Seniorentour nach Ottobrunn

Sonntag, 16.Januar 2011, mit Inge Döllel – Wie immer im Januar einen Kulturtag, so auch in diesem Jahr. Nach dem Besuch 2010 zum Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen stand dieses Mal das König Otto v. Griechenland  Museum im Programm.

Abfahrt 09:00 Uhr in ED bis Ostbahnhof und weiter mit der S7 Richt’g Kreuzstr. Haltestelle Ottobrunn. Ankunft 10:15 Uhr.
Das Gebiet der Gmde. Ottobrunn liegt im uralten Siedlungsraum des Hachinger Tales und gehörte bis 1955 zur Gmde. Unterhaching. Heute ist sie selbstständige politische Gmde. und verdankt ihren Namen dem griechischen König Otto. Mit Nauplia, der ersten Hauptstadt des freien Griechenlands und Ottos erster Residenz, verbindet Ottobrunn seit vielen Jahren ein Freundschaftsbund. Eine Partnerschaft mit Schüleraustausch und gegenseitigen Besuchen.

Der Weg zum Museum führte uns über die Mozart- und Putzbrunnerstrasse zum Rathausplatz. Dabei kamen wir vorbei an der alten Villa, die 1926 der Komponist Wolf-Ferrari (1876-1948) an der Mozartstr. erbaute. Von 1955-83 Rathaus. Heute wird sie als Seniorenbegegnungsstätte genutzt und steht unter Denkmalschutz. Um 11:00 Uhr waren wir im Museum angemeldet. Wir wurden von einer älteren, agilen, charmanten Dame begrüsst. Mit grossem geschichtlichen Wissen führte sie uns kompetent durch die Räumlichkeiten.

Otto, geboren am  1. Juni 1815 in Salzburg, zweiter Sohn König Ludwigs I. und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, war nach dem griechischen Freiheitskampf von 1821 der erste König des jungen Staates. Am 6. Dez.1832 wurde der erst 17-jährige Prinz Otto von Wittelsbach vor den Toren Münchens von seinem Vater König Ludwig I von Bayern verabschiedet. Zur Erinnerung wurde an dieser Stelle 1834 von seinem Vater die Ottosäule (lag leider nicht auf unserem Weg) errichtet. Der Weg nach Griechenland, in sein neues Königreich, führte ihn durch Italien. An Bord der britischen Fregatte Madagascar erreichte er von Brindisi kommend am 6. Febr. 1833 die damalige griech. Hauptstadt Nafplion (Nauplia). 1834 wurde die neue Haupt- und Residenzstadt nach Athen verlegt. An seinem 20. Geburtstag übernahm Otto am 1. Juni 1835 die Regierung eigenverantwortlich. Am 22. Nov. 1836 Heirat mit Amalia von Oldenburg, die Ehe blieb kinderlos. Mit tausenden von bayer. Entwicklungshelfern mühte er sich redlich, das verwüstete Land aufzubauen. Sie brachten Griechenland eine moderne Verwaltung, Justiz, Land- und Forstwirtschaft und das Bier (Brauerei FIX).

 Fescher Bursch

Gemeinsam bauten Griechen und Bayern in Athen die Universität, die Sternwarte, Kirchen, Schulen, Kranken- und Waisenhäuser, sowie das Königsschloss, in dem heute das Parlament tagt. Ottos Frau Amalie schuf den heutigen Nationalpark, das grüne Herz der Metropole. 1862 grosser Aufstand. Otto kehrte mit seiner Frau nach Bayern zurück, wo sie bis zu ihrem Tod in der ehem. fürstbischöflichen Residenz in Bamberg lebten. Ottos letzte Worte waren: „Griechenland, mein Griechenland, mein liebes Griechenland.“
Die Sarkophage König Ottos und Königin Amalias befinden sich in der Gruft der Theatinerkirche München, eine von mehreren Begräbnisstätten des Wittelsbacher Königshauses.

Eine Generation lang hatten Bayern und Griechenland eine gemeinsame Geschichte mit Höhen und Tiefen. Dieser Geschichte fühlt sich Ottobrunn verbunden. Daher gibt es auch das Museum. Es hält die Erinnerung an diese faszinierende Epoche mit zahlreichen Dokumenten, wertvollen Prunkstücken – Prunkmantel der Königin Amalie – und charakteristischen Exponaten wach.

Den Kopf noch voll von all dem Gehörten und Gesehen, verliessen wir das Museum gegen 13:00 Uhr, denn Kultur macht auch hungrig. In den Ratsstuben gleich um die Ecke waren für uns bereits wie immer Tische reserviert. Wir wurden von zwei flinken und lustigen Obern bedient.
Den Tag liessen wir dann am Denkmalplatz, gleich hinter dem Rathaus, in fröhlicher Runde bei frühlingshaften Temperaturen mit einem Geburtstagsumtrunk ausklingen. So ein Tag, so wunderschön wie heute … ging seinem Ende zu.

Die Otto-Fans

Organisation und Bericht: Inge Döllel
Der Kultur auf der Spur waren dabei: Bachmair Maria, Braun Marianne, Draxler Anneliese, Erl Hermann, Etzel Hermann und Agnes, Faltlhauser Paul, Floßmann Anna, Gebauer Peter, Haas Maria, Irl Karin, Kanacher Ingeborg, Kieß Gotthart, Köppen Jochen, Koschek Magdalena, Loidl Marille, Mau Otti, Mayr Lotte, Neumann Rita, Numberger Herta, Sieger Paula, Sperle Meta, Stadler Helena, Stangl Maria, Topf Peter und Suzie, Wörndle Sonja

Dieser Beitrag wurde unter Senioren, Tourenberichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar