Kranzlerkids: Winterfreizeit auf der Karalm

5.-9.3.2014, mit Michael Grötsch – Mittwoch: Erwartungsvoll stehen wir in Gränzing (Rettenschöß) am vereinbarten Treffpunkt. Wir warten auf den Bauern, der uns vor zwei Jahren mit Traktor und Hänger hinauf zur Karalm gebracht hat. Doch dieses Jahr ist alles anders.

Weit und breit kein Schnee. Kein Traktor, sondern ein Pick-up erscheint. Diesem folgen wir die Rodelbahn hinauf mit unseren Autos – es liegt ja kein Schnee! Ein trostloser Winter. Kurz vor der Wildbichler Alm parken wir. Der Pick-up bringt unser Gepäck bis zur Hütte und da – da liegt tatsächlich noch Schnee, auf 1200 Meter. Wunderbar!

2014_Karalm1Wir Erwachsenen treten gleich mal unsere Schneeschuhrunde für die geplante Nachtwanderung ein: Es schneit inzwischen, ganz sachte fallen dicke, weiße Flocken vom Himmel. Die Kinder nehmen derweilen das Gebiet um die Hütte in Beschlag: Schlitten fahren, Rutscherl rutschen, Schneeballschlacht.

Donnerstag
Über Nacht hat es noch ein bisschen geschneit. Die angekündigte Wetterbesserung läßt auf sich warten. Den Vormittag verbringen wir rund um die Hütte, wir bauen wie die Weltmeister: Die Kinder bauen an zwei große Festungen, diese werden im Laufe der Tage weiter ausgebaut, mit Zinnen, Gräben, Verließ, Vorratsbunkern für Munition (Schneebälle). Die Erwachsenen bauen eine Schneebar und unter Mikes Regie eine lange Kugelbahn mit allen Schikanen.
Wie sich zeigt , ist die Wahl der Kugeln entscheidend: Zu leichte Kugeln kommen nicht vorwärts, zu schwere schießen nach dem Looping aus der Bahn oder demolieren diese. Am besten ist eine Orange, die so gleichzeitig zum Entsaften vorbereitet wird.
Am Nachmittag wandern wir nordseitig mit Schneeschuhen und südseitig zu Fuß zum Wandberg (1454m). Auf dem Rückweg  über die Fahrstrasse machen wir einen Stopp an einem steilen Hang und machen einen Wettbewerb im Schneekugelweitrollen. Erstaunlicherweise kullern eher kleinere Kugeln deutlich weiter als größere. Es entstehen verflochtene Linien, jede Kugel bahnt sich ihren Weg. Später baut Mike für uns noch eine Schneeskulptur, deren erstmaliges Zusammenbrechen Moritz gleich im Bild festhält. Gegen Abend klart es auf, wir genießen die untergehende Sonne und den jetzt freien Blick.

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Freitag
Heute gehen wir eine große Tour: Wir wandern am Wandberg vorbei hinüber zur Priener Hütte unterm Geigelstein.
Gegen 10 Uhr sind alle startklar, die LVS-Geräte angelegt und angeschaltet, die Schneeschuhe richtig festgezurrt. Den ersten Teil des Weges kennen wir schon, südseitig ist der Schnee inzwischen großteils wieder weggetaut.

