weg war eigentlich vom Aufstieg wie der über die erste Scharte. Anspruchsvoll, aber machbar. Die Hohe Gradenscharte ist 2.803 m hoch. Als wir oben ankamen, klarte auch der Himmel auf. Von dort aus ging es abwärts zur  Wangenitzseehütte. Eine weitere Scharte lag auf unserem Abstieg, das Kreuzseeschartl mit 2.810 m Höhe. Von dort aus konnte man schon den Wagenitzsee und die Hütte erblicken – also auf zum Endspurt. An der Wangenitzseehütte kamen wir um 18:00 Uhr an. Abendessen gab es um 19:00 Uhr. Danach ließen wir den Tag ausklingen und freuten uns auf den nächsten Tag.

 Montag den, 4. August 2014: Variante2: Elberfelder Hütte – Gößnitzscharte – Lienzer Hütte – Wangenitzseehütte
Bericht von Constanze Klotz
Unser ursprünglicher Plan, über die Klammerscharte zu gehen, war wegen Steinschlaggefahr nicht möglich. Die Variante 1 über die Hornscharte ist lang und schwierig und war nicht für alle Kranzlerkids geeignet. So ging der größte Teil der Gruppe über die Gößnitzscharte (2737m) zur Lienzer Hütte (1977m) und von dort über die untere Seescharte (2533m) zur Wangenitzseehütte. Da wir genügend Zeit hatten, machten wir auf dem Gössnitzkees eine Lehreinheit Bergsteigen: Gehen im Schneefeld mit Pickel, Gehen mit Steigeisen sowie Sturztraining waren die Lehreinheiten. Dass die Kinder beim Sturztraining die besseren Figuren machten, war eigentlich klar. Aber wir Mütter haben uns ganz wacker geschlagen!

Sturztraining 1Sturztraining 2Sturztraining

Happe nutzte die Gelegenheit, eine extra Portion zu wandern: Er kehrte zur Elberfelder Hütte zurück, da Korbinian dort seinen Anorak liegengelassen hatte. Schön, wenn Papa das macht!

Die Schobergruppe trägt ihren Spitznamen „Schottergrube“ zurecht. Das Gehen auch auf den Wanderwegen ist in weiten Teilen der Gruppe anstrengend, da die Wege zumeist aus grobem, schottrigem Material bestehen.

Schottergrube Schottergrube

 Da muss man ständig konzentriert sein, kann nicht die ganze Zeit Berge angucken oder ratschen. Landschaftlich wild, und für die Ostalpen eine sehr einsame Berggruppe. Außer uns waren im nördlichen Teil der Gruppe kaum Menschen unterwegs. Nun, der kürzeste Anstieg zur Elberfelder Hütte beträgt 5 Stunden, das ist Westalpenniveau!

Zur Lienzer Hütte kann man in einer knappen Stunde ab Parkplatz laufen, dementsprechend waren hier deutlich mehr Leute. Gitti blieb mit Moritz, dem es nicht gut ging, über Nacht hier, denn wir würden ja morgen hierher zurückkommen. Wir wanderten entlang des Debanttales, immer höher steigend, am Schluss sehr steil in die Untere Seescharte. Ein toller Blick auf die Wangenitzseehütte (2508m) sowie Kreuz- und Wangenitzsee, wenn das Wetter nur besser wäre.

WangenitzseehütteWangenitzseehütte

Diese Hütte gehörte übrigens lange dem hollandischen Alpenverein! Entsprechend trafen wir einige Holländer in dieser Gegend. Der Holländer Weg ist eine Verlängerung des Wiener Höhenweges, der von Lienz quer durch die Schobergruppe zum Großglockner führt (wird in Panorama 6/2014 vorgestellt).

 Tag 4: Dienstag, 5. August 2014: Wangenitzseehütte – Petzeck (3283m) – Lienzer Hütte Bericht von Korbinian Schmidbauer
Als wir aufwachen, gießt es in Strömen. Und da bis zum Abmarsch um 09:00 Uhr keine Besserung eintritt, beschließen wir, die Besteigung des Petzecks abzublasen und von der Wangenitzseehütte abzusteigen. Nach 20 Minuten teilen wir uns auf: Während die Erwachsenen (ausschließlich unseres Bandenführers) doch den Gipfel des Petzecks erklimmen will (siehe Exkurs), gehen die Kinder mit Mike den Weg, den wir am Vortag gekommen waren, über die Untere Seescharte (2533 m) zurück zur „Lienzer Hütte“.

