Wanderung von Seefeld über Widdersberg nach Herrsching

Seniorentour am Samstag, 20. November 2010, mit Inge Döllel – Es war frostig-kalt, als wir um 09:00 Uhr Erding mit der S-Bahn verliessen. Ausgangspunkt war Bahnhof Seefeld/Hechendorf.

Majestätisch thront Schloss Seefeld auf einem Moränenhügel über dem Pilsensee. Es kam Mitte des 15. Jhdts. in den Besitz der Grafen von Toerring-Jettenbach. 1601 wurde ein Bräuhaus in Seefeld errichtet. Der heutige Eigentümer Hans Caspar Graf zu Törring Jettembach liess die Anlage in den letzten Jahren aufwendig renovieren.

Ein Treppenweg brachte uns nach oben und durch einen zarten Rokoko-Torbogen gelangt man in den edlen Brunnenhof. Neben der Zweigstelle des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in München erwarten den Besuchern erlesene Geschäfte, Kunstwerkstätten, Ateliers, kulturelle Veranstaltungen und das Bräustüberl. Dies alles verleiht dem Schlosshof ein gewisses Flair. Das Schloss diente für uns auch gleich als Kulisse fürs Gruppenfoto.

Schlossbewohner?

Unsere Wanderung entführte uns in eine andere Welt. Es ging hinab in den romantischen Höllgraben, mit seinem idyllisch plätschernden Bachlauf, der den Schlosspark bewässert. Auf diesem Weg gingen wir schon zweimal nach Andechs. Nach einer Weile zweigten wir links ab und ein herrlicher Waldweg zieht sich rauf nach Widdersberg. Sonnenstrahlen tauchten das Buchenlaub in herbstliche Farben. In Widdersberg angekommen, begrüsste uns sogleich die kleine Kirche St. Michael, die dem himmlischen Feldherrn im Kampf gegen Satan geweiht ist. Sie zählt dank ihrer Ausstattung zu den schönsten Landkirchen Bayerns. Der Ort Widdersberg liegt an der Nordkante eines Moränenzuges der steil in ein lang gezogenes Tal abfällt.

St. Michael

Den Kirchenbesuch sparten wir uns auf und schlugen gleich einen Haken, wo wir im Landgasthof „Wilder Hund“ erwartet wurden. Im gemütlichen Nebenzimmer wurden wir von einem flinken, freundlichen, immer lustigen Kellner bedient. Die Küche wartete mit „gigantischen“ Portionen, die auch noch gut zubereitet waren, auf.

Nach der Mittagseinkehr die Innere: 1521 erbaute der vierte Abt von Andechs, Johann von Schrattenbach, die Kirche. Eine enge Verbundenheit zu Andechs belegt die Historie von Widdersberg. Ein vorchristliches Denkmal aus Dolomit an der Südostmauer zieht den Blick der Kirchenbesucher auf sich. Der römische Grabstein mit dem  leider verstümmelten Doppelportrait aus dem 2. Jh. n. Chr. wurde 1978 saniert. Anschliessend marschierten wir abwärts zum moorigen Widdersberger Weiher.

Mooriger Widdersberger Weiher

Fritz Fenzl hat ihn in seinem Buch „Jungbrunnen, Quellen der Kraft und der Heilung“ verewigt. Von dieser verjüngenden Kraft ließen wir uns berieseln. Es kam div. Allerlei aus den Rucksäcken, denn ohne Geburtstag läuft bei uns nichts ab.

Ein Hauch von Mystik lag über dem Weiher. Verjüngt und beschwingt traten wir den Rückweg nach Herrsching an. Auf der Burgstrasse entlang, wo einst die Widdersberger Burg stand, gings aufwärts durch den Weinbergwald. Am Weg über den Weinberg erhascht man einen Blick zum Pilsensee und weiter abwärts nach Herrsching zum Bahnhof. Auf die Minute genau erreichten wir die S-8, Abfahrt 17:05 Uhr. Ab Hbf. mit der S-2 nach Erding. Eine schöne Spätherbstwanderung wurde uns geschenkt.

Tourenleitung und Bericht: Inge Döllel
31 Teilnehmer: Bacher Helga, Bachmair Maria, Erl Hermann, Etzel Hermann, Felbinger Renate, Floßmann Anna, Haas Maria, Hellinger Betty, Irl Karin, Kanacher Ingeborg, Kieß Gotthart, Köppen Jochen, Kreibich Herbert, Kretschmann Gerdi, Loidl Marille, Mai Maria, Mau Otti, Mayr Lotte, Ottmann Günther und Christa, Ploner Helga, Ritzer Marianne, Roppelt Waltraud, Schlegel Erna, Sperle Meta, Stangl Maria, Wörndle Adi und Sonja, Zech Martin und Lore

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