Tiefschneekurs 2012 – Let´s Rock(er)

Im Winter 2011 hatte die Sektion den Tiefschneekurs trotz der großen Nachfrage nach mehreren Versuchen und Terminverschiebungen letztendlich mangels Schneebedingungen komplett absagen müssen. Ob es dieses Jahr nun klappt? Die Nachfrage war zumindest mit 20 Teilnehmern noch größer als im Vorjahr. Im Dezember und Anfang Januar gab es nur geringe Niederschläge oder es war zu warm. Aber dann Mitte Januar kam der Schnee. Hurra! Für das Wochenende waren dann nochmals Neuschneefälle angesagt. Also beste Voraussetzungen für einen Tiefschneekurs. Nur der Wind und die daraus resultierende Lawinensituation machten es bis zuletzt spannend.

In Fahrgemeinschaften reisten die Teilnehmer bereits am Freitag frühmorgens nach Mayrhofen an. Der gemeinsame Treffpunkt mit der Skischule klappt gut und (fast) alle waren dann auch pünktlich um 8:45 zur Stelle. Zuerst ging es mit der Penkenbahn hoch und direkt zur Skihütte der Skischule Mayrhofen. Nach einer kurzen Begrüßung des Skischulleiter Chris Habeler machten wir uns auch gleich an die Gruppenaufteilung. Vier Skiguides, die nicht nur die Ausbildung als Skilehrer sondern auch noch eine Zusatzausbildung für Touren abseits der Pisten haben, standen uns zur Verfügung. In Fünfergruppen ging es kurz darauf los. Der Schnee war traumhaft. Mindestens 30 cm Pulverschnee auf festen Untergrund. Nur das Wetter war leider stark bewölkt und windig. schlechte Sicht

Dies sollte uns im Tagesverlauf auch noch zum Verhängnis werden, denn um 12 Uhr wurden wegen des inzwischen starken Sturms alle Seilbahnen im Skigebiet eingestellt. Unsere Mittagspause verlegten wir daher kurzerhand ins Tal. Speziell für zwei Gruppen mit etwas weniger Erfahrung nutzen die Skiguides die gewonnen Zeit für einen Zusatzunterricht in Lawinenkunde.

Für so eine große Gruppe ist eine Quartiersuche schwierig. Daher konnten nur die ersten acht angemeldeten Teilnehmer in der Stammunterkunft des Alpenkranzl in Hippach unterkommen. Bei Frau Eberharter wurden wir wieder liebevoll aufgenommen. Der Weg dorthin war gerade noch so ohne Schneeketten möglich.

Quartier Hippach

Über Nacht hatte es 30-40 cm geschneit, so dass Werner lieber Schneeketten montierte. Dafür fiel für ihn dann das Frühstück etwas kürzer aus. Das zweite Fahrzeug versuchte sein Glück erfolgreich ohne. Talwärts wird’s schon klappen und abends bergauf – mal sehen. Das Wetter war zwar bewölkt, aber durchaus besser als die Prognose. Treffpunkt war heute wieder die Hütte der Skischule. Dort angekommen ging es auch gleich los, denn es war wieder starker Wind vorhergesagt. Wir wollten jedoch unbedingt wenigstens einige Freeride-Abfahrten des Skigebiets heute nutzen. Schließlich machen wir ja einen Tiefschneekurs.

Rocker

Für uns ging es abseits der Pisten ins Gelände. Alle gut ausgestattet mit Pieps, Schaufel und Sonde sowie unter Führung eines Skiguide, der das Gelände kennt und die Lawinenlage gut beurteilen kann, fühlten wir uns jederzeit sicher und gut aufgehoben. Nach Beurteilung der Einzelsituation, mit vereinbarten Sammelpunkten und Abständen während der Abfahrt verhielten wir uns heute auch besonders defensiv, was bei der aktuellen Lawinenlage angemessen war. Ob die Snowboarder, die (scheinbar ohne Hirn und Verstand) im Rudel in die Hänge einfuhren auch so weitsichtig waren? Manchmal kommt man da schon ein wenig ins Zweifeln, wie Menschen mit Ihrer eigenen Gesundheit umgehen (und noch schlimmer dabei leider auch manchmal andere gefährden).