Dort trudelt die Jugendtruppe mit Bandenführer Mike wohlbehalten um 12:00 Uhr ein und trifft auf „headache“-Moritz und „nearly-kraftlos“-Gitti, die derweil Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt  und gedöst hatten.

Nach einer kurzen Rast (Kaiserschmarrn & Knödelsuppe) beginnen die Jungs sofort mit dem Bau eines Äste-Lagers zwischen den Kuhfladen und Bächen, spielen im Wald und tanken wieder Kraft.

Zwar wollten die Kids zuerst auf dem Spielplatz spielen, werden dann jedoch mehr oder weniger freundlich vom Hüttenwirt darauf hingewiesen, dass der Spielplatz nicht für das Alter der Jungen bestimmt ist.

DIGITAL CAMERA Spielplatz

Als die Erwachsenen ebenfalls ankommen, ist die Freude groß und ein wenig später gibt es auch schon Abendessen (schon wieder Putengeschnetzeltes, das jedoch nicht weniger appetitlich ist als das am Vortag). GUTEN APPETIT!!! Die Jungs vertreiben sich danach zu fünft an einem kleinen Vierertisch mit Kartenspielen die Zeit.

ZockerrundeBILD Zockerrunde

 Exkurs Petzeck:
Weil einige der Erwachsenen beim Blick zurück wehmütig der verpassten Gipfelbesteigung nachtrauern, kommt man nach kurzer Absprache überein, dass, wer will, den Gipfel in Angriff nehmen kann, zumal der Wetterbericht im Tagesverlauf Besserung verspricht. Happe hat bereits auf dem Abstecher zur Hängebrücke am See unliebsame Bekanntschaft mit einem Felsen gemacht und wird von Connie am Ellbogen verpflastert, bevor wir uns um 10:00 Uhr zu sechst (Connie, Irene, Walter, die zwei Wolfis und Happe) an den Aufstieg machen.

Zunächst haben wir eine Flanke zu umrunden, deren wenige ausgesetzte Stellen mit Drahtseilen versichert sind, und dann geht es rasch in steileres Gelände. Wir kommen gut voran und zunächst spielt auch das Wetter mit. Bei ungefähr 2900 Metern setzt aber leichter Schneefall ein. Als wir die Schneefelder unterhalb des Gipfels erreichen, umhüllt  uns bereits dichter Nebel und der Schneefall wird stärker, sodass der Wegverlauf nicht mehr zu erkennen ist. Dank Karte und Connie‘s GPS schlagen wir aber die passende Richtung ein und treffen wieder auf den markierten Anstieg. Auf den letzten hundert Höhenmetern macht es dann richtig zu und Wolfi Lex lässt einen kurzen Überraschungslaut hören, als vor ihm unvermittelt das Gipfelkreuz aus der diffusen Suppe auftaucht. Wir bleiben nur für einige Minuten auf dem höchsten Gipfel der Schobergruppe (3.283m) und machen uns alsbald wieder an den Abstieg. Dabei leistet sich auch Connie einen Fehltritt und zieht sich eine böse Prellung des Ellbogens zu. Aber auch hier geht es nach kurzer Behandlung weiter. In der Wangenitzseehütte stärken wir uns mit einer Suppe und folgen dann der „Bande“ zur Lienzer Hütte. Unterwegs lässt sich noch unweit von uns ein Bartgeier nieder und nimmt sich für ein kurzes Fotoshooting Zeit.

Geier Geier

 Mittwoch den 6. August 2014: mit dem Naturparkranger unterwegs von der Lienzer Hütte zur Hochschoberhütte
Bericht von Severin Lex alias Bartgeier Felix
Servus, ich bin der Bartgeier Felix, geboren bin ich in Spanien. Im Juni wurde ich mit einem Sender mit Solarzelle ausgestattet, einige Federn an meiner rechten Schwinge wurden zum besseren Erkennen gebleicht, dann haben mich die Nationalpark Ranger im Alter von 110 Tagen in einer Felsnische im Debanttal nahe der Hofalm ausgesetzt. In den letzten Wochen habe ich einen Freund namens Kilian gefunden, gemeinsam haben wir das lokale Steinadlerpaar aus dem Bereich der Hofalm vertrieben.

Die Steinadler werden 5 Kilo schwer, haben 10 cm lange Krallen und können mit 70-90 Kilo Kraft zupacken. Ihre Reviergröße beträgt 50 – 200 km². Im gesamten Nationalpark nisten 42 Pärchen. Jedes besitzt 2-6 Horste, die sie jährlich wechseln. Mit dem Umzug werden sie Ungeziefer und Parasiten los.