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Aber hinter der Wandberghütte brauchen wir  die Schneeschuhe, als wir den Forstweg verlassen und steil über freies Gelände abwärts Richtung Hintere Abendpoitalm stapfen. Dort gibt es eine kräftige Brotzeit, denn inzwischen scheint die Sonne richtig warm und wir sind bereits hungrig und durstig. Vom Dach tropft es munter und unser „Bademeister“ hat heute schon die Saison eröffnet und sonnt sich ausgiebig.
Wir steigen noch weiter ab, da wir den Ramsbach überqueren müssen, auf der anderen Seite geht es schweißtreibend steil wieder hinauf. Im Rückblick sehen wir, dass am Hang neben unserer Abstiegsspur eine große Schneebrettlawine abgegangen ist, ausgelöst wohl durch eine Wechte, die abbrach. Da zeigt es sich mal wieder, dass  das Mitnehmen eines  LVS-Gerätes  durchaus sinnvoll ist! In der letzten Kehre vor der Priener Hütte treffen wir auf den üblichen Anstieg und damit auch auf viele Wanderer, bis hierher hatten wir nur einen einzelnen Berggeher gesehen. Die meisten haben schon wieder Hunger und lassen es sich gut gehen mit Brotzeit, warmem Essen und Kuchen auf der Terrasse.
Direkt unterhalb der Hütte verlassen wir auf dem Rückweg die Fahrstrasse und sind wieder allein. Um das Naturschutzgebiet Moosberg herum wandern wir zur Ackeralm, von dort nehmen wir durch Wald und Graben die direkte Abkürzung, lassen die Wandberghütte links liegen. Mikes Skulptur glänzt schon von weitem in der Sonne und so bauen wir nebendran nochmals eine. Einen Schneering mit Loch in der Mitte herzustellen ist eine diffizile Angelegenheit, manche bauen einfach mit der „Klatsch-es-hin-wie-Mörtel“-Methode. Vergänglich sind diese Kunstwerke allemal.

Samstag
Heute geht’s zum Chiemkogel (1066m). Eine umgekehrte Wanderung, denn wir gehen zuerst bergab um gegen Ende wieder zur Karalm aufzusteigen. Da fast alles südseitig ausgerichtet ist, tragen wir die Schneeschuhe größtenteils. Es ist hier richtig frühlingshaft, wenige Meter machen einen solchen Unterschied!

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Über Feistenau und Mannerstätteralm queren wir zur Wildbichlalm, die heute, am Samstag, überquillt vor sonnenhungrigen Wanderern und Kinderwagenschiebern. Doch dort, wo der Schnee beginnt, dünnen die Wanderer aus.
Unsere Schneebar kann leider nicht mehr benutzt werden, da die Sonne sie zerfressen hat. Auch die Festungen sind schon in Mitleidenschaft gezogen und bekommen durch gegenseitiges Bombardement den Rest. Am Nachmittag spielen wir Adler und Gämse mit Schneeschuhen. Es zeigt sich wie so oft, dass dieses Spiel nicht nur Reaktionsbereitschaft, sondern vor allem Hirnschmalz benötigt.
Moritz und Walter sind heute mit der Verköstigung der Kranzlerkids an der Reihe, und nach diesem leckeren Essen (wie alle Mahlzeiten!) schnüren wir nochmals die Schuhe um in der Nacht eine Wanderung mit Fackeln zu machen.

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Als wir alle Fackeln löschen und ganz still stehen, scheint der Himmel mit Sternen übersäht. Für uns Flughafengeschädigte, die wir gar keine richtige Dunkelheit mehr kennen, ein seltener Anblick. Die Sternenkarte ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, trotz Anleuchten braucht es Übung, bis man einzelne Sternbilder am Himmel erkennt. Für unsere Kleinste, Matilda, die mit ihrem Vater eine kürzere Runde dreht, macht der Rest der Truppe eine kleine choreographische Einlage mit den Fackeln.

Sonntag
Ursprünglich wollten wir den Tag noch gemeinsam verbringen, aber da einige Eltern morgen schon wieder auf Achse sind, packen wir zeitig und verlassen die Alm gegen Mittag. Eine kleine Abschiedsrunde bei den Autos – und schon sind diese schönen Urlaubstage wieder Vergangenheit.

Leitung: Michael Grötsch und Constanze Klotz
Tourenbericht: Constanze Klotz
Kranzlerkids: Anton Klotz, Mariano, Hella und Wolfgang Mayr, Matilda, Sabine, Julian und Franz Fischer, Moritz und Walter Daimer.

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