Lawinenverbauung

Die Skiguides Hannes, Franz, Manny, Sebastian und Matthias hatten aber alles im Griff und gaben uns viele Tipps. Warum kann das nicht so einfach sein, wie es bei den Skiguides aussieht? Liegt wohl an der jahrelangen Erfahrung. Und auch am Ski? Unsere Guides hatten richtig breite Latten. Da wollte so manch einer nicht zurückstehen und hat für den Sonntag gleich eine Reservierung für richtige „Rocker“ in Auftrag gegeben.

Kurz vor der Mittagszeit fanden wir dann leider noch einen Verletzten im Pistenbereich. Unser Skiguides übernahm die Verständigung des Rettungsdienstes. Wir unterstützen so gut es ging mit Rettungsdecke, konnten jedoch nicht wirklich helfen, da der Verletzte über starke Schmerzen im Bein klagte. Allem Anschein nach war dieses gebrochen. Kurz darauf kam auch schon der Rettungsdienst per Pistenbulli und weitere 30 Minuten später schwebte der angeforderte Helikopter ein.

Rettungskette

Zum Mittagessen trafen wir uns auch heute wieder im etwas abseits des Pistenrummels gelegenen Gschösswandhaus. Hier kann man wirklich noch gut und günstig essen, hat nette Bedienungen und bei schönem Wetter auch einen guten Ausblick ins Zillertal und zu den Zillertaler Bergen.

Gschösswandhaus

Nachmittags bestätigte sich dann die Befürchtung, dass einige Gipfellifte schon wieder wegen Sturm eingestellt waren. Trotzdem zeigten uns unsere Guides noch viele schöne Abfahrten. Die Talabfahrt zur Horbergbahn fuhren dann fast alle mit. Manche ein wenig flotter und manche etwas vorsichtiger. Hauptsache gut und sicher dort ankommen. Zum Abendessen trafen wir uns im „Mo´s“ in Mayrhofen. Bei Spareribs und Pizzen genossen wir den Abend und uns auch über die Skigruppen hinweg zu unterhalten.

Der Sonntag begann verheißungsvoll. Endlich konnten wir ohne starken Schneefall und bei guter Sicht unser Gelerntes in der Praxis ausprobieren. Den Weg zu den ersten Hängen kannten wir schon.

PistenpulverSkisuche

Und ob heute endlich auch der 150er (eine Gondelseilbahn im Gipfelbereich) läuft? Dort soll es ja auch noch schöne Abfahrten geben. Daraus wurde leider nichts. Aber dafür fanden wir einen anderen unverspurten Hang, den unsere Gruppe insgesamt gleich dreimal nutzte.

Steilhang

Hier konnten dann die „Rocker“-Jungs es auch so richtig krachen lassen. Die Skibreite macht schon so einiges aus, wenn die Schneeverhältnisse wie heute etwas wechselhaft sind. So wie es eben auf einer richtigen Skitourenabfahrt auch ist. Windverpresster Pulverbruchharsch kann doch auch etwas schönes sein – oder etwas nicht? Zumindest versüßte uns der Sonnenschein heute die Abfahrten zusätzlich.

Nachmittags trafen wir uns dann zum Abschluss und einem Gruppenfoto nochmals alle in der Hütte der Skischule Mayrhofen. Ich hatte den Eindruck, dass alle mit dem Wochenende und dem Tiefschneekurs vollauf zufrieden waren. Guter Guides und guter Schnee, was will man mehr. Und ob´s dann auch bei der nächsten (Skitouren)Abfahrt hilft? Wir werden es auf der nächsten Alpenkranzl-Tour sehen.

Gruppenfoto

Mit dabei: Anton Altmann, Ariane Meder, Barbara Bottesch, Bernd Nowak, Christian Rößle, Christian Zollner, Helmut Goldbrunner, Herbert Robl, Johann Huber, Julia Ihrig, Lorenz Maier, Marion Siegl, Martin Karl, Peter Baierl, Reinhold Zeitler, Renate Bals, Werner und Christine Neumüller, Wiltrud Weber, Wolfgang Meier, Michael Kreuz (Organisation, Bericht und Fotos)

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