Aber wir Geier sind die geschickteren Flieger! Im Flug erkennt man uns an unserem Stoß (Federn am Schwanzende). Bei uns ist er abgerundet. Bei den Adlern hingegen keilförmig.

Am Mittwoch gegen 9 Uhr sah ich eine Gruppe mit 6 Kindern und 8 Erwachsenen. Sie trafen sich mit unserem Nationalpark Ranger Hermann vor der Lienzer Hütte auf 1998 Meter Höhe.

Ranger Ranger

Der hatte viele interessante Sachen von uns Geiern zu berichten:

Um 1900 waren wir im Alpenraum fast ausgestorben. Wir wurden wegen unserem Aussehen von den Leuten gejagt. Wir schminken unsere Federn manchmal an Tümpeln mit eisenoxidhaltigem Wasser rot. Wenn ich aufgeregt bin, leuchtet ein roter Ring um meine Augen. Außerdem trage ich einen Bart aus Federn über dem Schnabel. Das war den Menschen früher unheimlich. Sie meinten, wir stehen mit dem Teufel im Bunde. Außerdem gab es den Aberglauben, dass wir die Schafe der Bauern reißen.

Dabei fressen wir doch nur Aas! Wir können Knochen bis zur Größe eines Rinderwirbels verschlucken. Größere Knochen trage ich in einer Höhe von 50 bis 80 Meter zu einer Knochenmühle, einer Felsplatte im Steilhang und lasse sie darauf zersplittern. Auf einmal kann ich bis zu drei Kilo fressen. Das langt dann zur Not sogar für 14 Tage. Wenn ich groß bin, wiege ich dann so 7-9 Kilo.

 Die Zweibeinergruppe machte sich auf den Weg Richtung Leibnitztörl. Vorbei an der Abzweigung zum Glödis, der mit seinen 3300 Metern Höhe das Matterhorn der Schobergruppe genannt wird. Bei der Wanderung erzählte Hermann viel von meinen anderen tierischen Freunden.

Die Steinböcke und Gämsen sind im Sommer sehr hoch im Gebirge unterwegs, denn sie sind sehr gute Kletterer. Während die Bären nur ab und zu durchziehen. Zum Hierbleiben ist es denen zu hoch. Seit einiger Zeit gibt es aber ein Wolfspaar, das aus Slowenien zugezogen ist. Der Tannenhäher, mit seinem schrillen Schrei auch Zirbngreckn genannt, sammelt im Sommer bis zu 100.000 Zirbensamen. Aber er verliert auch welche, die dann wieder auskeimen und den Wald verjüngen. Murmeltiere, die mich immer mit dem Adler verwechseln, warnen mit nur einem schrillen Schrei ihre Artgenossen, beim Anmarsch der Menschen schreit das Murmeltier dagegen mehrmals. Der 6-monatige Winter bei uns im Park zwingt die Murmler zu einem langen Winterschlaf, den sie eng aneinander gekuschelt mit bis zu 15 Tieren in ihrem Bau tief unter der Erde verbringen. Während der Winterruhe verringert sich der Herzschlag auf 1-2 Schläge je Minute. Alle 14 Tage müssen alle raus zum Bieseln. Nach 1-2 Stunden schlafen sie dann in ihrem Bau einfach weiter.

Später hab ich das bunte Menschenvolk beim Brotzeit machen am Leibnitztörl in 2591 Metern Höhe entdeckt. Hermann erklärte etwas über die eisenhaltigen Steine. Auf den Schneefeldern gibt es den Gletscherfloh. Er ist eine Fliege, die auf dem Schnee lebt und Algen frisst und mit seiner Springgabel weite Sprünge machen kann. Die Färbungen der  Altschneefelder stammen von Grünalgen, die in der Sonne verschiedene Farben annehmen.

Die Zweibeiner stiegen dann weiter bis zu einem kleinen Bergsee mit glasklarem Wasser, der Gartlsee auf 2571 m gelegen. Von dort aus konnten sogar sie die Hütte schon  erspähen.

Im See gibt’s Forellen, auch Schwarzreiter genannt. Sie werden hier nur 20 cm lang, weil sie so wenig Nahrung im Wasser finden. In den Gebirgsbächen finden sich Larven von Eintagsfliegen, Kriebelmücken, Steinflügellarven, Liedmückenlarven. Der interessanteste Bewohner ist aber der Strudelwurm. Wird er verletzt oder verliert er einen Teil seines Körpers wächst aus jedem Teil ein neuer Wurm nach.

