Wir radeln in den Frühling oder „Spart´s eich a weng an Hunga auf“

Sonntag, 13.04.2014 – Bisher bin ich jede unserer Radltouren vorgefahren, oder kannte diese aus der Vergangenheit. Diesmal wurde die Tour komplett am Computer geplant, der Track aufs GPS downgeloaded, Kneipen bzw. Wirtschaften online erkundet und – für das Gelingen der Tour unbedingt erforderlich – die Fährzeiten der Alzfähre in Erfahrung gebracht.

Am Palmsonntag sind wir dann getrennt, jede Familie für sich, nach Obing, unserem START- und ZIEL-Ort aufgebrochen. Dieses Mal wollen wir nördlich des Chiemsees eine größere Schleife drehen. Die Eggstätter Seenplatte, das nordseitige Chiemseeufer und die Alz zwischen Seebruck und Altenmarkt geben dabei grob den Weg vor.

Strandbad Obing

Obing

Das Wetter war morgens eher bescheiden, hat sich aber im Laufe des Tages gebessert, und am Abend reicht es sogar zu einem wirklich schönen Sonnenuntergang.
Aus Obing raus geht es gleich einen steilen Waldweg hinauf und dann beginnt der Baatz. Die Jungs sind begeistert, die Mädls eher weniger. Allen kann man es eben nicht recht machen. Später müssen wir mitten im Wald eine alte Bahntrasse queren, die aber noch in Betrieb ist, wie sich später herausstellt.

Obacht Zug

Obacht

Und es dauert nicht lange, bis die ersten nach einer Brotzeit verlangen. Und während wir so brotzeiten, will der Korbinian wissen, wie lange es noch zum Wirt ist, bei dem wir Mittag essen. Wie ich ihm erkläre, dass nur Brotzeiten geplant sind, die erste nach Durchqueren der Eggstätter Seenplatte, und später noch eine bei der Alzfähre, hagelt es Proteste von den Halbwüchsigen. Also werden wir uns eine vernünftige Wirtschaft suchen, wo es auch ein Schnitzel gibt!

Die Eggstätter Seenplatte ist gut mit Wegen ausgestattet, auch mit solchen für Radler, und so sind wir froh, dass heute das Wetter nicht so gut ist, denn sonst hätten wir hier ein Problem mit den vielen Leuten.

Schilfige Seenplatte

Schilfige Seenplatte

Am Moos entlang

Am Moos entlang

Wenige Kilometer nach Verlassen der Seenplatte geht es einen langen Ziehweg durch eine recht moosige Gegend (überall Schlüsselblumen) und in Gollenshausen beim Chiemseewirt haben sie jede Menge Platz für uns. Da es schon 13:00 Uhr ist, und wir dann beim Roiter an der Fähre auf eine Brotzeit angekündigt sind, ermahne ich die Bande sich zu mäßigen: „spart´s eich a weng an Hunga auf“. Wie die Bedienungen dann das Essen auffahren, wird klar, dass hier selbst ein guter Esser auf die Probe gestellt ist. Die Portionen sind mehr als reichlich: „an Hunga aufspar´n gäht ned“, und Happe lacht sich einen Ast.

Gegen 14:15 Uhr nehmen wir den Rest des Weges in Angriff, und so mancher hat mit der vornübergebeugten Sitzposition auf seinem Rad ein Problem. Trotzdem kommen wir zügig voran, schauen uns in Seebruck ein Römermuseum an, und wie das Gespräch auf die Eisdiele in Altenmarkt kommt, meint Happe nur:
„spart´s eich a weng an Hunga auf“

In Altenmarkt gibt es folglich nur einen Blick in den Biergarten der Klosterbrauerei, derweil die Kinder die gespaltene Linde davor erobern. Später imponiert uns noch eine gewaltige freistehende Esche, bevor wir zur Alzfähre gelangen.

Kraxel-Linde

Kraxel-Linde

Mordsdrumm Eschn

Mordsdrumm Eschn

Um rüber zu kommen, muss man klingeln, dann geduldig warten. Der Wirt vom Roiter ist auch der Fährmann. Und wenn der g´rad bedient, dauert es eben einen Moment.

Klare Ansage

Klare Ansage

Es braucht drei Überfahrten, bis alle Kranzler am anderen Ufer angelangt sind. Der Uferbereich ist über und über mit Bärlauch „verseucht“.

Es ist mittlerweile ganz schön spät, als wir uns bei bestem Wetter (es könnte 3 Grad wärmer sein), im Biergarten auf eine Brotzeit niederlassen. So gestärkt nehmen wir die letzten Kilometer in Angriff, und über Kloster Seeon geht es zurück nach Obing.

Und hier gibt es dann doch noch ein Eis beim Italiener.

Mei, a Eis ...

Mei, a Eis …

Unterwegs waren:
Vincent, Severin und Wolfgang Lex; Silvia König; Mariano, Wolfgang und Hella Mayr; Moritz, Korbinian sowie Gitti und Happe Schmidbauer; Anton und Constanze Klotz,
und da Mike.

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