 Anschließend stiegen die Wanderer über steile Felsen ins grüne Hochtal unterhalb des Hochschobers ab. Dort haben die Menschen ihren Horst errichtet, und nennen ihn Hochschoberhütte. Sie liegt auf 2322 m.

Hochschoberhütte mit HochschoberHochschoberhütte mit Hochschober

Von dort aus beobachtet mich manchmal der nette Hüttenwirt Harry mit dem Fernglas. Ein kleines Wasserkraftwerk versorgt die Hütte mit Strom. Die frischen Lebensmittel trägt er selber hoch. Am Saisonanfang landete ein Hubschrauber hier oben und bringt haltbare Lebensmittel und Getränke für die Zweibeiner her.

Abends, bei einem letzten Rundflug nahe der Hütte, stieg mir noch der Geruch von Unkrautsuppe und gebratenen Speckknödeln mit Kraut in meinen Geierschnabel.

Wissenswertes über Geier und meine Flugbewegungen findet ihr auf den Internetseiten http://www.wild.uzh.ch/bg/index.htm
und unter
http://www.hohetauern.at/de/online-service/bartgeier-online.html.

 Donnerstag, 7. August 2014: Hochschober (3240m)
Bericht von Moritz Schmidbauer
Heute nehmen wir unseren nächsten Dreitausender in Angriff: Den Hochschober, 3240 m ü.NN. Los geht´s – wie immer – um 8:15 Uhr. Hinauf durch moorige Wiesen, zwischen Alpenrosen hindurch, an einem schmalen Bächlein entlang bis zu einem kleinen, smaragdgrünen See, an dem wir unsere erste kurze Pause einlegen. Danach folgt wieder der altbekannte Felsenschotter, unterbrochen durch kleine Schneefelder. Während die Jugend fröhlich schnatternd den Berg erklimmt, muss manch Alter mit seiner Atemluft sparen. Somit steht der Beschluss fest: Nächstes Jahr tragen die Jungen das Gepäck der Alten und nicht andersrum. Doch nach der Pause auf der Staniskascharte in 2936 m Höhe weht ein anderer Wind: Das Gelände wird zunehmend anspruchsvoller und teilweise abschüssig, sodass der Bandenführer „Gänsemarsch, abwechselnd Eltern – Kind“ verordnet. Somit hat das Geschnatter ein Ende und mit vollster Konzentration werden die letzten Meter erklommen.

Gipfel HochschoberGipfel Hochschober

Den Gipfel (Ankunft 12.15 Uhr) umwehen Nebelschwaden, und die Spitze des Großglockners versteckt sich wieder einmal hinter Wolken – schade.                                                                                                             Da alle anderen Routen noch schwieriger sind, nehmen wir denselben Weg hinunter. Zurück auf der Staniskascharte wird das Projekt „Jugend forscht“ gestartet: Ein Eispickel wird im Schnee vergraben, und alle 6 Kinder zusammen versuchen, ihn an einem Seil herauszuziehen. Ergebnis: Der Pickel ist stärker.

Starker Pickel Starker Pickel

 Weiter unten auf den Schneefeldern wird noch die Geschicklichkeit erprobt: Schlittern auf den Füßen, auf dem Popo oder mit Sitzunterlage.

Schneefeld abfahrenSchneefeld abfahren

Am Smaragdsee lassen wir unsere beiden Turteltauben Walter und Irene alleine zurück, der Rest eilt zur Hütte. Obwohl wir dort schon um 15 Uhr eintreffen, ist vom Kuchen schon wieder nichts für uns übriggeblieben, was manche recht verdrießlich stimmt.

Den restlichen Nachmittag kann ein jeder individuell gestalten: Während die einen die Zeit zu einem Nickerchen nutzen, machen sich andere auf den Weg, um den zweitgrößten Zirbenwald Österreichs zu erforschen, der sich 300 m unterhalb der Hütte erstreckt. Dort wird Severin, unser Kleinster, die Bäume hochgejagt, um die begehrten, harzig-klebrigen Zirbenzapfen zu pflücken, aus denen man leckeren Zirbenschnaps herstellen kann. Danke Sev! Bei dieser Gelegenheit nimmt Woifi vom Personalparkplatz frische Wäsche für Harry, unseren Hüttenwirt, mit.

So funktioniert also die Versorgung von Hochgebirgs-Hütten!                                                                                                                                   Abends kocht Harry (von Oktober bis Mai Kreuzschifffahrtskoch mit Stützpunkt MC = Monte Carlo) für uns auf: Dank guter Beziehungen zu einer Bäuerin weiter unten am Berg, gibt`s frisch gesammelte Pfifferlinge an Semmelknödel, abgerundet mit einem Digestif (natürlich Zirbenschnaps, selbstgemacht – der Beste der ganzen Hüttentour). Einfach „Wöld“ (zu deutsch: Weltklasse). Der Rest des Abends wird bei Schafkopf und Rommé mit ein paar Gläschen Wein bzw. Kräuterradler verbracht, bevor wir müde auf unsere Matratzen niedersinken.

Tag 7: Freitag 8. August 2014: Von der Hochschoberhütte (2322m) übers Schobertörl und den Debantgrat (3052m) hinunter nach Unterlesach (1318m)
Bericht von Anton Klotz
Heute am letzten Tag unserer Runde ist Abstieg angesagt. Es gibt ein schmackhaftes Frühstück und beim Abmarsch gegen 8:15 Uhr machen wir noch ein Bild mit der netten Hüttenmannschaft von Harry.

HüttenmannschaftHüttenmannschaft

Als erstes zum Gartlsee (2571m), der uns vom vorgestrigen Tag noch bekannt sein sollte. Weiter hinauf, über das östliche Leibnitztörl (2391m) zum Schobertörl (2898m), wo es die erste Brotzeit gibt. Ein Teil der Erwachsenen geht noch auf den Debantgrat (3052m), um einen Glocknerblick zu erhaschen (großer Reinfall, denn wieder war keine Sicht). Der Rest der Gruppe fängt mit dem Abstieg an. Wegen der Querung eines Restgletschers werden zuerst die Steigeisen angelegt. Die Querung verläuft dadurch reibungslos, das Gehen mit Steigeisen klappt bei allen gut.

Gehen mit SteigeisenGehen mit Steigeisen

 Dann kommt der Abstieg durch Fels und Geröll, teilweise auf einem Moränenrücken. Unterhalb der Baumgrenze geht es durch lichten Nadelwald. Das letzte Stück führt am Bach, teilweise auf einer Forststrasse, entlang. Zuvor gibt es noch eine Pause am reißenden Gletscherbach. In Unterlesach angekommen, erwartet uns zum Abschluss ein Kneippbecken, dessen Wasser so kalt ist, dass eine Runde bereits zur Mutprobe wird.

KneippbeckenKneippbecken

Direkt daneben befindet sich ein Spielplatz, der mit in den Spaß einbezogen wird. Am Gasthaus gönnen wir uns Kaffee, Kuchen und Eis. Übernachtet wird in Zimmern statt in Lagern und am Abend gibt es, nach einem festlichen Gelage, eine Belohnung für den Organisator der Tour.

ZirbenschnapsZirbenschnaps

Michael ist sichtlich gerührt, er findet es toll, dass dieser Schnaps nur für ihn von der letzten Hütte heruntergetragen worden ist.

 Tag 8: Samstag, 9. August 2014, Bergausklang beim Schwammerljagen und Heimfahrt
Bericht von Constanze Klotz
Komisch, es ist noch fast dunkel, als uns Moritz weckt. Obwohl wir 8 Uhr ausgemacht haben. Da auch Antons Smartphone gestern Probleme mit der richtigen Uhrzeit hatte, schaut Michael auf seinem Fotoapparat nach der Uhrzeit: 6:15! Wir drehen uns um und schlafen noch eine Runde. Als Moritz das nächste Mal weckt, sind wir bereits auf. Jetzt passt die Uhrzeit! Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen, wir haben die Qual der Wahl. Nach einer gemeinsamen Abschlussrunde verlassen uns Irene, Moritz und Walter Richtung Kroatien, während die Kids zum Spielplatz am Kneippbecken eilen und die restlichen Erwachsenen ihr Glück beim Schwammerlsammeln suchen. Steil geht es im Bergwald hinauf, das eine oder andere Reherl verschwindet in unseren Sammelgefäßen. Happe und Lex Wolfi machen den größten Fund:

SchlittenSchlitten

Einen Schlitten, den Happe später seinem Besitzer, dem Lesacher Hof, zurückbringt. Auf der Heimfahrt rasten wir im Pinzgau am Hollersbacher Badesee, staufrei fahren wir dann nach Hause.

 Zu den 3000er Sammlern gehören:

Mariano und Wolfgang
Severin und Wolfgang
Gitti, Korbinian, Moritz und Happe
Irene, Moritz und Walter
Constanze, Anton und Michael (Tourenleitung)

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